Markt 2014-12-12T00:00:00Z 3/2014: Rückgang auf breiter Ebene

Moderat nach unten bewegt sich weiterhin die Konjunktur für Dachdecker. Das Gewerk schneidet dabei schwächer ab als der Bau insgesamt – wichtige Trends im Neubau sind für Dachdecker eher von Nachteil.

Zwei aktuelle Beispiele: Auf der internationalen Ebene warnte der IWF zuletzt vor einer drohenden globalen Wirtschaftskrise und hat seine Wachstumsprognose für 2014 deutlich gesenkt. Aktuelle Risikofaktoren: die nicht ausreichende Erholung in der Eurozone, zu geringe Investitionen angesichts der Niedrigzinspolitik sowie eine wieder wachsende Gefahr der Überhitzung der Finanzmärkte. Fast zeitgleich vermeldet das Statistische Bundesamt positive Zahlen vom nach wie vor robusten deutschen Arbeitsmarkt. Zum ersten Mal liegt die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland über 43 Millionen Menschen.

Niedrigzins als neue Normalität

Weniger Dach pro Wohneinheit

Im weiterhin anziehenden Neubaubereich hat sich der Mehrfamilien-Wohnungsbau als Wachstumstreiber etabliert. Die Rechnung ist einfach: In diesem Segment wird pro Wohneinheit deutlich weniger Dachfläche verbaut – auch das ist nachteilig für Dachdecker. Zudem wird im Markt zunehmend über sich verändernde Dachlandschaften diskutiert, der Trend beim Neubau geht dabei in Richtung Pult- und Flachdach, die tendenziell weniger arbeitsintensiv für Dachdecker sind. Ein weiterer Faktor für vergleichsweise schwache Umsätze sind die Einbrüche im Bereich Photovoltaik und Solarthermie. Für die meisten Dachdecker kein Kerngeschäft, das Gewerk ist jedoch stärker involviert als der Bau insgesamt.

In Summe viele Faktoren, die helfen, die verhaltene Entwicklung zu erklären. Im 3. Quartal sind gegenüber dem Vorjahreszeitraum Rückgänge auf breiter Ebene zu verzeichnen. Die Einschätzung der Geschäftslage verringert sich von der Durchschnittsnote 2,4 im Vorjahr auf nun 2,6. Dabei hat sich vor allem der Anteil an Betrieben mit dem Urteil „sehr gut“ verringert (–4,9 Prozentpunkte), die Note ausreichend wurde deutlich häufiger vergeben (+4,8 Prozentpunkte).

Malte von Lüttichau

Das ausführliche Konjunkturbarometer lesen Sie in Ausgabe DDH 24.2014.

zuletzt editiert am 11. Dezember 2020
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