An das Ausnahme-Vorjahr reichten die Werte nicht ganz heran - dennoch verlief das Wirtschaftsjahr 2012 für eine Mehrheit der Dachdecker gut bis befriedigend. Auch die Aussichten bleiben stabil.
Der Blick auf das abgelaufene Jahr 2012 zeigt 2 Entwicklungen: Die von uns befragten Dachdecker verzeichneten mehrheitlich solide Werte in punkto Auftragsbestand und Auslastung. Dies führte zu einem insgesamt harmonischen Verlauf der Einschätzungen der Geschäftslage, die Nachfrage nach Dachdeckerarbeiten in Neubau und Bestand hielt über das gesamte Jahr an, blieb dabei etwas unterhalb des Vorjahresniveaus.
Gewaltige Geldmengen im Markt
Begleitet wurde diese "intakte" Entwicklung im vierteljährlich erscheinenden Konjunkturbarometer stets von dem Hinweis auf anhaltend unsichere Rahmenbedingungen infolge der europäischen Schuldenkrise. Rückblick: Gegen Ende des Jahres schien eine Entspannung der Situation einzutreten, nachdem der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) Mario Draghi im September 2012 angekündigt hatte, notfalls "unbegrenzt" Staatsanleihen der Krisenländer aufzukaufen. Diese Maßnahme stand am vorläufigen Ende eines Prozesses, in dem die EZB seit Ausbrechen der Schuldenkrise versucht hat, die Situation vor allem mit 2 Maßnahmen zu beruhigen: Nachdem das traditionell wichtigste geldpolitische Instrument der Leitzinssenkung nahezu ausgeschöpft war, kauften die Notenbanken im großen Stil Staatspapiere und versorgten Geschäftsbanken nahezu zinslos mit Krediten. Auch weil sich die Geschäftsbanken im Euroraum ihrerseits mit der Kreditvergabe sehr zurückhalten, schlagen sich diese Maßnahmen bisher nicht so nieder, wie es grundsätzlich zu erwarten wäre - in deutlich steigenden Inflationsraten.
Als Folge dieser extremen Geldausweitung hat die EZB jedoch, ebenso wie ihre amerikanischen und japanischen Pendants, ihre Bilanzsumme vervielfacht allein von 2004 bis 2012 wuchs sie von 884 Milliarden auf 3.082 Milliarden an. Neben der Inflation bietet diese Entwicklung vielfältige weitere Risiken, von Spekulationsblasen an den Märkten bis zu einem möglichen "Währungskrieg" der Zentralbanken, in dem mit systematischer Abwertung die Wettbewerbsfähigkeit der jeweils eigenen Exportwirtschaft gestützt würde. Die gewaltigen Geldmengen wieder geordnet von den Märkten zu nehmen, bleibt daher eine der Hauptaufgaben der Zentralbanken und ist mittelfristig eine Voraussetzung für die weiterhin positive Wirtschaftsentwicklung in Deutschland.
Leicht verbesserte Perspektiven
Die kurzfristigen Perspektiven der deutschen Wirtschaft haben sich unterdessen leicht verbessert. Ein Anzeichen dafür ist der zum dritten Mal in Folge gestiegene ifo-Geschäftsklimaindex. Während die aktuelle Lage insgesamt leicht positiver gesehen wird, stieg der Teilindex für die Erwartungen der kommenden 6 Monate ebenso stärker an wie das Geschäftsklima im Bauhauptgewerbe. Die Bundesregierung veröffentlichte im Januar zwar eine abgesenkte Wachstumsprognose von plus 0,4 % für das Jahr 2013, erwartet für den Jahresverlauf jedoch eine leicht anziehende Konjunktur und für 2014 ein Wachstum auf ein Plus von 1,6 %. Als Gründe nannte Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler den stabilen Arbeitsmarkt, steigende Einkommen und eine moderate Preisentwicklung.
Auch die für das Dachdeckerhandwerk günstigen Faktoren der Vorjahre blieben auch 2012 weitgehend erhalten dazu gehört zum Beispiel das anhaltende Comeback des Neubaus. Die Zahl der Baugenehmigungen stieg in den ersten 9 Monaten 2012 um 6,2 % auf 178.00 Einheiten.
Malte von Lüttichau
Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in der DDH Ausgabe 04.2013.