Vor 60 Jahren gründete sich die IFD. Bei der Jubiläumsfeier blickten Teilnehmer aus 16 Nationen zurück auf die Entwicklung der Föderation von der losen Arbeitsgemeinschaft zur internationalen Berufsorganisation.
Für ihren 60. Geburtstag war die IFD (Internationale Föderation des Dachdeckerhandwerks) zurück an den Ursprung gekehrt im September 1952 hatten Vertreter der Dachdeckerorganisationen Österreichs, der Schweiz, Luxemburgs und Deutschlands beschlossen, sich in einem übernationalen Verbund zu organisieren, zunächst als Internationale Union des Dachdeckerhandwerks (IUD). 60 Jahre später begrüßte IFD-Präsident Piet Jacobs im Münchener Botanikum Gäste aus 16 Nationen, um in feierlicher Atmosphäre auf die gemeinsame Geschichte der Interessenvertretung zurückzublicken. Jacobs verwies auf die Eckpfeiler dieser Zusammenarbeit Informationsaustausch, Normenarbeit, Unterstützung der Forschung und die Durchführung von Kongressen, um die Bedeutung gemeinsamer technischer Standards voranzutreiben. Die Auszeichnung besonderer Leistungen gehört ebenfalls zum Programm der Organisation, bekanntermaßen für junge Dachdecker in der populären "Dachdecker-WM", jüngst auch in der Auszeichnung gelungener Handwerksprojekte mit dem "Preis der IFD".
Ohne Kenntnis kein Können
Jacobs hob in seiner Ansprache die Bedeutung moderner Kommunikationsmittel hervor. Mit ihrer Hilfe könne die IFD ihre Rolle als zentrale internationale Kommunikationsplattform des Dachdeckerhandwerks weiter ausbauen. "Ohne Kenntnis kein Können", zitierte der IFD-Präsident ein holländisches Sprichwort. Kenntnisse zu erwerben, auszutauschen, Qualität zu sichern und ein internationales Band zwischen Dachdeckern zu bilden, seien bis heute die zentralen Leistungen der IFD. Die Perspektive der Herstellerindustrie vertrat Dr. Sebastian Dresse, Deutschland-Chef von Velux. Als Vertreter eines international agierenden Unternehmens fasste Dresse die zentralen Herausforderungen und Möglichkeiten für den Dachmarkt zusammen. Der Blick auf 50 Jahre Renovierungsmarkt in Deutschland zeigte dabei deutlich, wie ausgeprägt sich der Schwerpunkt vom Neubau zur Sanierung bewegt hat. Geschäfte würden dadurch "kleinteiliger und komplizierter", zudem technisch anspruchsvoller. Der Verkauf, so Dresses Schlussfolgerung, werde dadurch für Dachdecker immer wichtiger, nicht zuletzt weil die Kundenkompetenz im Internetzeitalter deutlich gestiegen sei. Die dort entstandenen Möglichkeiten Apps der Industrie, iPads als kundenfreundliche Hardware beschrieb Dresse für Dachdeckerunternehmer als Schlüssel für "hochwertigen Verkauf und professionelle Eigendarstellung". IFD-Direktor Detlef Stauch nahm anschließend die Ehrungen vor. Stellvertretend erhielten die Präsidenten für ihre Mitgliedsverbände Österreich, Schweiz, Luxemburg und Deutschland eine Ehrenurkunde für die 60-jährige Mitgliedschaft, der britische Verband wurde für seine 50-jährige Beteiligung ausgezeichnet. Der Abend, geprägt von freundschaftlichem Austausch, endete bei Musik und Abendessen in entspannter Atmosphäre. Bereits im November wird es ein Wiedersehen geben, beim 60. IFD-Kongress und der Weltmeisterschaft junger Dachdecker in Luzern.
Malte von Lüttichau