News 2010-04-26T00:00:00Z ADAC der Dachdecker

(24.03.2009) Gedächtnistraining und das Dauerthema Reet prägten den Verbandstag der mecklenburgischen Dachdecker. Die weiteren Themen: Die Rostocker Architektur und die aktuelle Bausituation in Land - wir fassen die Inhalte zusammen.

In strahlendem Sonnenschein präsentierte sich die Stadt der Tore, Türme und Treppen zum 10. Landesverbandstag des Dachdeckerhandwerks Mecklenburg -Vorpommern. Am Freitagabend trafen sich bereits einige Mitglieder zum gemütlichen Gedankenaustausch im Radisson Hotel, hier stellte sich auch der neue Geschäftführer Kay-Uwe Teetz vor. Teetz begrüßte am Samstag morgen - gemeinsam mit Landesinnungsmeister Heinz Luks - die rund achtzig Gäste der Hauptversammlung, unter anderem Sachsens Landesinnungsmeister Christof Brosius, seinen Kollegen aus Schleswig-Holstein Manfred Arp mit Hauptgeschäftsführer Uwe Klehn und ZVDH-Präsident Karl-Heinz Schneider.

Nachwuchsprobleme in der Region

Vorwiegend kritische Worte fand Heinz Luks in seiner Begrüßungsrede. Die Herausforderungen der norddeutschen Dachdecker sind immens: Die Lehrlingszahlen nehmen ab, es fehlt ein engagiertem Nachwuchs im Verband und die Wirtschaftskrise tut das Übrige, die Situation für die Dachdecker zu verschärfen. Um die Schlagkraft und Effizienz der Dachdecker vor Ort zu stärken, sei eine Verschlankung der Organisationen notwendig: "Wir haben in Mecklenburg-Vorpommern rund 2000 Betriebe, die von 2 Handwerkskammern und 11 Kreishandwerkerschaften betreut werden. Wenn wir uns weiterhin diese Organisation leisten wollen, dann kann ich aufhören für eine effiziente Organisationsstruktur zu kämpfen. Wir müssen als Berufsorganisation unbedingt attraktiver für alle Dachdecker und die Verbraucher werden eine Art ADAC der Dachdecker. Die EnEV hilft uns zurzeit weiter und ist unser Verbündeter", so Luks. Er ist sich sicher, dass dieses Ziel der noch besseren Arbeit des Verbands in M-V erreicht wird.

Der Landesinnungsmeister betonte die gute Zusammenarbeit mit dem Berufsbildungsverein des Dachdeckerhandwerks Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein (BBV) in Lübeck. Manfred Arp ergänzte die Ausführungen mit dem Hinweis auf ein geplantes Multifunktionszentrum, das voraussichtlich im Winter 2009 fertiggestellt wird. Hier wird künftig auch der schleswig-holsteinische Dachtag stattfinden, der seine erfolgreiche Premiere im Februar 2009 feierte. Ein Meistertag in Mecklenburg-Vorpommern ist im September in Rostock im Rahmen der Landesbaumesse RoBau geplant.

Große Solidarität mit den Reedeckern

Ein Dauerthema bleibt die Reetdachproblematik für die norddeutschen Dachdecker. Konrad Engemann, Obermeister der Reetdachdecker-Innung, berichtete von der aktuellen Situation und richtete einen engagierten Appell an die Landesregierung, sich hier zu engagieren. Staatssekretär Sebastian Schröder versprach sich für das Thema einzusetzen.

ZVDH-Präsident Karl-Heinz Schneider gab in seinem Grußworte einen Überblick über die "Zukunftschancen des Dachdeckerhandwerks" und relativierte die pessimistische Sicht von Heinz Luks etwas: "Wir sind in Deutschland 11500 Dachdecker, davon sind rund 7500 organisiert. Das ist eine positive Zahl, die jedoch noch verbesserungswürdig ist".

Zum Thema Tarif sagte Schneider: "Zurzeit wird der Mindestlohn von 10.40 Euro überprüft. Das Entsendegesetz muss beibehalten werden. Allerdings ist hier das Gefälle zwischen Ost und West sehr groß. Irgendwann einmal wird der Mindestlohn für den gesamten Bau kommen, doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg", prognostizierte Schneider.

Staatssekretär Sebastian Schröder sprach Grußworte im Namen der Landesregierung und gab einen Überblick über die Bausituation in Mecklenburg-Vorpommern: "Die Konjunkturpakete und das Programm des Landes sollen und werden dem Land Impulse geben. Uns war es wichtig, dass die Maßnahmen direkt bei der Bauwirtschaft ankommen", sagte Schröder.

Gedächtnistrainer Jürgen Petersen hielt anschließend einen lebhaften Vortrag über die Möglichkeiten, sich mit unkonventionellen Methoden Dinge zu merken und sein Gedächtnis zu trainieren. Architekt Christoph Weinhold gab einen detallierten Überblick über die Rostocker Architektur von 1970 bis zur Gegenwart. Der Landesverbandstag ging mit dem Festabend und der Band "Back to music" zu Ende.

Einen ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 08.

Johannes Messer

zuletzt editiert am 14. Januar 2021
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