In vier Fahrberichten zeigen wir aktuelle Möglichkeiten bei Baustellenfahrzeugen: Fiat vergrößert den Frachtraum, Ford präsentiert einen neuen Transporter, Nissan setzt auf den agilen Frontantrieb und Mercedes ist bereits Euro VI tauglich.
Der Sommer brachte endlich gutes Wetter für Dachdeckerbetriebe, wir stellen 4 typische Dienstleister für den Baustellenalltag vor: Der Fiat erreicht mit dem Hochdach-Doblò in Langversion die 5 m³-Marke im Frachtraum, Transit Custom heißt der neue leichte Transporter bei Ford, der Nissan-Transporter NV400 zeigt mit Frontantrieb ein agiles Fahrverhalten und der Mercedes Sprinter ist bereits für die Schadstoffgrenze Euro VI gerüstet.
Fiat Doblò Cargo Maxi XL: verlängertes Hochdach
Der Doblò Cargo hat klein angefangen: Mit kurzem Radstand bringt es der Lieferwagen in seiner Ausgangsvariante auf ein Ladevolumen von 3,4 m³ (mit Hochdach: 4 m³). Als verlängerter Kastenwagen erreicht der „Cargo Maxi“ mit Normaldach 4,2 m³. Auch hier noch ein Hochdach anzubieten und damit die 5 m³ zu erreichen, wollte Fiat jahrelang nicht. Schließlich macht der Kompakt-Lieferwagen Scudo dieses Angebot – allerdings mit einer Nutzlast, die mehr als eine Tonne betragen kann. Seit dem Modelljahr 2013 hat Fiat die Strategie geändert: Der Doblò Cargo Maxi XL trägt das verlängerte Hochdach, kann 925 kg zuladen und nimmt sogar 5,4 m³ an Bord, wenn die Option mit Variotrennwand und umgeklapptem Beifahrersitz gewählt wird. Mit diesem leichten Nutzfahrzeug hat Fiat (nach der Pritschen-Version) mittlerweile die fünfte Doblò-Karosserie im Programm und bietet Top-Werte für die Lieferwagenklasse. Das Hochdach ermöglicht eine Ladehöhe von 1550 mm und die verbleibende Breite zwischen den Radkästen beträgt 1230 mm. Der Frachtraum zwischen Trennwand und Flügeltüren erreicht 2170 mm. Langgut bis 3400 mm lässt sich dank Variotrennwand im Innern deponieren oder kann durch die geöffnete rechte Hecktür darüber hinausreichen – den breiteren linken Flügel kann man dafür wie gewohnt schließen.
Vier Motoren zur Wahl
Für den Großraum-Doblò stehen vier Motoren zur Wahl. Bereits der 1.6 Multijet mit 74 kW/100 PS erwies sich am Testtag als durchzugsstarker und kultivierter Diesel, der keine Wünsche offen lässt. Er ist mit einem Drittel-Mix von 6 Liter/100 km angegeben (CO2: 158 g/km). Doch könnte man diesen Motor auch (statt 6-Gang-Handschalter) mit einem automatisierten Getriebe und einer reduzierten Leistung von 66 kW/90 PS bekommen. Der Schriftzug „Power“ im Kühlergrill kennzeichnet den Top-Diesel: Der 2.0 Multijet 16V mit 99 kW/135 PS und einem maximalen Drehmoment von 320 Nm bringt so viel italienisches Temperament ins Nutzfahrzeug, dass auch dem voll ausgelasteten Zweieinhalbtonner nicht die Leistung ausgeht. Es gibt auch einen Turbo-Benziner: Der 1.4 T-Jet 120 bringt es auf 88 kW/120 PS (CO2: 179 g/km) und zeigt damit die gleiche Leistung, die es bereits mit dem Erdgas-Turbo gibt. Doch dieser „Natural Power“ wird für den größten Doblò leider nicht angeboten.
Kabine wie im Pkw ausgestattet
Im Cockpit des Maxi XL ergibt sich ein vertrautes Bild: Das Interieur in den Ausstattungsvarianten Basis sowie SX unterscheidet sich nicht von den anderen Cargo-Ausführungen und erreicht Pkw-Niveau. Die Ablagen sind zahlreich und bieten im groß dimensionierten Dachbereich über der Frontscheibe weiteren Stauraum. Wendigkeit und Agilität gehen auch beim langen Radstand noch in Ordnung, obwohl der Wendekreis (statt 11,2) jetzt 12,5 Meter beträgt. Neben dem Kastenwagen ist der Cargo Maxi XL auch als fünfsitziger Kombi (mit reduziertem Motorenangebot) lieferbar. Die Preise ohne Mehrwertsteuer beginnen für den Diesel bei 17 650 Euro (Kastenwagen) und 19 300 Euro (Kombi).
Thomas Dietrich
Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH19/2013 .