Hier finden Sie die wichtigsten Fakten der großen Hersteller der Branche.
Wolfin wird 50
Unter diesem Motto präsentierten Wolfin-Chef Günther Reese, Markus Brando und Gerd Hecker Zahlen und Details aus dem Flachdachmarkt.
Der Markt der Kunststoffbahnen stieg in Deutschland um rund 15%, die Dachdecker sind ebenfalls gut ausgelastet. "Als Wolfin haben wir uns erfolgreich von Henkel gelöst und befinden uns auf Wachstumskurs im Icopal-Konzern. Weiterhin ist uns der Flachdach-Unternehmerbeirat wichtig, hier sind wir in engem Dialog mit den Dachdeckern", so Reese. "Wolfin wird international wachsen, Expansion ist unser Ziel". "Wir wollen auch in unserem Jubiläumsjahr 2012 weiter wachsen", so Export Manager Markus Brando. Dass Wolfin nicht nur Flachdächer produziert, erläuterte Gerd Hecker anhand der Verbundsysteme in der Hochwertbauwerksabdichtung, zum Beispiel "Sicheres Abdichten von Auffangwannen, auch Abdichtungen bei Großküchen, wie zum Beispiel im Hard Rock Cafe in Hamburg, ist mit unseren Systemen möglich", betonte Hecker. Und für die professionelle Dachentwässerung und -lüftung stellte er die neuen Systemteile aus Edelstahl vor. Ihre werkseitig integrierten Bahnenflansche sichern einen materialidentischen und homogenen Anschluss zum Wolfin Dach- und -Dichtungsbahnen-System, die perfekte Verbindung zwischen Hochwertabdichtung und Hochwert-Systemteilen aus Edelstahl.
Komplett oberhalb der Sparren
Wienerberger erweitert für seine Handwerkspartner erneut sein Produktportfolio: Die drei Aufsparrendämmungen KoraTherm Eco, Comfort und Max ermöglichen zukünftig komplette Dachlösungen oberhalb des Sparrens. Das kündigte das Unternehmen am Vorabend der DACH+HOLZ International bekannt. Die neuen Dämmsysteme sind vor allem für EnEV-konforme Sanierungen oberhalb bereits bewohnter Dachräume konzipiert. Die PUR-Dämmelemente mit den Einbaumaßen 2380 x 1000 mm besitzen ein umlaufendes Nut-Feder-System und sind mit zweiseitig überlappenden Unterdeckbahnen kaschiert. Die Unterdeckbahnen werden im Zuge der Montage über der waagerechten Lagerfuge und der senkrechten Stoßfuge mit integrierten, beidseitig klebenden Selbstklebestreifen winddicht verbunden. Damit erfüllen allein die Dämmelemente die drei wichtigen Funktionen in der Dachsanierung: Dämmung, Schalung und die Unterspannung als zweite wasserführende Ebene.
Mehr Glas, weniger Rahmen
Auf der DACH+HOLZ in Stuttgart präsentiert Velux erstmals seine neue Fenster-Generation für mehr Tageslicht, eine weiterentwickelte Energiebilanz und einen komfortableren Einbau unter dem Dach. Neben zahlreichen neuen Ausstattungsmerkmalen und einem veränderten Design zeichnet sich die Fenstergeneration durch eine um bis zu zehn Prozent vergrößerte Glasfläche aus. Diese und sorgt für erhöhte Lichterträge und solare Wärmegewinne. Trotz schmalerer Rahmenprofile des Fensterflügels wurden durch die neu entwickelte ThermoTechnologyTM darüber hinaus die Wärmedämmeigenschaften deutlich verbessert. Beides führt im Zusammenspiel zu einer hervorragenden Energiebilanz. Den problemlosen Austausch alter Fenster gegen die neuen Modelle gewährleisten die seit 1990 unveränderten Außenabmessungen. Ein weiteres Plus speziell für Dachhandwerker: Vormontierte Außenbleche mit praktischer Klick-Funktion, neue Universal-Einbauwinkel und ein effektives Verpackungskonzept sorgen ab sofort für einen noch leichteren und schnelleren Einbau.
Solar aus Sachsen
Gegen den Trend setzt Solarwatt aus Dresden weiter auf die Sonnenkraft. Das Unternehmen zeigte in Halle 7 sein neues Solarsystem Easy-In System, dass sich nach eigenen Angaben für viele unterschiedliche Dachtypen und Neigungswinkel von 22 bis 65 Grad eignet. Das PV-System wurde in Zusammenarbeit mit dem sächsischem Dachdeckerhandwerk entwickelt und entspricht den Richtlinien des ZVDH. Thomas Schulze und Christian Schwierz vom Betrieb des sächsischen Landesinnungsmeister Christoph Brosius bauten die Module ein. Für die Befestigung der Module am Holzunterbau ist kein zusätzliches Montagesystem erforderlich. Diese Funktion übernimmt der Modulrahmen, der mit Sogsicherungen an der Dachlattung verschraubt wird. Aufgrund des minimalen Material- und Werkzeugeinsatzes lässt sich die Installationszeit halbieren. Die integrierte Hinterlüftung verbessert die Effizienz und erhöht somit die Stromausbeute. Das Solarwatt Easy-In System erfüllt nach eigene Angaben alle technischen Normen für Brandschutz, Regendichtheit sowie die Einwirkung von Wind, Schneelasten und Hagel. Solarwatt produziert seine Module in Deutschland.
Mit drei neuen Produkten
Isover stellte auf seiner Pressekonferenz am zweiten Messetag drei Produktneuheiten in den Mittelpunkt. Michael Wiessner, Vorstand Vertrieb und Marketing, stellte die Aufsparren-Sanierungsplatten Ultimate Integra AP Supra-032 und AP SupraPlus-032 vor. Sie sollen eine erhöhte Dämmleistung bei vergleichsweise niedrigem Gewicht liefern und die Handhabung bei hohen Dachneigungen erleichtern. Arbeitszeitersparnis und eine höhere Präzision im Zuschnitt von Mineralwolle soll das Profi-Zuschneidesystem Integra FastCut bieten, dass das Unternehmen gemeinsam mit Philipp Stich, Bronzemedaillengewinner der Worldskills 2011, präsentierte.
Ultimate Integra AP Supra-032 ist eine leichte Platte, die zusätzlich zur Zwischensparren-Dämmung direkt auf den Sparren befestigt wird und eine beidseitige Komfort-Vlies-Kaschierung besitzt. Als wasserführende Ebene kann dazu eine geeignete Unterdeckbahn frei kombiniert werden. In Kombination mit Kunststoff oder Bitumenbahnen und einer einbindenden Konterlattung kann auch ein wasserdichtes Unterdach besser als Klasse 3 nach ZVDH erzeugt werden.
Als zweites Produkt aus der Ultimate-Linie wurde Integra AP SupraPlus-032 vorgestellt. Die Dämmplatte, die eine Unterdeckbahn sowie ober- und unterseitig und rundum laufende Klebebänder für eine 3-in-1-Lösung für die Aufsparren-Dämmung ohne Schalung mitbringt, ist mit beidseitigem Komfort-Vlies ausgestattet. Die Klimamembran Vario KM Duplex UV von ISOVER wurde in neuem Maß präsentiert: Die Breite von drei Metern soll die nahtlose Verlegung großer Flächen erleichtern. Die Klimamembran wird mittig gefaltet auf der 1,5 Meter- Rolle geliefert und während der Montage auf ihre volle Breite ausgelegt.
Abdichten und dämmen
Soprema zeigte in Halle 7 seine Abdichtungssysteme und demonstrierte auf der Messe die Flüssigabdichtung Alsan Flashing. Anwendungstechniker Andreas König zeigte, wie leicht das Produkt zu verarbeiten ist. Das Produkt ist eine einkomponentige Bitumen-PU-Harz-Beschichtung. Das Material hält großen mechanischen Belastungen stand und ist auch auf thermomechanisch besonders beanspruchten Flächen die geeignete Abdichtung.
Der Trend zu Systemlösungen macht sich auch bei Soprema bemerkbar. So steigt der Hersteller in den Dämmstoffbereich ein. Seit 2010 hat die Gruppe mit dem französischen Dämmstoffhersteller Efisol ein weiteres Familienmitglied. Soprema ist durch diesen Ausbau des eigenen Produktsortiments einen Schritt zum Komplettanbieter für Dachaufbauten geworden. Neu im Sortiment ist die Sopratherm Ausgleichschüttung, zum Ausgleichen von Unebenheiten und Mulden, zum Anformen von Keilen, zur Verbesserung der Flächenentwässerung und als Gefälleschüttung geeignet. Das Produkt ist ohne Anmischen sofort einsatzbereit und kann direkt aus dem Sack heraus verarbeitet werden. In den Solar Bereich wird Soprema in Deutschland weiterhin nicht einsteigen. Geschäftsführer Winfried Traub: "Unsere Kompetenz ist die Abdichtung, Dämmstoffe unsere Perspektive. Unser Vorteil ist, dass wir unsere Systeme auch selber prüfen können".
Mit Protegon in die Zukunft
Zu ihrem traditionellen Pressestammtisch lud Braas am ersten Messetag ein und informierte über Protegon, die Aktiv Dachsteine der Zukunft. Dr. Rudolf Rauss, Vorsitzender der Monier Braas GmbH erläuterte die Geschäftszahlen. "Der Umsatz im Wohnungsbau konnte im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 20 Prozent verzeichnen. Die Prognose für die Entwicklung des Dachpfannenmarkts stimmt uns optimistisch, wir gehen davon aus, dass der Markt 2012 wertmäßig um 6 Prozent wachsen wird", sagte Rauss.
Der Dachstein Protegon bietet, nach Herstellerangaben, folgende Vorteile: optimaler Witterungsschutz, besserer Schutz vor Ablagerungen und eine Verbesserung des Wohnklimas durch die in die Oberfläche eingearbeiteten Pigmente.
Der Gastvortrag blieb einem Ungarn vorbehalten. Sven Gabor Janszky (39) ist Redner, Zukunftstrainer und Leiter des 2b AHEAD ThinkTanks. Unterhaltsam nahm er die Gäste auf eine Zeitreise in die "Lebenswelten 2020" mit. Diese beschrieb Trendforscher Janszky anhand eines imaginären Tagesablaufs. "Identitätsmanagement heißt das Zauberwort der Zukunft. Das bietet in naher Zukunft auch Dachdeckern die Möglichkeit dem Kunden das Dach seiner Wahl zu gestalten", so der Forscher.
Sven Gabor Janszky ist regelmäßiger Autor und Interviewpartner zu Lebenswelten der Zukunft. Sein erstes Buch "2020 - So leben wir in der Zukunft" erschien im Oktober 2009.
Mit Wachstum und neuem Zubehör
Auf einem neu gestalteten Messestand in Halle 1 präsentierte sich die Creaton AG dem DACH+HOLZ-Publikum. Produktseitig standen dabei neue Produkte im Zubehörbereich im Mittelpunkt, als Unternehmen warteten die Bayern mit sehr guten Zahlen und vielen Maßnahmen im Servicebereich auf.
Vorstand Stephan Führling konnte auf erfreuliche Ergebnisse zurückblicken. In den ersten neun Monaten 2011 hat sich der Konzernumsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 162,8 Mio. Euro erhöht. Das Betriebsergebnis konnte sogar verdoppelt werden. Die exakten Zahlen bis Dezember 2011 liegen noch nicht vor, Führling geht für das Gesamtjahr aber von einer Umsatzerhöhung und einem kräftigen Ergebnisanstieg aus. Dabei handelt es sich vor allem um ein Wachstum im eigenen Land.
Führling zog anlässlich der Pressekonferenz auch eine Zwischenbilanz des auf drei Jahre angelegten Strategieprogramms "Creaton Trophy 2013". Ein Beispiel des Maßnahmenbündels: die Neustrukturierung und Verstärkung der einheitlichen Organisation entlang der gesamten Lieferkette (Supply Chain Organisation) verbunden mit der Prozessoptimierung von der Auftragserfassung bis zur Auslieferung. Weitere Schwerpunkte sind unter anderem die Organisation für integriertes Qualitäts- und Umweltmanagement sowie Arbeitssicherheit.
Zusätzlich investiert das Unternehmen rund 2 Millionen. Euro in den Standort Dorfen für eine neue Fertigungslinie des Modells "Ratio". Damit können die Liefermengen 2012 um rund 5 % erhöht werden. Das Unternehmen produzierte 2011 praktisch an allen Standorten unter Vollauslastung. Weitere Produktionskapazitäten werden im Etex-Gruppenverbund nach der Fertigstellung des neuen Werks in Polen 2013 zur Verfügung stehen.
Auf der Produktseite präsentierte das Unternehmen unter anderem Zubehörteile, die jetzt wo sinnvoll im Set ausgeliefert werden, um so eine schnellere Belieferung sowie Verarbeitung auf der Baustelle zu ermöglichen. Ein Beispiel: das "SIGNUM"-Adapter-Set, das die Komponenten für den Einbau der Dachdurchdringung beinhaltet, vom Schlauchanschluss über den Adapter für Dachdurchdringungen der Gebäudehülle bis zur Tondunstrohrhaube.
Photovoltaik fürs flache Dach
Ein neues, einfach zu verarbeitendes Photovoltaik-System für flache Dächer war ein Schwerpunkt der Bauder Präsentation auf der DACH+HOLZ. Solfixx wiegt nur knapp 13 Kilogramm und eignet sich für Neubau und Sanierung. Das durchdringungsfreie System besteht aus einer aufzuschweißenden Manschette, einer Halterung und einem Klicksystem für die PV-Elemente. Das Unternehmen Bauder ist vor zwei Jahren in den Photovoltaik-Markt eingestiegen und möchte das Dachdeckerhandwerk mit dem neuen System weiter motivieren, sich in diesem Feld Marktanteile zu sicher. Das Unternehmen gab außerdem ein Umsatzplus im Jahr 2011 von 22 Prozent bekannt. Kunstoffdichtungsbahnen, Bitumenbahnen, Dämmung, Gründachsysteme und Photovoltaik-Systeme gehören zum Produktportfolio des Stuttgarter Unternehmens.