Markt 2009-09-18T00:00:00Z Altbewährt und neuentwickelt

Als sich vor zehn Jahren der Generationswechsel beim Renault Master abzeichnete, konnte man eigentlich nur aufatmen. Der Vorgänger, ein antiquiert aussehendes, technisch überholtes Fahrzeug, wurde endlich abgelöst. Was danach kam, hatte das Zeug zum Trendsetter unter den Transportern.

Das Gesamtpaket bot ansprechendes Design, hohe Funktionalität und niedrige Geräusch-Emissionen. Die Franzosen taten gut daran, über Jahre hinweg äußerlich nur Nuancen zu verändern und allenfalls im Verborgenen Fahrwerk, Bremsen und Motoren auf der Höhe der Zeit zu halten. Der Erfolg gab ihnen Recht: Mit drei verschiedenen Dachhöhen und Fahrzeuglängen bringt es der Master dank guter Nachfrage mittlerweile auf weit über einhundert Varianten.

Über 100 Varianten

Die Kasten- und Kombi-Versionen bieten ein Ladevolumen von 8,0 bis 13,9 Kubikmetern. Die 3,5-Tonner bringen es als Kastenwagen auf eine Nutzlast von maximal 1616 Kilogramm.

Fuhren die ersten Master der aktuellen Generation noch mit Saug- und Direkteinspritzer-Diesel, so wirkt längst Euro4-konforme CommonRail-Technologie auf die Räder. Zum Test stand die Top-Motorisierung mit 107 kW/146 PS, die den 3,5-Tonner Kasten mit Hochdach H2 und mittlerem Radstand L2 mit einer ansprechenden Leistung versorgte. Allerdings galt es vom 6-Gang-Getriebe regen Gebrauch zu machen, da sich ein taugliches Drehmoment erst ab 2000 Umdrehungen entwickelte. Mehr als etwa 3300 Touren empfanden die Tester als unangenehm laut. Ob der Handwerksbetrieb auch mit einer schwächeren Motorenwahl (74 kW/100 PS oder 88 kW/120 PS) zurechtkommen könnte, wäre Anlass für entsprechende Probefahrten am besten mit mindestens halber Nutzlast. Hinter das Steuer klemmen muss sich dabei niemand: Selbst ein 190 Zentimeter langer Fahrer findet noch Platz vor der Trennwand.

Wunschliste für die Modellpflege

Dem mittleren Sitz realisierbar durch eine nicht verstellbare Doppelsitzbank mangelt es jedoch an Beinfreiheit die Joystick-Schaltung in der Instrumententafel beansprucht entsprechenden Raum. Auf der Wunschliste für eine weitere Modellpflege sammelten sich während des Tests einige Punkte: Die Weitwinkelsegmente in den Außenspiegeln sind nicht verstellbar, die Leselampe ist nicht blendfrei, dem abgenommenen Tankdeckel fehlt eine Halterung, die geöffnete Schiebetür rastet nicht sicher ein und die Funkfernbedienung entriegelt Türen nicht zentral, sondern für vorne und hinten getrennt für Handwerker häufig ein Handikap.

Der Frachtraum mit Hochdach bietet eine Stehhöhe von 190 Zentimetern (Maxi-Dach L3: 2,14 Meter), auf dem Frachtraumboden lässt sich Langgut von etwa 3,2 Metern verstauen. Die Wände werden standardmäßig recht spärlich, nur in den unteren Bereichen und dann auch nur partiell geschützt. Es lässt sich dafür aber eine vollflächige Sperrholz-Auskleidung (Aufpreis circa 1000 Euro) ordern, wie der Testwagen demonstrierte leider mangelte es an integrierten Verzurrleisten. Weitere wichtige Sonderausstattungen wie Hecktüren mit Öffnungswinkel 270 Grad, elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP) oder Luftfederung sind bestellbar. Der Einstiegspreis für den Master als 3,5-Tonner L2H2 mit stärkstem Diesel beträgt 27 000 Euro (Preis ohne Mehrwertsteuer).

zuletzt editiert am 24. Februar 2021
Newsletter