Steildach 2013-07-10T00:00:00Z Alte Tradition neu entdecken

Bereits bei der Ornamentvorlage beginnt die Ideenschmiede des Dachdeckers. Er muss die passende Vorlage wählen, die passenden Schieferplatten- oder Steine finden und dem Schieferbild mithilfe von farbigen Steinen Leben einhauchen. Wie das konkret funktioniert, lesen Sie im Beitrag und zu gewinnen gibt es auch noch etwas.



Geeignete Ornamentvorlage


Vorlage in Originalgröße bringen





Grundsätzlich gelten für Ornamente – egal wie groß – immer die gleichen Herangehensweisen. Im Vorfeld sollte allerdings mit dem Auftraggeber geklärt sein, ob es sich um eine Sonderkonstruktion handelt, oder nach den Fachregeln des Deutschen Dachdeckerhandwerks gearbeitet wird. Vereinbart man die Erstellung des Ornaments als Sonderkonstruktion, so ist dies schriftlich zu fixieren. Hat der Bauherr eine konkrete Vorstellung von „seinem Fassadenbild“ gilt es eine Planungsskizze zu erstellen. Andernfalls muss der Dachhandwerker kreativ sein und Ideen entwickeln und diese beim Planungsgespräch mit einbringen. Hier beginnt die Ideenschmiede des Dachdeckers. Ein Kunde hat eine Vorstellung, der Dachdecker aber nicht die richtige Vorlage. Dies ist das größte Problem, mit dem wir uns auseinandersetzen müssen, wenn es um Schieferornamente geht. Als Ornamentvorlagen eignen sich sehr einfach gehaltenen Bildvorlagen: Für das Dachdeckerhandwerkszeichen oder das Handwerkszeichen können die Embleme aus einer Zeitung oder von einem Briefkopf genommen werden, für andere Embleme, eignen sich oft Symbolvorlagen oder selbst hergestellte Zeichnungen. Diese erste Vorlage bringt man auf ein weißes DIN A4 Blatt (Tipp: durchzeichnen auf einer Glasplatte). Um die Vorlage auf eine Originalgröße zu bekommen, gibt es viele verschiedene Vorgehensweisen. Einige Beispiele: Man kann die Vorlage auf einem Kopiergerät bis zum gewünschten Format vergrößern. Die meisten Kopiergeräte stellen nur A4 (210 mm × 297 mm ) oder A3 (297 mm × 420 mm) Formate her, sodass man das Original nur in Teilblättern erhält, die zusammengefügt werden müssen. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Ornamentvorlage auf eine Folie zu kopieren und mit Hilfe eines Tageslichtprojektors auf eine Wand zu projizieren, an der ein großes Papier angebracht ist. Nun kann man problemlos die Umrisslinien auf dem Papier nachziehen. Die Größe lässt sich durch den Abstand des Tageslichtprojektors verändern. Eine gleichwertige Möglichkeit erfüllt ein Diaprojektor. Für die erste Ornamentvorlage in Originalgröße reichen die Umrisslinien vollständig aus. Auch die heutige digitale Bildtechnik bietet dem Dachhandwerker Möglichkeiten. Mit Hilfe einer Digitalkamera können Objekte oder Bilder aufgenommen werden und an einem Computer mit Bildbearbeitung überarbeitet werden. Diese Entwürfe können mit dem Drucker auf Folien gedruckt werden oder mit einem Bildübertragungsgerät auf eine Wand projiziert werden. Allerdings ist beim Fotografieren darauf zu achten, dass der Winkel zum Objekt nicht die Darstellung verzerrt. Zusätzlich sind die Rechte solcher Ornamente und Fotos, insbesondere das Urheberrecht zu beachten.

Plattenaufteilung der Originalvorlage
Der nächste Schritt ist eine sinnvolle Plattenaufteilung für das zu erstellende Ornament, damit es in der Fassade an Ausdrucksstärke gewinnt. Dabei ist es natürlich auch sehr wichtig, dass man überlegt, wie viele Platten an einem bestimmten Punkt zusammenlaufen, und von welcher Seite sie überdeckt werden müssen, damit die Regensicherheit gewährleistet ist. Zusätzlich ist darauf zu achten, dass genügend Platz vorhanden ist, um die einzelnen Elemente sicher zu befestigen, ohne das einzelne Platten sperren. In die farbige Ornamentvorlage werden nun die einzelnen Überdeckungslinien eingetragen. Steht das grobe Konzept, ist es sinnvoll, hiervon eine Mustervorlage anzufertigen, die für evtl. weitere Aufträge zu verwenden ist. Nun können anhand der Vorlage die Originalmuster aus Naturschiefer, Pappe, Sperrholz oder Papier erstellt werden. Die ausgeschnittenen Originalmuster legt man dann auf die Originalornamentvorlage. Hierbei ist es hilfreich, die einzelnen Elemente zuerst nur grob auszuschneiden und aufeinanderzulegen, um Überdeckungen genau miteinander abstimmen zu können. Im nächsten Schritt wird dem Anwender schnell transparent, ob die vorher erstellte Plattenaufteilung der Ornamentvorlage sinnvoll ist, oder ob noch Korrekturen notwendig werden. Tipp: Es empfiehlt sich, eine dicke Pappe (3–4 mm) zu nehmen, um eventuelle Lageprobleme wie beim Schiefer sichtbar zu machen.

Titus Recker, Michael Zenk

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe DDH 14.2013.


zuletzt editiert am 11. Dezember 2020
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