Ruven Rotzinger setzte sich gegen 10 Konkurrenten durch. Der Landessieger aus Baden-Württemberg erreichte Platz eins beim Bundesentscheid im Leistungswettbewerb des deutschen Handwerks 2011 an der Dachdeckerschule in Eslohe.
Am 14. und 15. November 2011 fand der Bundesentscheid im Dachdeckerhandwerk in Eslohe statt. Insgesamt nahmen 11 Landessieger, davon 2 Frauen teil. Aus 3 Bundesländern konnten keine Landessieger ermittelt, 2 weitere Landessieger sind aus persönlichen Gründen nicht angetreten. Mit 167 von 200 möglichen Punkten belegte Ruven Rotzinger Platz eins. Der 19-jährige aus Todtnau absolvierte seine Ausbildung bei Winfried Rotzinger aus Todtnau. Derzeit nimmt er an dem Weiterbildungslehrgang zur Meisterprüfung am Bundesbildungszentrum des deutschen Dachdeckerhandwerks in Mayen teil. Platz 2 belegte Attila Kayabasi aus Osnabrück, Landessieger aus Niedersachsen mit 163,4 Punkten. Beide nehmen mit dem erst- und zweitplatzierten Bundessieger aus 2010 an der IFD-Weltmeisterschaft in Luzern/Schweiz 2012 teil.
Gut Holz
Die diesjährige Hauptarbeitsprobe bestand aus einer eingebundenen Hauptkehle, wahlweise in Schiefer, Biberschwanzziegel oder Ähnliches. Rotzinger deckte eine eingebundene Kehle, Dachflächendeckung 3-lagig, Kehldeckung 4-lagig mit einer Ort- und einer Gratkante in Schindeln aus Zedernholz ein. Für einen Bundesentscheid eine eher seltene Ausführung. Die einzelnen Schindeln waren dabei unterschiedlich breit. Eine zusätzliche Herausforderung entstand dadurch beim Flächenverband. Die Gegenarbeitsprobe war ebenfalls in Schiefer (Walmfläche in Altdeutscher Schieferdeckung mit Sicherheitsdachhaken) oder Biberschwanzziegeln (untergelegte Kehle mit Titanzinkblech und Biberschwanzziegel Format 18/38 cm) auszuführen. Die einheitliche Arbeitsprobe für alle fand am zweiten Tag statt. Details aus der Abdichtung wurden gefordert. Eine Innen- und eine Außenecke als Wandanschluss mit PVC und Formteilen musste innerhalb von rund 2 Stunden erstellt werden. Diese war für alle eine große Herausforderung und wie zum Abschluss zu hören, wohl eine wichtige Entscheidung für das Endergebnis, so der Vorsitzende der Kommission, Manfred Arp. Mit Quellschweißmittel oder Heißluftföhn konnten die Nahtverbindungen erstellt werden.
Vielfalt im Handwerk
Zum Abschluss des Leistungswettbewerbes fand in einer feierlichen Stunde die Siegerehrung statt. ZVDH-Vizepräsident Fred Schneider beglückwünschte die Teilnehmer zu ihrer hervorragenden Leistung: "Diese unter Anspannung und Zeitdruck erbrachte Leistung bleibt ihnen als Erfahrung für die Zukunft erhalten." Ebenfalls honorierte er die Bereitschaft zum Wettbewerb. Manfred Arp ehrte anschließende die Teilnehmer und Teilnehmerinnen. Beim diesjährigen Wettbewerb zeigte sich wieder ein hohes Niveau der Ausführungsqualität. Auch habe sich eine Materialvielfalt im Dachdeckerhandwerk bestätigt. Besonders bei der Hauptarbeitsprobe sei dies festgestellt worden. Nach den Anspannungen der 2 Tage feierten die Beteiligten mit ihren Angehörigen bei einem gemütlichen Mittagessen den Abschluss des Bundesentscheides.
Alexander Karbach