Geplant war ein Ziegeldach mit integrierter Photovoltaik-Anlage. Ausgeführt wurde ein Dach aus Stahltrapez-Profilen mit aufgesetzter Anlage. Lesen Sie, wie der Dachdecker Bauherrin und Planer überzeugte und sich den Auftrag sicherte.
Am südlichen Rand des Wiehengebirges in Ostwestfalen liegt die Gemeinde Hüllhorst, dessen Ortsbild von bürgerlichen Häusern geprägt wird. Die Dächer sind überwiegend mit Ziegel gedeckt; nicht überraschend, denn die Kommune ist Standort eines traditionellen Dachziegelherstellers. Und so sollte auch der Neubau eines Mehrfamilien-Wohnhauses ein Ziegeldach mit integrierter Photovoltaik-Anlage (PV-Anlage) erhalten – doch es kam anders. Die Planung sah ein mit 15 Grad recht flach geneigtes Pultdach vor. Durch die Höhe des Daches (Traufe: ~ 6,5 m, Pultfirst: ~ 10,0 m) ist dieses von allen Seiten kaum einsehbar. Außerdem bedecken die Solarmodule fast die gesamte Dachfläche (circa 260 m²), sodass selbst bei der Verwendung von Dachziegeln diese hätten nicht eingesehen werden können. Dachdeckermeister Dieter Ahrens aus Bückeburg empfahl die Ausführung einer Deckung aus Stahltrapez-Blechen, Profil 35/206, in 0,75 mm Dicke. Er hält diese Kombination nicht nur für ausgereift sondern langfristig auch für äußerst wartungsarm.
Der Dachaufbau im Detail
Oberhalb der Sparren wurden 15 mm dicke OSB-Platten verbaut, der Sparrenzwischenraum ist mit mineralischer Wärmedämmung gefüllt. Auf den OSB-Platten liegt eine Unterdeckbahn als Trennschicht zu den Trapezprofil-Blechen. Bleche und Dachkanten sind dunkelgrau beschichtet. Als erstes ist ein Gestellsystem zu installieren, dass zu den gewählten Solar-Modulen kompatibel ist. Dazu wurden auf den Profilblechen Alu-Profilschienen mit Stoßblechverbindern, 4,8 × 25 mm, einschließlich Dichtscheibe, Ø 16 mm, befestigt. Eine millimetergenaue Ausrichtung ist dabei wichtig, diese lässt sich mit Hilfe von Distanzlehren erreichen. Zur Abdichtung werden an jedem Befestigungspunkt zwischen Stahl-Profilblech und Alu-Profilschiene Butylband-Streifen eingelegt. Distanzadapter aus Aluminium dienen als Auflager für die Solar-Module. Sie werden im Achsabstand der Modulbreiten an den Profilschienen befestigt. Mit Kunststoff-Abstandhaltern, die gleichzeitig die Gewähr für eine exakte Fugenbreite übernehmen, werden die Solar-Module fixiert. Bevor jedoch die Module eingelegt werden können, sind diese untereinander zu verkabeln. Dazu werden die auf der Unterseite vormontierten Kabelstränge in Reihe geschalten.
Im Verlegeplan ist genau festgelegt, wie viel Elemente zu einem String zusammenzufassen sind. Beim Objekt in Hüllhorst waren es 16, das entsprach genau einer Deckreihe. Sämtliche Stringleitungen werden möglichst weit auf der Dachfläche zu einem Punkt direkt oberhalb des Wechselrichters in das Gebäude geführt. Der außenseitige Kabelverlauf (für den Gleichstrom) dient als vorbeugende Maßnahme im Sinne des Brandschutzes. Sollte es zu einem Brandfall kommen, bietet die Firma Ahrens Solartechnik „rund um die Uhr“ einen Notdienst, wo sich die Einsatzleitung der Feuerwehr unter Berücksichtigung der spezifischen PV-Anlage Hinweise zur Brandbekämpfung einholen kann. Hinweisschilder an den Schaltschränken vermitteln den schnellen Kontakt.
Den ausführlichen Beitrag lesen Sie Ausgabe DDH 11.2013.
Hans G. Rüschenpöhler