"Können Bauwerke krank machen?" Das war die Frage, die Dr. Frank Badura beim traditionellen „Fällen aus der Praxis“ beantwortete. Die weiteren Schwerpunkte der Waldkirchener Meistertage 2017: Zu viel Multitasking in den Büros und Neues zur Kennzeichnung von Bauprodukten.
Der DMS-Vorsitzende Heribert Schuck begrüßte 145 Gäste zu den 37. Waldkirchener Meistertagen, unter ihnen den bayerischen Landesinnungsmeister Ewald A. Kreuzer und Schulleiter Günther Terhart. Reiner Weber stellte die Sponsoren vor, die im Unterschoss ihre Produkte präsentierten. Traditionell ist der erste Tag den Referenten des Landesverbands Bayern vorbehalten, so auch diesmal.
Chaos zwischen nationaler und europäischer Norm
"Wo gehts mit unseren Bauprodukten hin?", fragte Dipl.-Ing. Wolfgang Werner. Die wichtigste Neuerung: Aus Ü wird das CE-Kennzeichen. Der Hauptgeschäftsführer Technik, LIV Bayern, erläuterte die Verwendung von geregelten Bauprodukten und die Konflikte zwischen nationaler Norm und europäischer Kennzeichnung, das betrifft auch die DIN 4108. Nach einigen Urteilen im Zusammenhang von "Handels-Hemmnissen" war die Folge: Sämtliche Zusatzanforderungen entfallen ersatzlos, "ein rechtliches Vakuum bleibt dennoch, es herrscht allgemeines Chaos zwischen nationalen Verordnungen und europäischen Normen", so Werner.
Multitasking führt zu Burnout
Wie das perfekte, oder zumindest aufgeräumte Büro aussehen könnte, berichtete am Freitag morgen Nicole Sehl, die schon vor 8 Jahren zum Thema referierte. "Lassen Sie erst gar keine Stapel aufkommen und hören Sie auf, Dinge aufzuschieben," riet Sehl, die die Dachdecker mit ihrem lebhaften Vortrag beeindruckte. Menschen erkennen, auf Menschen eingehen - war das Thema von Thomas Staufenbiehl. Aus Unternehmersicht sollte man sich in Verkaufsgesprächen in den jeweiligen Klischee-Typ hineinversetzen, was die meisten Zuhörer vermutlich schon vorher gewusst haben.
Dipl.-Finanzwirtin Carina Triesch sprach abschließend über das, mit was Dachdecker im schlimmsten Fall rechnen müssen, wenn die Betriebsprüfung ansteht. Die Betriebsprüferin am Finanzamt Frankfurt beantwortete geduldig viele Fragen und erläuterte, welche Anforderungen das Finanzamt beispielsweise an die Führung von Bewirtungsbelegen und Fahrtenbücher stellt. Wachmacher nach kurzer Nacht am Samstagmorgen war ein humorvoller Vortrag zum Thema „Krank durch Gebäude? Dr. med. Frank Badura beschrieb die neue Form einer Gebäudekrankheit, das “Sick-Building”-Syndrom, einer multiplen Chemikalienüberempfindlichkeit.
Johannes Messer
Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 04.2017.