Die Meisterprüfung im Klempnerhandwerk ist die wichtigste Weiterbildung für Dachdeckermeister. Seit Juni absolviert DDM Björn Dobener den Vorbereitungslehrgang in Eslohe, für DDH schreibt der Meisterschüler ein Tagebuch, aus dem wir nach Abschluss des Kurses Auszüge abdrucken.
Rüstzeug für alle Arbeiten am Dach
Zwischen Björn Dobener und dem Meisterbrief im Klempnerhandwerk standen Anfang Juni 300 Stunden Ausbildung. Dobener ist einer von ?? Dachdeckermeistern, die sich an der Lorenz Burmann-Schule in Eslohe den „Doppelmeister“ zum Ziel gesetzt haben. Jährlich werden die Meisterschüler in der zentralen Ausbildungsstätte des westfälischen Dachdeckerhandwerks von Juni bis Ende September ausgebildet. Für Björn Dobener lag die Entscheidung für den Lehrgang auf der Hand: „Weiterbildung ist einfach wichtig, egal ob in der Selbstständigkeit oder als Angestellter.“ Der Klempnermeister ist, so Dobener „nach dem Dachdeckermeister der Schritt, um Mitbewerbern einen Schritt voraus zu sein.“ Inzwischen ist Dobener mittendrin: In den 5 Monaten werden die Teilnehmer intensiv auf die Fachpraxis (Entwurf und Planung, Durchführung, Dokumentation) und die Fachtheorie in den 3 Handlungsfeldern vorbereitet. Handlungsfeld 1: Fertigungs-, Montage- und Instandhaltungstechnik Handlungsfeld 2: Auftragsabwicklung Handlungsfeld 3: Betriebsführung und Betriebsorganisation Ende September haben es Dobener und seine Mitschüler geschafft – vorerst. Denn direkt im Anschluss folgt die Klempnermeisterprüfung. Dort müssen die praktischen Fertigkeiten anhand eines Meisterprüfungsprojektes, einer Situationsaufgabe und innerhalb eines Fachgespräches nachgewiesen werden. Als Meisterprüfungsprojekt fertigen die Prüflinge zum Beispiel ein Pultdach mit einer Walmgaube und einem Kamin in Doppelstehfalztechnik aus Titanzink an. Zum Meisterprüfungsprojekt gehört auch das Erstellen von Planungsunterlagen für das Meisterstück, das nach Abschluss der Arbeiten dokumentiert werden muss. Auch die Blechbearbeitung kommt nicht zu kurz: Im letztjährigen Lehrgang mussten die Schüler bei ihrem Meisterstück etwa einen gefalzten Gliederbogen mit dazugehöriger zeichnerischer Abwicklung einarbeiten. Die Situationsaufgabe bestand aus einem Fassadenbauteil mit komplettem Aufbau und einem mittig angeordnetem Fenster. Das benötigte Material zur Fassadenbekleidung konnten die Prüflinge frei wählen. Wer die Prüfung erfolgreich absolviert, hat das Rüstzeug um alle anfallenden Arbeiten an Dach und Fassade gemäß den Klempnerfachregeln ausführen zu können. Björn Dobeners Weg zum echten Dach-Allrounder werden wir weiter verfolgen. Denn der 36-jährige schreibt für DDH ein Meisterkurstagebuch, aus dem wir nach Abschluss des Vorbereitungslehrganges im Herbst Auszüge drucken werden. Malte von Lüttichau