Flachdächer sind technisch hochkomplexe Gebilde. Ebenso wie beim Neubau kommt es in der Sanierung entscheidend darauf an, schon bei der Planung alle bauphysikalischen und konstruktiven Aspekte einzubeziehen und konzeptionell aufeinander abzustimmen. Mit den "Sanierungstagen" bieten führende Unternehmen seit vielen Jahren eine hochkarätige Fortbildung im Verbund an
Auch 2011 führte die Tournee der "Sanierungstage" durch acht Städte zwischen Miesbach im Süden und Hamburg im Norden. Rund 1200 Teilnehmer belegen, dass die Resonanz über Jahre hinweg auf hohem Niveau stabil ist. So auch in Hannover, wo rund 200 Planer, Ingenieure, Architekten, Sachverständige und Dachdeckerunternehmer aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen sich fit machten für den Zukunftsmarkt Sanierung. Schließlich sind die Sanierungstage eine anerkannte Fortbildungsveranstaltung, an der teilzunehmen "Punkte auf dem Fortbildungskonto bringt". Fortbildung übrigens nicht nur in planerischer und technischer Hinsicht, sondern auch in rechtlicher. 2011 gaben erstmals Fachvorträge regionaler Baurechtler Hinweise, wie eine Dachsanierung auch juristisch wasserdicht zu realisieren ist.
Dämmung dämmt nicht nur
Seit die erste WSVO (heute EnEV) die Energieeinsparung zum Bauziel erklärt hat, steht naturgemäß neben der professionellen Abdichtung (dichte Gebäudehülle) auch die professionelle Wärmedämmung im Fokus. Neben dem politischen Willen zum Klimaschutz angesichts weltweit wachsender CO2-Em-missionen ist das wirtschaftliche Interesse angesichts kontinuierlich steigender Energiepreise ein starkes Motiv für eine leistungsfähige Dämmschicht. "Was zwischen Dampfsperre und Abdichtung liegt, hat somit essentielle Bedeutung für die Energiebilanz wie für die Betriebskostenbilanz", referierte Architekt Dipl.-Ing. Klaus Richter vom Technischen Service der Deutschen Rockwool Mineralwoll GmbH & Co. OHG (Gladbeck). Dabei hat die Dämmung über ihre Dämmfunktion hinaus eine wichtige Bedeutung für die funktionsfähige Abdichtung. Speziell geformte Gefälledämmplatten sorgen für das notwendige Gefälle gemäß Flachdachrichtlinie und den planungsgemäßen Abfluss über die eingebauten Entwässerungssysteme.
Dampfdiffusion saniert durchfeuchtete Dachsysteme
Die Zeiten sind mittlerweile endgültig vorbei, als man die Flachdachsanierung zwangläufig mit dem aufwändigen Abriss des alten Dachschichtenpakets verband. Diese Radikallösung ist nicht nur die teuerste, sondern auch die umweltschädlichste Lösung. Das alte Dachschichtenpaket ist nur mit hohen Kosten zu entsorgen und belastet die Deponien. Dabei könnte die vorhandene Dämmlage nach ihrer Austrocknung auch unter einer neuen Abdichtung gute Dienste leisten. Dachdeckermeister Gerd Hecker, Leiter der Anwendungstechnik der Wolfin Bautechnik (Wächtersbach), konnte das mit bauphysikalischen Berechnungen ebenso wie mit wissenschaftlichen Feldstudien und praktischen Erfahrungen aus zahlreichen Referenzen begründen. Auf dieser Basis legte er dar, unter welchen Umständen die Beibehaltung und Weiternutzung bestehender Dämmschichten und Dichtungslagen die technisch, wirtschaftlich und ökologisch richtige Lösung ist. "Das gilt allerdings nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen. Erstens bei statischer Unbedenklichkeit. Und zweitens bei der Sanierung mit einer hochwertigen Abdichtungsbahn, die den Austrocknungsprozess durchfeuchteter Dachschichtenpakete begünstigt. Also mit einer Bahn, die eine besonders hohe Dampfdiffusionsoffenheit mit einer besonders günstigen Wärmestrahlenabsorption verbindet."
Nachweisen lässt sich dieser Effekt für die Kunststoff-Dach- und -Dichtungsbahn Wolfin. Neben ihrer speziellen Rezeptur erfüllt sie zwei entscheidende Voraussetzungen: eine Dampfdiffusionsoffenheit von ca. 13.000 µ und die wärmeabsorbierende Farbe. Die schwarze Oberfläche führt unter Sonneneinstrahlung zu Temperaturen, die im durchfeuchteten Dachaufbau für den nötigen Dampfdruck sorgen. Und die für eine Dachbahn hohe Diffusionsoffenheit führt dazu, dass dieser Dampfdruck und somit die Feuchtigkeit nach außen abgeführt wird. Den gleichen positiven Effekt hat die Bahn auf das hygro-thermische Verhalten flach geneigter Dächer in Holzbauweise.