Mit der Unterzeichnung einer Charta für Sicherheit am Bau hat die BG BAU das Präventionsprogramm „Bau auf Sicherheit – Bau auf dich“ gestartet. Im Mittelpunkt der Kampagne steht das Unfallrisiko Nummer Eins: menschliche Verhaltensweisen.
„Bau auf Sicherheit. bau auf Dich.“ So lautet der Titel des Präventionsprogramms, das die BG BAU am 18. Januar 2017 auf der Fachmesse BAU in München gestartet hat. Lange Zeit war ein deutlicher Rückgang bei den Arbeitsunfällen zu beobachten. Doch der Trend verlangsamt sich wieder. Also Grund genug, die Maßnahmen des technischen und organisatorischen Arbeitsschutzes wieder verstärkt ins Bewusstsein zu rufen. Immer deutlicher wird, dass es notwendig ist, das menschliche Verhalten in den Mittelpunkt der Betrachtungen zu stellen. „Das bedeutet für uns, künftig noch stärker als bisher darauf hinzuwirken, dass sich die individuellen Verhaltensweisen der Beschäftigten positiv verändern“, sagte Klaus-Richard Bergmann, Hauptgeschäftsführer der BG BAU in München.
Der Höhepunkt der Auftakt-Veranstaltung war die Unterzeichnung einer „Charta für Sicherheit auf dem Bau“ durch die Sozialpartner der Bauwirtschaft. Zu den Unterzeichnern gehörte auch ZVDH-Präsident Karl-Heinz Schneider. „Zwar zeichnet sich im Dachdeckerhandwerk ein erfreulicher Trend ab, was die Zahl der meldepflichtigen Unfälle angeht. Doch dürfen wir uns nicht darauf ausruhen. Vor allem die Zahl derjenigen, die Unfallrenten beziehen, ist über die Jahre vergleichsweise hoch geblieben. Daher sehen wir die Präventionsarbeit als eine äußerst wichtige an. Aufklärung tut Not, hier muss man schon am ersten Ausbildungstag beginnen. Denn die Praxis zeigt, dass die Einstellung jedes einzelnen zum Thema Arbeitsschutz, Prävention und Gesundheit enorm wichtig ist. Es nützen die besten Maschinen und schönsten Vorschriften nichts, wenn den Menschen bestimmte Sicherheitsmaßnahmen nicht in Fleisch und Blut übergehen. Und das Thema hat ja noch eine andere Dimension: In der Außenwahrnehmung gilt der Dachdeckerberuf immer noch als einer der gefährlichsten, obwohl die Zahlen dagegensprechen. Daher müssen wir dafür sorgen, dass die Öffentlichkeit bemerkt, welche großen – und erfolgreichen Anstrengungen unternommen werden, um den Beruf noch sicherer zu machen – damit wir deswegen nicht auch noch den dringend benötigten Nachwuchs verlieren,“ macht Schneider deutlich.
Unfallrisiko Nummer Eins: menschliche Verhaltensweisen
Wie die BG BAU hervorhebt, lässt sich eine wirksame Prävention nicht auf verbesserte Arbeitsmittel und das Einhalten von Regelwerken beschränken. Um eine ganzheitliche Prävention zu betreiben, „müssen auch die persönlichen Einstellungen der Berufstätigen und ihr Verhalten zu allen Fragen von Sicherheit und Gesundheit noch stärker in den Blick genommen werden“, so Bergmann. Unzureichendes Risiko- und Verantwortungsbewusstsein, Bequemlichkeit und sicherheitswidrige Gewohnheiten müssen noch deutlicher in den Vordergrund rücken. Belegt wird dies durch mehrere wissenschaftliche Untersuchungen quer durch verschiedene Branchen. Der Diplom-Psychologe Dr. E.-Werner Müller erklärt, dass bis zu 80 % der Unfälle auf verhaltensbedingte Ursachen zurückzuführen sind.
Tobias Backhaus
Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 06.2017
