Steildach 2012-06-14T00:00:00Z Aus eins wird zwei

Mehr Freiraum und Licht wünschten sich die Betreiber eines Gästehauses für ihr Zimmer im Dachgeschoss. Kein Dreck, keine weiteren Innenarbeiten und die Fertigstellung an einem Tag waren die Vorgaben der Auftraggeber. Dachdecker- und Zimmermeister Theodor Mohr setzte eine großzügige Fenster-Kombination ein - wetterbedingt nicht ganz an einem Tag.

Von den Ferienwohnungen des Gästehauses genießen die Bewohner den Ausblick auf die Landschaft des Allgäus. Damit auch die Gäste im Dachgeschoss dieses Panorama in voller Breite genießen können, entschlossen sich die Betreiber, in einem der Gästezimmer das bisher vorhandene kleine Fenster gegen eine großzügige Kombination zweier nebeneinanderliegender Dachfenster auszutauschen. Die Auftraggeber hatten sehr genaue Vorstellungen, wie der Fensteraustausch stattfinden sollte. So war als Zeitspanne für den Umbau ein einziger Tag vorgegeben, der noch dazu im eher gästeschwachen Herbst mit seinen schon sehr kurzen Tagen liegen sollte. Die Arbeiten für Dachdecker- und Zimmerermeister Theodor Mohr starteten deshalb in der Dunkelheit des Morgens und endeten in der erneuten Dunkelheit des Abends.

1. Rückbau, Wechsel einfügen

Die Arbeiten begannen für Dachdecker Mohr und sein Team nach sorgfältigen Abdeckarbeiten im Innenraum mit dem Ausbau des alten Dachfensters und seines Innenfutters. Von außen wurden die Dachdeckung aus Betondachsteinen, die Lattung und Konterlattung sowie die Zwischensparrendämmung aufgenommen und zwischengelagert. Es wurde eine Fläche freigelegt, die den Einbaumaßen der neuen Fenster von jeweils 78 × 140 cm Größe entsprach. In der Fläche der künftigen Fenster befanden sich zwei Sparren, welche ebenfalls entfernt werden mussten. Die Statik des Dachs wurde im Anschluss mit Wechseln über zwei Sparren oberhalb und unterhalb der künftigen Fensterfläche wiederhergestellt. Mohr montierte die zuvor entfernten Sparrenabschnitte zur seitlichen Auflage der neuen Fenster. Die Verbindung der Sparren und Wechsel untereinander geschah mit aufgenagelten Balkenschuhen.

2. Fensteröffnung vorbereiten, Hilfssparren einfügen

Erster Schritt des Neueinbaus war die sorgfältige Wiederherstellung von Wärmedämmung, Unterdeckbahn, Konterlattung und Dachlatten im Anschlussbereich um die Fenster herum. Dabei wurde maßgenau die obere und untere Hilfslatte für die Fenstermontage platziert, sodass ein Freiraum für die unterste Dachsteinreihe entstand. Die Höhe der Latten ergab sich aus der Fensterhöhe von 140 cm zuzüglich 4,5 cm. Die Breite betrug 2 × 78 cm für die Fenster plus 10 cm für den mittleren Hilfssparren plus etwa 5 cm für eine ungehinderte Fenstermontage, in Summe also 171 cm. Der für die Fenster mitgelieferte Hilfssparren für die Fensterkombination war für die Raumunterseite bereits ansichtsfertig beschichtet. In diesem Fall hatte sich der Kunde für die Ausführung der Fenster und des Hilfssparrens in weißer Kunststoff-Ausführung entschieden. Der Sparren wurde auf Länge zugeschnitten und an beiden Enden ausgeklinkt, um hier die Dach- und die Hilfslatten flächenbündig aufnehmen zu können. Passende Beschläge für die Sparrenmontage waren der Lieferung beigefügt.

3. Dämmelement und Blendrahmen montieren

Links und rechts des Hilfssparrens war anschließend die mitgelieferte Dichtung zu verkleben. In die so vorbereiteten Fensteröffnungen konnten die mitgelieferten Dämmelemente eingelegt werden, um Wärmebrücken zwischen dem Fenster und der Dachfläche zu minimieren. Im Innenraum wurden jetzt die Flügel der Fenster ausgehängt. Die Blendrahmen mit den angesetzten Winkeln ließen sich dadurch leicht auf das Dach hinausreichen und dort positionieren. Die Befestigung der Rahmen erfolgte höhengleich auf den seitlichen Sparren. Sofort nach dem Anschrauben der Blendrahmen mit den beiliegenden Schrauben musste Dachdeckermeister Mohr die Fensterflügel einhängen, da ein aufziehender Regen drohte.

Peter Schenk

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe DDH 12.2012.

zuletzt editiert am 24. Februar 2021
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