Ausbildung

20. July 2017 | Teilen auf:

Ausbildungstipp Teil 4: Checkliste für den Ausbildungsbetrieb (1/2)

Wo bekomme ich meine Informationen? Welche gesetzlichen Regelungen sind zu beachten? Welche Rechte und Pflichten habe ich als Betrieb gegenüber dem Azubi? Diese Fragen beantworten wir Ihnen in unserer Checkliste.

1. Wer gibt Ihnen Auskünfte?

- Ihre zuständige Dachdeckerinnung (Lehrlingswart)/Kreishandwerkerschaft

- Ihr Landesinnungsverband

- Die zuständige Berufsschule

- Die zuständige Handwerkskammer

- Die zuständige überbetriebliche Ausbildungsstätte

2. Was ist zu beachten?

- Prüfung der persönlichen, fachlichen und betrieblichen Eignung des Ausbildungsbetriebes

- Abschluss des Ausbildungsvertrages:

  • Vordruck bei der für den Betrieb zuständigen Handwerkskammer anfordern
  • Ausbildungsverträge stehen in der Regel auf den Internetseiten der Handwerkskammern und Kreishandwerkerschaften zum Download zur Verfügung
  • Vorlage der ärztlichen Bescheinigung gemäß Jugendarbeitsschutzgesetz durch den Auszubildenden
  • Vertrag abschließen und zur Eintragung bei der Handwerkskammer und/oder Kreishandwerkerschaften einschließlich evtl. ärztlicher Bescheinigung einreichen
  • Die Regelausbildungszeit beträgt drei Jahre. Der Beginn wird durch einen bestimmten Kalendertag festgelegt. Hieraus ergibt sich dann das Ende der Ausbildung.

  • Bei bereits abgeschlossener Berufsausbildung im Handwerk und höherem Schulabschluss kann die Ausbildungszeit bei Vertragsabschluss um längstens 12 Monate verkürzt werden (BBiG/HwO).

- Wichtige Eckpunkte des Ausbildungsvertrages:

  • Probezeit:

Festlegung der Probezeit

Maximal vier Monate

  • Ausbildungsvergütung:

Die Vergütung ist tariflich festgelegt. Die Vergütung, die im Vertrag angegeben wird, ändert sich mit der Änderung des Tarifvertrages.

Wird eine Verlängerung des Ausbildungsverhältnisses vereinbart, ist für die Dauer der Verlängerung die Vergütung des letzten Ausbildungsjahres zu zahlen.

  • Arbeitszeit:

Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt 39 Stunden. Sie kann unter Beachtung des Rahmentarifvertrages für die gewerblichen Arbeitnehmer und des Jugendarbeitsschutzgesetzes (JASchG) umverteilt werden. Dabei ist bei Jugendlichen die Höchstbeschäftigungsdauer von täglich 8,5 Stunden und wöchentlich 40 Stunden einzuhalten. Gegebenenfalls müssen die Pausenzeiten entsprechend verlängert werden.

  • Urlaubsanspruch:

Der Jahresurlaub für Auszubildende beträgt 26 Arbeitstage (Samstage gelten nicht als Arbeitstage)

Der volle Jahresanspruch wird erstmalig nach sechsmonatigem Bestehen des Ausbildungsverhältnisverhältnisses erworben. Der Anspruch bei unterjährigem Ausbildungsbeginn beträgt 1/12 des Jahresurlaubs für jeden vollen Monat des Bestehens des Ausbildungsverhältnisses.

Beispiel: Ausbildungsbeginn 01.08., Ausbildungsende 31.07.

1. Beschäftigungsjahr 11 Arbeitstage

2. Beschäftigungsjahr 26 Arbeitstage

3. Beschäftigungsjahr 26 Arbeitstage

4. Beschäftigungsjahr 26 Arbeitstage

Der Auszubildende erhält ein zusätzliches Urlaubsgeld von 25 % der Ausbildungsvergütung.

  • Anlage zum Ausbildungsvertrag

- Anmeldung des Auszubildenden bei der zuständigen Berufsschule

- Anmeldung des Auszubildenden bei der zuständigen überbetrieblichen Ausbildungsstätte mit Hilfe einer Kopie des bei der Handwerkskammer in die Lehrlingsrolle eingetragenen Ausbildungsvertrages

3. Wesentliche Tätigkeiten im Zusammenhang mit Beginn der Ausbildung

- Aushang des Jugendarbeitsschutzgesetzes mit Pausen- und Arbeitszeiten

- Unterweisen über Gefahren

  • Der Arbeitgeber muss den Auszubildenden vor Beginn der Beschäftigung über die Unfall- und Gesundheitsgefahren, sowie über Einrichtungen und Maßnahmen zur Anwendung dieser Gefahren unterweisen. Die Unterweisungen sind in angemessenen Zeitabständen, mindestens aber halbjährlich zu wiederholen und zu dokumentieren (siehe Muster im Anhang).

- Sofortmeldung bei der Rentenversicherung

- Anmelden bei der Krankenkasse mit Antrag auf Vergabe einer Versicherungsnummer

  • Achtung: Auszubildende fallen nicht in die Gleitzonenregelung

- Abrufung der Lohnsteuerabzugsmerkmale beim Bundesamt für Steuern unter Verwendung der Identifikationsnummer des Auszubildenden

- Vermögenswirksame Leistungen:

Download Ausbildungsknigge

Absprünge vermeiden

Der erste betriebliche Ausbildungstag

Checkliste zur Einstiegsqualifizierung

Checkliste für den Ausbildungsbetrieb

Bei Streitigkeiten zwischen Ausbilder und Lehrling kann auch die jeweils zuständige Dachdecker-Innung angesprochen werden. Für Gespräche zur Streitbelegung stehen die Lehrlingswarte zur Verfügung.

Der Ausbildungknigge wurde erarbeitet und herausgebracht vom ZVDH.