Von der Bank aufs Dach: DDM Andrea Aland aus Arnsberg ging einen ungewöhnlichen Weg. Foto: Aland
Von der Bank aufs Dach: DDM Andrea Aland aus Arnsberg ging einen ungewöhnlichen Weg. Foto: Aland Quelle: Marc Niemeyer

Porträts

15. February 2021 | Teilen auf:

Bank als Sprungbrett fürs Dach

Nach der Banklehre eine Ausbildung zur Dachdeckerin, dann den Meister und im Anschluss noch den Betriebswirt des Handwerks. Andrea Aland wächst an ihren Aufgaben, Corona kann sie auch nicht aufhalten.

Klar, wir sprechen erst einmal auch über Corona. „Es gab auf jeden Fall eine Entschleunigung im Alltag, weniger Terminstress. das hat mir ganz gut getan in der stressigen Zeit. Gerade in der Advent-Zeit ist das ja nicht immer ein Nachteil. Aber auf die privaten Kontakte zu verzichten, ist mir anderseits schwer gefallen. Das empfand ich schon als Einschränkung. Ich habe mich dann online getroffen, aber das ersetzt das tatsächliche Treffen nicht“, berichtet Andrea Aland.

Das Dachdeckerunternehmen Aland aus Arnsberg hat schon früh vorsorgende Maßnahmen getroffen: Sicherheitsvorkehrungen, Abstandsregelung und die Vorgabe, dass sich nur zwei Mitarbeiter im Firmenfahrzeug aufhalten dürfen - das ganze Programm. „Im Frühjahr, als das mit Corona losging, haben wir viele Aufträge im Bereich Dachfenster abgesagt. Überall dort, wo unsere Mitarbeiter in die Räume müssen, haben wir Aufträge geschoben“, sagt Andrea Aland. Gut, wenn die meisten Kunden dafür Verständnis haben und nicht drängeln.

Corona hat das Homing verstärkt

Die Auftragslage ist, wie bei vielen Dachdeckern, auch im Sauerland gut. Die Pandemie hat noch einmal für zusätzlichen Schub gesorgt, vor allem im Bereich der Sanierung. „Die meisten Menschen mussten 2020 ja auf ihren Urlaub verzichten. Die ältere Generation hat das gesparte Geld in Umbauten und Renovierungen investiert, zum Beispiel im Bereich Dachfenster“, weiß Andrea Aland. Das Gros der Aufträge ist bei Aland das Flachdach, Steildachaufträge sind höchstens ein Drittel, ein Partnerbetrieb aus Elsohe hilft bei Schieferdächern aus.

Diskussionen um den Arbeitsschutz

Gerade bei der Abwicklung von größeren Flachdach-Projekten funktionierten die Absprachen mit den Planern und Architekten digital auf Zoom recht gut. „Zeichnungen und Skizzen versenden wir per Mail. Details müssen aber vor Ort besprochen werden, da müssen wir auf der Baustelle sein, nicht alles kann digital gelöst werden“, sagt Andrea Aland. Fachtechnisch ist die Dachdeckermeisterin auf dem neuesten Stand. Sie muss die Verordnungen und Anforderungen genau überprüfen, oder zumindest überprüfen lassen. Auch das geht oft nur live auf der Baustelle. Zum Beispiel gibt es immer mal wieder Diskussionen mit Mitarbeitern der BAU BG, ob jetzt Sekuranten ausreichen oder zusätzlich noch Geländer gefordert sind. „Das empfinde ich schon als anstrengend, zwischen Planern und den Anforderungen der BG zu vermitteln. Da gibt es ständig Diskussionen, auch bei uns intern bei kleinen Steildachsanierungen, das gehört leider zum Alltag“, erklärt Aland.

Die Banklehre als Basis

Obwohl oder gerade weil sie mit im Traditionsbetrieb Aland aufgewachsen ist, startete Andrea Aland erst einmal eine Ausbildung als Bankkauffrau. „Ich bin mit dem Dachdeckerbetrieb groß geworden, das kaufmännische Interesse war schon immer da.

Nach dem Abitur wollte ich mit der Ausbildung in der Bank eine Grundlage schaffen, um den Betrieb besser zu verstehen. Schnell habe ich gemerkt, dass diese Arbeit für mich keine Zukunft hat. Dann habe ich mich mit meinem Vater und Jürgen Gerbens (GF der GFW Dach in Eslohe) zusammengesetzt und bei uns im Betrieb die Lehre begonnen“. Der Kontakt zu Gerbens ist bis heute geblieben, Aland nahm auch am 1. digitalen Unternehmer-Forum teil, siehe DDH 13.2020.

Seit April 2015 ist Andrea Teil des Aland-Teams , 2018 machte sie ihren Meister, 2019 kam die Ausbildung zur Betriebswirtin des Handwerks dazu.

Johannes Messer

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 03.2021.