Die traditionellen Wolfin-Sanierungstage fanden dieses Jahr in Münster statt. Die Themen: Die Behebung von Feuchteschäden, die durchdachte Gefälledämmung, sturmsichere Lagesicherung, die werthaltige Abdichtung und Aspekte wie Minimierung der Brandbelastung und die Planung der Tagesbelichtung
Im Fokus steht die Wärmedämmung vor allem seit der jüngsten Fassung der EnEV 2009 mit Inkrafttreten zum 01.10.2010, die Anforderungen an Dichtheit und Dämm-Effizienz der Gebäudehülle noch einmal weiter verschärft hat. Die kontinuierlich steigenden Energiepreise tragen dazu bei, dass die richtige Dämmung eines Flachdachs auch unter Wirtschaftlichkeitsaspekten noch interessanter wird. "Was zwischen Dampfsperre und Abdichtung liegt, hat somit essentielle Bedeutung", referierte Architekt Dipl.-Ing. Klaus Richter vom Technischen Service Dt. Rockwool Gladbeck.
Dabei hat die Dämmschicht nicht nur für den sommer- und winterlichen Wärmeschutz Bedeutung. Gerade bei Sanierungen alter Flachdächer mit Nullgefälledach ist sie die konstruktiv einfachste Möglichkeit, ein Gefälle herzustellen, das eine sinnvolle Dachentwässerung gewährleistet und die Risiken stehenden Wassers vermeidet. Bei einer Gefälledämmung fällt die U-Wert-Berechnung naturgemäß schwieriger aus als ohne Gefälle im Flachdach. Aber zum Rockwool Serviceangebot für Planer zählt auch die Berechnung des Wärmeschutznachweises auf Basis der Planzeichnungen inklusive komplett CAD-erstellter Verlegepläne.
Flachdachsubstanz erhalten und aufwerten
Es ist mittlerweile Konsens unter Planern, dass im Sanierungsfall ein aufwändiger Abriss des alten Dachschichtenpakets keineswegs die erste Wahl sein muss. Denn ein wissenschaftlicher Versuch des Fraunhofer Instituts für Bauphysik in Holzkirchen hatte vor Jahren bewiesen, dass Wolfin-Bahnen dank ihrer Rezeptur und ihrer dunklen Farbe in Verbindung mit der herausragenden Dampfdiffusionsoffenheit die Austrocknung durchfeuchteter Dachschichten ermöglichen können. Und dass, sofern die Statik stimmt, das bestehende Dachschichtenpaket nutzbringend in den neuen Dachaufbau integriert werden kann, was der Umwelt ebenso zugute kommt wie dem Geldbeutel des Bauherrn oder Investors. In Münster konnte Dachdeckermeister Gerd Hecker, Leiter Wolfin-Anwendungstechnik, mit den Ergebnissen einer neuen wissenschaftlichen Studie auf das bestehende Sanierungs- und Flachdach-Know-how aufsatteln. Die Gesellschaft für Materialforschung und Prüfungsanstalt für das Bauwesen (MFPA), Geschäftsbereich IV Bauphysik, in Leipzig und die Technische Universität München (TU), Fakultät für Bauingenieur- und Vermessungswesen, Lehrstuhl für Holzbau und Baukonstruktion, kam nach langen zeitlichen Feldversuchen zur Durchfeuchtung bzw. Sperreigenschaften beim Einsatz von Holz und Holzwerkstoffen als obere Tragschale bei Holzdachkonstruktion mit Vollsparrendämmung zu einem weiteren positiven Ergebnis. Die Studie mit dem sperrigen Titel "Experimentelle und numerische Untersuchung des hygrothermischen Verhaltens von flach geneigten Dächern in Holzbauweise mit oberer dampfdichter Abdichtung unter Einsatz ökologischer Bauprodukte zum Erreichen schadensfreier, markt- und zukunftsgerechter Konstruktionen" untersuchte die feuchtetechnische Unbedenklichkeit der Holzbauweise und kam zu einem ganz ähnlichen Schluss wir zuvor die Kollegen aus Holzkirchen. Von acht untersuchten Dachaufbauten verhielten sich nur vier Varianten hygrothermisch unbedenklich. Davon hatten drei die 1,5 mm dicke Wolfin M Kunststoff-Dach- und Dichtungsbahn in schwarz als Deckschicht.
So heißt es in der Zusammenfassung der Studie wörtlich: "Bei unbelüfteten Flachdächern wie im vorliegenden Fall ist immer eine schwarze PVC-Bahn einer grauen PVC-Bahn vorzuziehen. Die erhöhte absorbierte kurzwellige solare Strahlung sorgt für hygrische Entspannung im Dachaufbau mit erhöhtem Rücktrocknungsverhalten. Einen noch größeren Einfluss hat die Wahl des Materials der Dachabdichtung." Diffusionsoffene Abdichtungsmaterialien sind dampfdichteren Abdichtungsmaterialien in jedem Falle vorzuziehen. Gerd Hecker erklärt, warum das so ist: "Die Kunststoff-Dach- und Dichtungsbahn Wolfin erfüllt neben ihrer speziellen Rezeptur zwei entscheidende Voraussetzungen: die besondere Rezeptur mit der schwarzen Oberfläche, die unter Sonneneinstrahlung zu den Temperaturen führt, die im durchfeuchteten Dachaufbau für den nötigen Dampfdruck sorgen. Sowie ein sehr niedriger µ-Wert von ca. 13.000 µ (Dampfdiffusionswiderstand) der es ermöglicht, diesen erzeugten Dampfdruck entweichen zu lassen."