DDM Gerd Hecker, Leiter Anwendungstechnik / Technische Beratung Wolfin, informiert Sie unter dieser Rubrik über aktuelle Technikthemen, die Ihnen Ihren Arbeitsalltag erleichtern sollen. Für Fragen steht er Ihnen gerne unter gerd.hecker@henkel.com zur Verfügung.
Dachdecker mit einem Sanierungsauftrag für schadhafte Flachdächer stehen wenn sie die alten Dachschichten abreißen, entsorgen und eine Notabdichtung aufbringen müssen vor einer Herausforderung. Denn dieses Vorgehen verteuert ihr Angebot an den Kunden enorm. Dachdecker mit einem Sanierungsauftrag und einer hochwertigen Wolfin-Kunststoff-Dach- und -Dichtungsbahn liefern dagegen Kundenzufriedenheit pur. Denn das Dach kann in vielen Fällen auch unter Beibehaltung des alten Dachschichtenpakets nachhaltig saniert werden, ohne dass Abriss- und Entsorgungskosten entstehen.
Kosten sparen
Wenn die Abdichtungslage eines Flachdaches auch nur an einer Stelle undicht geworden ist, kann sich in der Wärmedämmschicht Feuchtigkeit sammeln. Damit büßt die Dämmung einen Teil ihrer Wirkung ein. Um die Bausubstanz zu schützen, ist eine Sanierung unausweichlich, damit die Wärmedämm- und die Abdichtungsfunktion wiederhergestellt wird. Viele Planer und Ausführende neigen in solchen Fällen zu "Tabula-rasa-Lösungen", nämlich die schadhaften, durchfeuchteten Schichten abzutragen und komplett zu ersetzen. Diese scheinbar vernünftige und sichere Lösung nimmt wenig Rücksicht auf das Budget des Bauherrn und verteuert das Angebot des Ausführenden. Denn hier schlagen sowohl die Beschaffungs- und Verarbeitungskosten für das neue Dach als auch die Entsorgungskosten für das alte Abdichtungs- und Dämmmaterial zum Teil doppelt zu Buche. Beim Einsatz einer hochwertigen Sanierungsbahn dagegen lassen sich, wenn die Voraussetzungen stimmen, diese Kosten stark reduzieren.
Tragfähigkeit prüfen
Als erstes ist daher zu prüfen, ob die Voraussetzungen gegeben sind. Zum Beispiel muss die Unterkonstruktion in Ordnung sein, die Statik muss für die Gesamtkonstruktion ausreichen, die alten Dachschichten müssen ausreichend lage- und windsogsicher mit dem Untergrund verbunden sein. Hier ist ggf. eine Nachbefestigung des Altschichtenpaketes vor der Verlegung weiterer Schichten durchzuführen. Wenn die Voraussetzungen für den Erhalt des Altschichtenpakets gegeben sind, ist vor dem Verlegen der Dämm- und Abdichtungslage der Untergrund vorzubereiten. Das heißt, sofern es die Witterung zulässt und sinnvoll ist, die alte Abdichtungslage in definierten Abständen (mind. 5 Stck/m²) zu perforieren, um den späteren Austrocknungsprozess für die durchfeuchtete Altdachschicht erheblich zu beschleunigen. Außerdem sind etwaige Unebenheiten wie Wellen oder Blasen in der Altabdichtung abzustoßen.
Dämmschichtdicke optimieren
Im Regelfall entspricht die alte Dämmschichtdicke nicht mehr den aktuellen Anforderungen der EnEV an die Wärmedämmung. Das Dach ist also im Zuge der Sanierung energetisch aufzurüsten. Da die bestehende Dämmschicht selbst in durchfeuchtetem Zustand noch funktioniert, erst recht nach der späteren Aus-trocknung, kann sie in die Gesamtaufbauhöhe einbezogen werden. D.h. die neu aufzubringende Zusatzdämmung kann entsprechend dünner und damit kosten-günstiger ausfallen ein weiterer ökonomischer und ökologischer Vorteil. Der entscheidende Faktor für die Austrocknung liegt aber in der abschließenden Abdichtunglage. Und hier ist es nicht beliebig, welche Abdichtung zum Einsatz kommt. Zum einen ist es ökologisch und ökonomisch vernünftig, eine nachhaltige Hochwertabdichtung einzubauen, dank derer sich die Sanierungsinvestition über einen langen Zeitraum erhält. Zum anderen können hier nur Abdichtungen zum Einsatz kommen, die in der Lage sind, das Schichtenpaket zu erwärmen und für den Wasserdampf keine Sperrschicht bilden. Nur diese Kombination von Eigenschaften ist in der Lage, innerhalb eines überschaubaren Zeitraums die Austrocknung durchfeuchten Dachschichten zu ermöglichen.
Austrocknung nach der Sanierung
Eine Untersuchung des Austrocknungsverhaltens von feuchtigkeitsgeschädigten Dämm- und Abdichtungsschichten einschaliger Flachdächer durch das Fraunhofer-Institut für Bauphysik mit Langzeitpraxistests verschiedener Ab-dichtungslagen im Freigelände des Instituts in Holzkirchen erbrachte klare Antworten. Abdichtungen, die gleichzeitig gegen Niederschlagsfeuchtigkeit von oben schützen und dennoch die Feuchtigkeit von unten entweichen lassen, müssen zwei Voraussetzungen erfüllen: Erstens eine hohe Dampfdiffusi-onsoffenheit, also eine geringe Sperrwirkung gegenüber Wasserdampf. Zweitens eine Oberfläche, die sich bei Sonneneinstrahlung dank ihrer guten Wär-meabsorption aufheizt und so für die notwendige Erwärmung im durchfeuchteten Dachaufbau sorgt. Denn so entsteht ein Dampfdruckgefälle, das erst die Austrocknung in Gang setzt.
Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 09/2010.