2011-04-08T00:00:00Z Betreut im Grünen

Die barrierefreien Häuser für betreutes Wohnen in Mülheim an der Ruhr sind mit über 2.000 Quadratmeter polargrünem Schiefer auf dem Dach und an der Wand als Monolith gestaltet. Die geringen Dachneigungen forderten unter anderem wasserdichte Unterdächer.

Die drei Reihenhauszeilen bilden zusammen mit einem historischen Fachwerkhaus eine Art Hofanlage mit geschütztem Innenbereich. Barrierefrei geplant bieten die zwanzig ebenerdigen Reihenhäuser den Bewohnern ein Maximum an Eigenständigkeit und Bewegungsfreiheit. Die Anlage für betreutes Wohnen ist umgeben von einem Naturschutzgebiet und entstand auf dem Grundstück einer alten Hofanlage. Von dieser einstigen Anlage ist der alte Kotten übrig geblieben. Das Fachwerkhaus wurde grundsaniert, wird als Gemeinschaftshaus genutzt und bildet für die älteren Bewohner der Anlage einen Bezug zum bekannten traditionellen Bauen.

Tradition und Aktualität

Aus eben solchen alten Häusern sind die meisten Bewohner hierher gezogen, denn die Bedürfnisse ändern sich im Alter. Im betreuten Wohnen des Waldhofes ist jetzt alles viel einfacher, ebenerdig und sicher. Der neue, altersgerechte Komfort geht einher mit einer praktischen, schlichten und sympathischen Architektur. Als Bindeglied zwischen Alt und Neu präsentiert sich die Gebäudehülle aus Schiefer. Während der alte Kotten neben dem Fachwerk eine Wandbekleidung mit Altdeutscher Deckung trägt, sind Dach und Wand der Neubauten mit polargrünen ColorSklent-Schiefern in Rechteck-Doppeldeckung ausgeführt. Dabei interpretierten die Architekten der Peter Kulka Architektur in Köln Bewährtes neu. Schiefer ist in dieser Region nichts Neues. Polargrüner Schiefer als Rechteck-Doppeldeckung an Dach und Wand mit monolithischer Anmutung ist dagegen eine Rarität.

Monolith mit Rinne

Um den Eindruck eines Schiefermonolithen zu erzielen, mussten alle sichtbaren metallischen Details der Außenhülle auf ein Minimum reduziert werden. In Zusammenarbeit mit dem Dachdeckerunternehmen Prange aus Brilon entwickelten die Architekten ein Traufdetail mit innen liegender Kastenrinne. Durch die geringe Dachneigung ist diese Kastenrinne aus üblicher Sichthöhe kaum erkennbar.

Auch die schmalen Ortgangdetails aus Metall wurden auf das fachlich erforderliche Minimum reduziert und farblich an die Schieferdeckung angepasst. Dies galt auch für die Schieferhaken und die in der Nähe des Firstes positionierten Entlüftungselemente der Haustechnik. In letzter Konsequenz verlegten die Architekten die Fallrohre hinter die Schieferfassade, so dass eine monolithische Anmutung ohne sichtbare Entwässerungstechnik entstand. Alle traufseitigen Fassaden verbergen hinter dem Schiefer neben der zwölf Zentimeter dicken Mineralfaserdämmung, den Kastenrinnen und den unsichtbar verlaufenden Fallrohren auch die gesamte Fenstertechnik. Nach der Montage der Fenster, der Fensterzargen und der elegant gestalteten Holzlamellen-Schiebelemente wurde die Schieferfassade gegen diese Metallelemente gearbeitet.

Gerard Halama

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in Ausgabe DDH 06|2011.

zuletzt editiert am 24. Februar 2021
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