Das bewusste Erleben stand im Mittelpunkt des Verbandstag der Bayerischen Dachdecker. Eine Olympiade auf dem Marktplatz von Bad Wörishofen leitete die Veranstaltung ein, Höhepunkt war ein Referat von Lorenz Wohanka, der klar machte: Gesundheit wird im Kopf entschieden.
Für die meisten der 150 Teilnehmer fand der Höhepunkt des Verbandstags am frühen Freitagabend in der Bad Wörishofener Fußgängerzone statt. Dort hatten die Dachdecker eine Olympiade aufgebaut, 5 Geschicklichkeitsspiele, bei denen es vor allem um Konzentration und schnelle Auffassungsgabe ging; mit den Disziplinen:
- Nägel einschlagen
- Zielschrauben,
- Biber schubsen
- Flachdachbingo und
- Dachdecken nach Muster.
„Wir wollten den Begrüßungsabend etwas lockerer gestalten“, betonte der Hauptgeschäftsleiter Dipl.-Ing (FH) Wolfgang Werner. Diese Idee ging auf. Schon bald standen die Dachdecker Schlange um ihre handwerklichen Fähigkeiten zu verproben. Sogar Kurgäste - leider wenig Jugendliche - blieben stehen und wollten mitmachen. Die meisten Spiel gehen auf die Kreativität von Ausbilder Jürgen Lehner zurück: „Unsere Praxisaufgaben haben sich bereits auf dem Bayerischen Berufsbildungskongress in Nürnberg bewährt. Und somit war ich von der großen Andrang nicht überrascht“, sagte Lehner. Alle Preise gingen nach Oberbayern. Den 1. Platz belegte Harald Sigl aus München, gefolgt von Martin Schuster aus München, Thomas Mittl von der Klöber GmbH, gefolgt von Jürgen Hinz aus Hallbergmoos.
Schwerpunkt Nachwuchsgewinnung
Michael Voigt, Obermeister der Dachdecker Innung Schwaben, begrüßte die Gäste am Samstag morgen im Kurhaus. Er berichtete von seinen positiven Erfahrungen mit einem Praktikanten aus Frankreich in seinem Betrieb und empfahl den Kollegen ein Beispiel zur Nachahmung.
„Das ist in jeder Hinsicht der gesündeste Verbandstag, den wir in Bayern veranstalten“, versprach A. Ewald Kreuzer, Landesinnungsmeister der Bayerischen Dachdecker. Kreuzer lobte die gastgebende Innung für die perfekte Organisation, besonders Karin Dolinek als „Motor“ der Veranstaltung. Der Landesinnungsmeister begrüßte unter anderem Walter Gauß, Ehrenobermeister der Innung Schwaben, den Landesinnungsmeister aus Dresden Christoph Brosius mit Geschäftsstellenleiter Thomas Haeger sowie SOKA-DACH-Chef Christian Schneider und Hans-Jürgen Wellnhofer von der BG-BAU.
Die Überleitung des Gesundheitsaspekts nahm Lorenz Wohanka gerne auf. Der Psychologe erläuterte in seinem Vortrag: „Achtung Dacharbeiten“, wie Unternehmer länger gesund bleiben und dass der Körper wie ein Dach mit einer schadhaften Stelle jahrelang hält. Doch irgendwann bricht die Konstruktion. „Wer für alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein. Der Dachstuhl, das Gehirn als Schaltzentrale, muss sich abgrenzen, sonst entsteht Stress“, so Wohanka und zitierte den Philosophen Bernhard von Clairvaux: „Vier Punkte dürften Dir erwägenswert erschienen: Du selbst zunächst, das, was unter Dir liegt, was Dich umgibt, schließlich, was über Dir liegt. Und wie Kneipp empfiehlt, gibt es zahlreiche Instrumente, die Körper und Seele heilen“.
Johannes Messer
Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 14/2016.