Ob bei Herstellern, Industrie oder Handel: Artur Wierschem ist in der Dachbranche bekannt. Im zweiten Teil unserer Serie stellen wir den ZVDH-Stellvertretenden Hauptgeschäftsführer mit seinen Hauptaufgaben vor.
Es gibt mehrere Möglichkeiten Artur Wierschem kennen zu lernen: Entweder man hat die Bundesfachschule in Mayen besucht, engagiert sich im Ehrenamt einer Dachdecker-Innung, ist Schieferkenner oder einfach Mayener, zumindest aus der Region Eifel. "Die beiden ersten Varianten sind die wahrscheinlichsten", lacht Wierschem, der Stellvertretender Hauptgeschäftsführer des ZVDH ist. "In dieses Ressort fallen auch Tochterunternehmen wie die Bundesfachschule in Mayen". Sein Hauptaufgabengebiet ist die Fort- und Weiterbildung der Dachdecker. Seit nunmehr über zwanzig Jahren leitet Wierschem als Geschäftsführer die Geschicke des Bundesbildungszentrums Mayen.
Ursprünglicher Berufswunsch Steinmetz
Ursprünglich begann er beim BBZ 1975 als Ausbilder und wechselte 1987 zum ZVDH und ist seitdem dort nicht mehr wegzudenken. Wenn sich einer in der Dachbranche auskennt, dann ist es Artur Wierschem, dem die Neigung zum Dachdeckerhandwerk von Vater und "Schieferpapst" Franz mit in die Wiege gelegt wurde, "obwohl mein ursprünglicher Berufswunsch Steinmetz war". Hier gab es allerdings keine Lehrstelle, also sattelte er auf Dachdecker um und hängte anschließend noch eine kaufmännische Ausbildung beim Dachdeckereinkauf dran. Dann folgte die Meisterprüfung und der nahtlose Übergang zum BBZ, "hier konnte und wollte ich bleiben", ergänzt Wierschem.
Schwerpunkt neue Ausbildungsordnung
Zurzeit hält ihn neben dem ohnehin zeitraubenden Tageswerk die neue Ausbildungsordnung auf Trab. "Daran arbeiten wir schon länger. Wir wollen gemeinsam mit der IG BAU die Ausbildungsordnung modernisieren. Wir waren beim ZVDH schon länger der Meinung, dass die Ausbildungsordnung aktualisiert und modernisiert werden muss, jetzt kommt endlich auch auf Arbeitnehmerseite Bewegung in die Sache. Die IG BAU hat mittlerweile den Modernisierungsbedarf erkannt. Wir sind optimistisch, gemeinsam in absehbarer Zeit einen Konsens zu finden", gibt sich Wierschem zuversichtlich.
Ein weiteres Projekt hat sich auf der jährlich stattfindenden Berufsbildungstagung ergeben. "Der praktische Teil der Gesellen-Prüfung soll "Prozesssicherer" gestaltet werden. Wir werden hierzu einen Musterkatalog erarbeiten, mit einheitlichen Bewertungskriterien, so dass den Ausschüssen später ein Standard vorliegt, nach dem sie rechtssicher prüfen und bewerten können. Hier unterstützen uns die Landesverbände. Rheinland-Pfalz und Hessen entwickeln zum Beispiel in einer Arbeitsgruppe Aufgaben für den Bereich Faserzement/Schiefer, Bayern und Baden-Württemberg für den Bereich Holzbau. Das ist ein umfangreicher Prozess, der etwas Zeit braucht, denn gerade im Bereich Bildung müssen wir mehr investieren", erläutert Wierschem.
Radfahren und Laufen als Ausgleich
Privat schätzt Wierschem die Geschwindigkeit, vor allem beim Sport genießt er den Fahrtwind auf dem Rad. Obwohl ihn vor Jahren beim Rennradfahren ein Auto von der Straße fuhr und ihn für einige Zeit außer Gefecht setzte, steht der Radsport immer noch an erster Stelle. "Wenn es die Zeit zulässt, setze ich mich am Wochenende ein- bis zweimal aufs Rennrad, natürlich immer mit Helm". Das können dann auch schon einmal bis zu 250 Kilometer am Tag sein. Bei beruflichen Terminen sind seine Laufschuhe immer mit dabei. Beim Dachkonvent in Hamburg ist er zum Beispiel früh morgens um die Außenalster gejoggt, "so kann ich in kurzer Zeit am besten abschalten", sagt Wierschem.
Johannes Messer