Der offen gestaltete Betriebskindergarten in Weimar bietet für seine „Gipfelstürmer“ Platz in drei Bereichen: Kindergarten, Krippen- und Gemeinschaftsbereich. Fotos/Zeichnungen: Dachschneider Weimar

Steildach

24. November 2020 | Teilen auf:

Blechbekleidung beschützt Betriebskinder

Auf Initiative mehrerer Arbeitgeber entstand in Weimar ein Betriebskindergarten. Offene Bauweise, schnelle Fertigstellung und beste Dämmwerte waren die zu berücksichtigenden Parameter. Das Gebäude in Holzständerbauweise erhielt eine Gebäudehülle aus Metall - am Dach Trapez, an der Wand Welle.

Vier Weimarer Firmen haben sich zusammengetan, um gemeinsam einen Betriebskindergarten in Weimar errichten zu lassen. Die Unternehmen wollen ihren Angestellten Kindergartenplätze mit flexiblen Betreuungszeiten bieten und so die Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützen. Zudem soll das Angebot ein Bonuspunkt bei der Gewinnung neuer Fachkräfte sein. Als Betreiber der Einrichtung konnte der Trägerwerk Soziale Dienste e. V. gewonnen werden.

Im Sommer 2017 ging es an die Suche nach einem geeigneten Grundstück. Eine ruhige Lage, viel Grün, die Nähe zu den Firmensitzen sowie die gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln und mit dem PKW waren wichtige Standortfaktoren. Die Wahl fiel auf ein Grundstück am Rande des Gewerbegebiets „Kromsdorfer Straße“ in Nachbarschaft der Kletterhalle Weimar. Diese inspirierte die Firmenangestellten auch bei der Namensgebung. Ihr neuer Betriebskindergarten heißt „Gipfelstürmer“.

Offene Bauweise für viel Bewegung

Der Kindergarten wird nach dem Konzept der offenen Arbeit betrieben. Die unterschiedlichen Bedürfnisse und Fähigkeiten der Kinder werden in den Mittelpunkt gestellt und individuell gefördert. Die Kinder können sich relativ frei im Haus bewegen und selbstbestimmt den Raum wählen, der sie interessiert und in dem sie sich aufhalten möchten. Ziel der Architekten war es daher, ein Gebäude mit einer einfachen, klaren Struktur zu schaffen, in der sich die Kinder gut orientieren können. Die Einrichtung unterteilt sich in einen Kindergartenbereich für 60 Kinder, einen Krippenbereich für 12 Kinder und einen gemeinschaftlich genutzten Bereich mit Foyer, Verwaltung und Kinderrestaurant. Jeder Bereich hat ein durch ein Oberlicht erhelltes Zentrum. Neben seiner Klarheit und Übersichtlichkeit besticht der Entwurf durch Flexibilität und Nachhaltigkeit. Die Gruppenräume des Kindergartens sind neutral gestaltet und für wechselnde Angebote nutzbar. Großzügige Innenverglasungen gewähren Einblicke in die Gruppenräume. Sie erleichtern den Kindern die Auswahl von Spielangeboten und den Betreuern die Beaufsichtigung. Zentraler Treffpunkt des Hauses ist das Kinderrestaurant mit der Ausgabe- und Mitmachküche, in der sich die Kinder unter Aufsicht selbst als Koch oder Bäcker versuchen können. Das Restaurant kann bei schönem Wetter um Sitzgelegenheiten auf der Gartenterrasse erweitert werden.

Zügiger Baufortschritt

Das Bauvorhaben war an einen straffen Zeit- und Finanzierungsplan geknüpft. Das beeinflusste die Wahl der Bauweise. Das eingeschossige Gebäude wurde als Holzständerbau auf einer Plattengründung errichtet. Eine Unterkellerung war nicht nötig. Die Innenwände wurden als Holzständerwände mit zum Teil holzsichtiger Oberfläche oder als Trockenbauwände ausgeführt. Abgehängte Akustikdecken verbessern die Hörsamkeit in den Kita-Räumen.

Die äußere Gestaltung des Betriebskindergartens greift Motive von Industriearchitektur auf. Das Dach wurde als Shedkonstruktion ausgeführt. Dacheindeckung und Außenwandbekleidung erfolgten mit profiliertem Metallblech. Großzügige „Schau“-Fenster stellen den Bezug zwischen innen und außen her, sodass der Garten auch aus den Gruppenräumen heraus erlebbar wird.

Brigitte Latsch

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 24/2020