Dachdecker Kühne sanierte das Dach der Stadthalle Kassel mit einer Unterdeckbahn und einer Traglattung auf der 300.000 Biberschwanzziegeln liegen – jeder einzelne fest verklammert.
Die Stadthalle Kassel ist ein historisch und architektonisch wertvolles Veranstaltungsgebäude im Stadtteil Vorderer Westen von Kassel. Das Juwel wurde von 1911 bis 1914 nach den Plänen der Architekten Ernst Rothe und Max Hummel errichtet. Der monumentale neoklassizistische Portikus der Stadthalle beherrscht die Silhouette der näheren Umgebung. Im Inneren befinden sich unter anderem zwei große Säle, von denen der größte, der Festsaal, bei normaler Bestuhlung über 1.800 Besuchern Platz bietet. „Nachdem in den vergangenen Jahren bereits der Blaue Saal, der Festsaal sowie die Sandsteinfassade des Kongress Palais aufwendig saniert wurden, erfolgt mit den Dacharbeiten nun ein weiterer wichtiger Schritt, um die einzigartige historische Substanz des Gebäudes zu erhalten“, so Andreas Bilo, Geschäftsführer der Kassel Marketing GmbH.
Sanierung in 3 Bauabschnitten – bei laufendem Betrieb
Gründe genug also, das Dach des Kongress Palais rund 40 Jahre nach der letzten Modernisierung vollständig neu einzudecken. Die Dachfläche des historischen Dachstuhles umfasst rund 6.300 m2. Aufgrund dieser Dimensionen und des laufenden Veranstaltungsbetriebes ist die Sanierung auf die Dauer von fast einem Jahr anberaumt. Die Arbeiten haben im Mai 2018 begonnen und werden bis August 2019 in drei Bauabschnitten durchgeführt.
150 m Grate, 95 m Kehlen
„Wenn man auf dem Gerüst an der Traufe steht, werden einem die Dimensionen erst so richtig bewusst. Beispielsweise die Grate mit 150 m Länge (bis 37,5 m Einzellänge) oder die 95 m langen (bis 30 m Einzellänge) durchgedeckten Biberschwanzkehlen sind definitiv kein alltäglicher Anblick – auch uns als Fachleute,“ so Klempnermeister Michael Kühne, Geschäftsführer des gleichnamigen Innungsbetriebes aus Kassel/Lohfelden.
Marius Schorer