News 2011-03-30T00:00:00Z Brandschutz in der Arena

Die Esprit Arena war Tagungsort des fachtechnischen Tags des Dachdecker-Verbands Nordrheins. Die Vorträge befassten sich mit den Neuerungen der Fachregeln, außerdem stand die Analyse spektakulärer Brandschäden im Vordergrund.

Pünktlich "zum Anpfiff" kamen die Dachdecker zur Esprit-Arena nach Düsseldorf. Wo sonst Fortuna Düsseldorf ihre Spiele in der zweiten Fußballbundesliga austrägt, begrüßte in der Lounge Stefan Küppers, Vorsitzender des Fachtechnischen Ausschuss DDV Nordrhein, rund zweihundert Dachdecker, unter ihnen auch den Vorsitzenden des Verbands Nordrhein, Dirk Bollwerk.

ZVDH-Geschäftsführer Josef Rühle begann seinen Vortrag mit der Frage: "Warum gibt es eigentlich so viel Neuerungen bei den Regelwerken?". Gestiegene Anforderungen fordern auch von den Regelwerken eine Anpassung "In dieser "Rushour" ergibt sich, dass zum Beispiel im Bereich Solar viele Bereiche nicht mehr aktuell waren vor allem in Sachen Windschutz", so Rühle. Bei der Neukonzipierung der Fachregeln für Metallarbeiten gab es den Wunsch, beide Regelwerke (ZVSHK und ZVDH) zu ergänzen und zu einer Fachregel zusammenzufassen. "Wesentlich Änderungen gab es bei den Werkstoffen für Deckunterlagen. Faserplatten nach DIN EN 622-2/3 sind als tragende Unterkonstruktion nicht geeignet. Wenn Sie eine OSB-Platte einsetzen, dann prüfen Sie bitte die Umgebungssituation", so Rühle.

"Schäden vermeiden durch sachgerecht hergestellte Flüssigabdichtungen von Balkonen", war das Thema von Dachdeckermeister Adolf Reuter (Enke-Werke). "Häufigste Fehlerquelle sind verschmutzte Untergründe und eine Unkenntnis der Produkte. Eine ungenügende Tragfähigkeit sollten Sie ebenfalls überprüfen, bevor Sie an die Verarbeitung gehen", sagte Reuter. Er erläuterte die Unterschiede zwischen ein- und mehrkomponentigen Flüssigkunststoffen und zeigte Schadensbilder. "Sie sind keine Wundermittel, es werden immer noch Fehler gemacht. Umso wichtiger sind Schulungen, nutzen Sie die Angebote der zertifizierten Hersteller", riet Reuter.

DDH Autor Rainer Pieper von Sita erläuterte anschaulich, wie Dachdecker fachgerechte Notentwässerungen planen und verarbeiten. "Wenn Wasser nicht ordnungsgemäß abläuft und vor allem Hallen billig gebaut werden, sind Einstürze vorprogrammiert", warnte Pieper. Er erklärte, wie Entwässerungssysteme funktionieren und welche Regelwerke maßgeblich sind. "Eine ideale Planung sorgt dafür, dass auch ein Jahrhundertregenereignis vom Dach abgeführt wird. Sie müssen vor allem wissen, wie groß die Fläche des Gebäudes ist und welche aufgehenden Bauteile vorhanden sind", so Pieper.

Brände in Bildern

In der Pause hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, sich das Esprit-Stadion näher anzusehen. Zwei bedeutende Schadensbrände beleuchtete nach der Pause Rechtsanwalt Uwe Kessel mit Bildern: Den Brand im Flughafen Düsseldorf und der Kirche St. Peter. Kessel gab zudem eine kurze Einführung über die gängigen Strafvorschriften. "Es müssen bestimmte Dinge brennen, damit ein fahrlässiges Branddelikt vorliegt, zum Beispiel fahrlässige Tötung oder fahrlässige Körperverletzung. Die Frage der Ursächlichkeit spielt für die Beweisführung eine entscheidenden Rolle. Beim Flughafenbrand wurden zum Beispiel, entgegen den Vorschriften, 14 Tonnen Polystyrol eingebaut, das sind ursächliche Versäumnisse", betonte Kessel.

Mit Schäden ging der Nachmittag weiter. Über "Bauschäden vor Abnahme unter besonderer Berücksichtigung des Dachdeckerhandwerks", sprach Hans-Peter Schadow von der VHV Versicherung, die unter anderem den Schaden an der Kirche St. Peter regulierte. Schadow präsentierte die technischen Versicherungen seines Unternehmens. "Wir versichern Sie bei der Absicherung von Eigenschäden. Die Kosten betragen 1,45 Prozent von der Umsatzsumme, bei PV-Anlagen 1,85 Prozent", warb Schadow.

Serie Windsog

Johannes Messer

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 08/2011

zuletzt editiert am 11. Dezember 2020
Newsletter