Im Dezember fand im Landesbildungszentrum des Sächsischen Dachdeckerhandwerks die gemeinsame Obermeister- und Delegiertenversammlung des Landesinnungsverband mit der Wahl des Landesinnungsmeisters statt.
Christoph Brosius erhielt das volle Vertrauen und wurde als Landesinnungsmeister wiedergewählt. Zuvor rief die Kollegen auf, sich den verändernden gesellschaftlichen Anforderungen nicht zu verschließen. Er erläuterte, welche Auswirkungen die demografische Entwicklung in den nächsten Jahren in Sachsen haben wird. Seine klare Aussage: "Wer heute nicht ausbildet, hat morgen keinen Betriebsnachfolger!". Brosius zeigte sich überzeugt, dass sich auch das Preisniveau ändern wird. Der Mindestlohn wird kein Thema mehr sein, da gute Gesellen mehr Lohn erhalten. Der Landesinnungsmeister verdeutlichte, wie sich ein in Insolvenz gegangener "Ein-Mann-Nichtmitglieds-Betrieb" kalkuliert hatte und erläuterte Hintergründe der Umwandlung eines Teils des 13. Monatseinkommens. Dass dies das zurzeit brisanteste Thema ist, zeigte auch die Diskussion der über hundert Delegierten mit dem Hauptgeschäftsführer des ZVDH, Rechtsanwalt Ulrich Marx. Marx entschuldigte den etwas holprigen Gang der Informationen zur Umwandlung und ging näher auf Hintergründe und Detailfragen sowie weitere Themenschwerpunkte der aktuellen ZVDH-Politik ein, zum Beispiel den kontroversen Ansichten um das Bauforderungssicherungsgesetz. Bei diesem Thema wurde ihm das einstimmige Votum der Anwesenden mit auf den Weg gegeben, dass das Ziel keine juristische Sicherheit, sondern tatsächliche Vergütung in voller Höhe für die im voraus erbrachte Bauleistung sein muss.
Vorher hatte der Vortrag des energiepolitischen Sprechers der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Johannes Lichdi, für angeregte Diskussionen gesorgt, der dazu aufrief, sich intensiver an der Nutzbarmachung regenerativer Energien, zu beteiligen. Abschließend fanden weitere Wahlen statt. So wurden Roberto Heilscher als Kassenwart des Landesinnungsverbandes und Annett Werzner als PR-Referentin des Landesbildungszentrums im Amt bestätigt. Neu in den Vorstand des Landesinnungsverbandes wurde Kay Wagner als stellertretender Landesinnungsmeister gewählt. Er ist mit seinen 34 Jahren das jüngste Vorstandsmitglied und sieht große Chancen in der Vernetzung der Dachdecker durch moderne Kommunikationswege. Gerade auf dieser Basis will er versuchen, auch Jungmeister intensiver zu erreichen und für die Gemeinschaft zu begeistern. Nach einem anstrengenden Versammlungsmarathon wünschte der Landesinnungsmeister den angereisten Handwerkern einen seligen Advent und ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2011.