News 2012-02-15T00:00:00Z Bruder Jakob in Mayen

Von A wie Arbeitsschutz bis Z wie Zentralverband reichte die breite Themenpalette der diesjährigen Mayener Meisterwoche. Stimmungsvoller Beginn war ein mehrstimmiger Kanongesang der Teilnehmer.

Das hat es zum Auftakt der Mayener Meisterwoche noch nicht gegeben, dass die Teilnehmer einen Kanon zur Melodie von Bruder Jakob anstimmen. Ermöglicht hat dies Referent Marcus Smola, Geschäftsführer der Best Western Hotelkette, der zuvor die Zuhörer mit seinen Ideen zur Steigerung der Kundenzufriedenheit begeisterte. "Verblüffen Sie Ihre Kunden immer wieder aufs Neue," so Smola. "Sie erreichen damit ihre emotionale Ebene und bleiben in positiver Erinnerung."

In positiver Erinnerung bleibt auch der Vortrag von ZVDH-Präsident Karl-Heinz Schneider, der den Referentenreigen der diesjährigen Meisterwoche eröffnete. Kurzweilig, aber dennoch umfassend informierte er über die aktuellen Themen des Dachdeckerhandwerks. Der Themenbogen umspannte die statistische Entwicklung, die Tarifpolitik, die Imagekampagne des Handwerks und die politische Lobbyarbeit. Dabei forderte Schneider noch mehr politisches Engagement von seinen Handwerkerkollegen auf allen Ebenen: "Nur wenn wir uns selbst in die Politik einbringen, haben wir bessere Chancen unsere eigenen Ziele durchzubringen."

Der zweite Tag konzentrierte sich ganz auf die Fachtechnik. Den Beginn machte Josef Rühle, Geschäftsführer Technik ZVDH und dem Publikum der Meistertage unter anderem bekannt für die stets lebhafte Vorstellung aktueller Änderungen im Regelwerk. In diesem Jahr stellte Rühle den Gelbdruck der "Fachregel für Dachdeckungen mit Dachziegeln und Dachsteinen" vor.

Im Anschluss ging Christian Anders, technischer Berater beim ZVDH, auf die "Hinweise zur Lastenermittlung" ein. Diese sollen in Zukunft nur noch im Streit- und Sonderfall gelten und dienen, bezogen auf das alltägliche Arbeiten, eher "als Vertiefungsliteratur", so Anders. Ziel dabei ist es, die Inhalte der Fachregel für die praktische Anwendung zu vereinfachen.

Fachtechnik und Schadensfälle

In seinem zweiten Vortrag fasste Josef Rühle "Aktuelles aus der Fachtechnik" zusammen, darunter beispielhafte Änderungen in der Fachregel für Abdichtungen 2011, die Änderungen vom Gelbdruck zum Weißdruck in den Hinweisen zur Lastenermittlung und Änderungen im Produktdatenblatt für Dampfsperrbahnen.

Nach dem gebündelten Info-Block über die Entwicklung der Fachregeln wechselte die Perspektive am Nachmittag in Richtung der Sachverständigen. Die Dachdeckermeister und Sachverständigen Lothar Henzler und Wolfgang Vierling stellten in ihrem Vortrag "Aus Schadensfällen lernen Konsequenzen für die tägliche Betriebspraxis" einige mit zahlreichen Fotos dokumentierte Fälle aus der Praxis vor. Im gelungenen Wechselspiel präsentierten Henzler und Vierling die Fälle, darunter Probleme mit der Entwässerung eines Busbahnhofes und eines Balkons mit Brüstung, das Problem aufgehender Nähte durch Mikroben im stehenden Wasser und die entstehenden Konsequenzen, wenn bei Kunststoffbahnen keine adäquate Randbefestigung ausgeführt wird.

Beim letzten Thema des Tages referierte Dipl.-Ing. Jens Möller, Technischer Berater des Landesinnungsverbandes Hessen, über den praktikablen und effektiven Arbeits- und Gesundheitsschutz im Dachdeckerbetrieb. Zentrale Erkenntnis der Ausführungen: "Wer nichts macht, macht schon alles falsch." Denn obwohl Dachdecker im Arbeitsschutz eine kaum überschaubare Menge an Regelungen beachten müssen, fehlt es vielen an Fachwissen. Das kann mehr als teuer werden, unterstrich Möller.

Ordner mit Praxishilfen

Der Freitag begann mit dem Vortrag von Tobias Schellenberger vom Industrieverband Polyethuran-Hartschaum. Sein Thema: "Von der Energieeffizienz zur Nachhaltigkeit Chance oder Hemmnis für das Dachdeckerhandwerk?" Schellenberger gab ein Überblick zur Diskussion über den Nachhaltigkeitsbegriff und stellte ein Bewertungssystem für Gebäude vor.

Ein ganz neues Thema für die Mayener Meistertage präsentierte Tom Noeding vom Portal evangelisch.de:

"Facebook, Twitter und Co. auch etwas für Dachdeckerbetriebe?"

war Thema und Leitfrage zugleich. Noeting zeigte zunächst die rasant wachsende Bedeutung des Internets und der sozialen Netzwerke in allen Lebensbereichen Politik, Wirtschaft, Freizeit auf. Auch der Zugang für die Allgemeinheit wird immer leichter, Smartphones werden Normalität, die Preise dafür sinken rapide, ein ständiger Online-Zugang wird der Normalfall. Noeding formulierte für seine Zuhörer ein klares Ziel:

"Ich will Ihnen Mut machen, da einzusteigen."

Dr. Christian Zentgraf, Sachverständiger und Berater für die Themen betrieblicher Arbeitsschutz, Arbeitssicherheit und Umweltschutz, schloss mit seinem unterhaltsamen Vortrag zum Thema Ladungssicherung inhaltlich an das Referat zum Thema Arbeitssicherheit an. Den Abschluss der Mayener Meistertage bildeten die Vorträge von Kurt Michels zum Thema Abdichtungstechnik und ZVDH-Hauptgeschäftsführer Ulrich Marx zum Thema Betriebsführung.

Elke Herbst und Malte von Lüttichau

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 04/2012.

zuletzt editiert am 11. Dezember 2020
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