News 2011-06-24T00:00:00Z BUGA: Pavillon als Blickfang

Das rheinlandpfälzische Dachdeckerhandwerk präsentiert sich auf der BUGA 2011 im optisch außergewöhnlichen Pavillon der Handwerkskammer Koblenz.

Die Aktionswoche bedeutete, dass in dieser Woche der Pavillon der Handwerkskammer Koblenz dem Dachdeckerhandwerk zur Verfügung steht und hier diverse Veranstaltungen generiert wurden. Neben den einzelnen Vorträgen wurde ein Seminartag konzipiert, zu dem Planer von Bauverwaltungen und Architekten als Entscheidungsträger eingeladen waren. Zur Eröffnung konnte Landesinnungsmeister Johannes Lauer auch Gäste begrüßen, die von außerhalb der Landesgrenzen angereist waren.

Zunächst referierte der rheinlandpfälzische Sachverständigenobmann, Dachdeckermeister Herbert Gärtner über Fotovoltaikanlagen auf Dächern, unter dem Motto: "Wer hat mein Dach so zerstört?". Mit eindrucksvollem Fotomaterial von geschwächten und zerstörten Dachkonstruktionen, bzw. unsachgemäß von Dachdeckerfernen Gewerken erstellten Anlagen wurde deutlich die Problematik dargelegt.

Das pure Streben nach Renditen wird durch die nun sanierungsreifen Dächer jäh zu einer Ernüchterung führen. Ohne fachgemäße Planung und Involvierung von "Dachkundigen" Personen bleibt ein erhöhtes Risiko bei der Montage von Fotovoltaikanlagen bestehen.

Es ist insbesondere zu prüfen, ob die Statik und die vorhandenen Dachdeckungs-Materialien überhaupt geeignet sind, die Lasten und sonstigen Beanspruchungen einer Fotovoltaikanlage auszuhalten.

Klaus-Peter Bader von der Firma Rathscheck Schiefer erläuterte die Gestaltungs- und Einsatzmöglichkeiten von Schiefer, unter anderem die traditionellen Deckarten an Dach und Fassade sowie neuere und neueste Kreationen für Dach- und Wand. Gerade für Planer waren die Gestaltungsmöglichkeiten mit Schiefer eine aufschlussreiche Sache. .

Ökologisch passend:

Rainhard Dehnert, Anwendungstechniker der Firma Bauder, zeigte in seinem Vortrag die Schönheit und Vorzüge von Dachbegrünungen auf. Außerdem seine Schwerpunkte: Von der Regenrückhaltemöglichkeit über die längere Haltbarkeit von Dachkonstruktionen, sowie die ökologischen Vorteile von Dachbegrünungen. Als praktisches Beispiel zeigte Dehnertanschaulich die um den Veranstaltungsort (Handwerkskammer Pavillon) herum verlegte Dachbegrünung der Firma Bauder. Hier wurde auf einem fiktiven Dach eine Dachbegrünung angelegt, so dass die Besucher der BUGA einen Bezug von Bundesgartenschau zu Dachbegrünungen erkennen können.

Einen Ausblick in die Zukunft und ein Resümee eines zukunftsweisenden Projektes erläuterte Christian Kellner von der Firma Velux, die das richtungsweisende Objekt des Lichtaktivhauses Modell Home 2020 als CO2 als neutrales Gebilde konstruierte. In Hamburg Wilhelmsburg wurde eine Doppelhaushälfte einer älteren Siedlung durch den Einsatz von erneuerbaren Energien und einer durchdachten und durchgeplanten Konstruktion bezüglich Lichtquellen, Solareinsatz und solare Energiegewinne der nächste Schritt in die Zukunft generiert. Das so auch energetisch sanierte Haus wird durch eine Probefamilie bewohnt, um hier weitere Erkenntnisse bezüglich Nutzerverhalten und konstruktiven Vorteilen zu erhalten. Der Anwendungstechniker der Firma Triflex, Dipl. Ing. Jan Wittenmöller erläuterte in seinem Referat die Einsatzmöglichkeiten und die Verarbeiterfreundlichkeit von Flüssigkunststoffen.An Fallbeispielen konnte effektiv die Vielseitigkeit des mittlerweile gut eingeführten Materials dargelegt werden.

Solar Na klar!

Dachdeckermeister und Produktmanager Josef Löscherbach von der Firma Alwitra referierte über das Abdichtungssystem mit integrierter Fotovoltaikanlage. Die Vorteile einer Dach-, bzw. Bahnenintegrierten Verlegemöglichkeit wurden anschaulich durch respektable weltweite Projektbeispiele untermauert, unter anderem stellte Löcherbach das Objekt Weserstadion SV Werder Bremen vor. Als klassischer Vorteil eines bahnenintegrierten Fotovoltaiksystems sind die klare Gewerbetrennung und die vollkommen reduzierte Gewichtsproblematik aufzuführen.

Last but not least zeigte Dachdeckermeister Herbert Gärtner in seinem Vortrag die Problematik von zu hoher Feuchtigkeit, gerade in Neubauten und bei handwerklichen Fehlern auf. Der Vortrag unter dem Motto: "Schimmel geplant und ausgeführt?" zeigte auch Beispiele für den Schadenträchtigen Einsatz von ungeeigneten Materialien zur Herstellung von Luftdichtheit, sowie die häufig stattfindende unglückliche Zeitplanung im Bauablauf. Trotz des Brückentages war die Obermeistertagung gut besucht und Landesinnungsmeister Dachdecker- und Klempnermeister Johannes Lauer leitete die Diskussion über die zukünftige strategische Aufstellung und die Ziele des Landesinnungsverbandes. In einer teilweise kontrovers, aber sehr konstruktiv geführten Diskussionsrunde wurden Möglichkeiten und Wege ausgelotet und besprochen, wie die zukünftige Aufstellung des Landesinnungsverbandes erfolgen sollte. Die Betreuung bei der Nachwuchswerbung erfolgte durch die Lehrlingswartin der Dachdeckerinnung Mayen Ahrweiler, Dachdeckermeisterin Jenna Kowalski und Dachdeckermeister Andreas Splettstösser, welche beide im Jahre 2010 am Bundesbildungszentrum ihre Meisterprüfung ablegten. Neben ausführlichem Prospekt- und Infomaterial konnten sich die Besucher den Film über das Dachdeckerhandwerks an den Bildschirmen ansehen.

Das Dachdeckerhandwerk i wird durch die Kristalle sowie die Gründachanlage um den Pavillon herum eindrucksvoll repräsentiert. Die Kristalle, welche durch die einschlägige Industrie bestückt wurden, sind künstlerisch der Form des Pavillons nachempfunden, so dass hier ein Gesamtbild entsteht. Insgesamt war die Aktionswoche eine gelungene Veranstaltung mit sogar großem öffentlichem Interesse und eine genutzte Gelegenheit für die gesellschaftliche Darstellung des Dachdeckerhandwerkes.

Herbert Gärtner

PR Referent Rheinland-Pfalz

zuletzt editiert am 24. Februar 2021
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