Steildach 2011-02-15T00:00:00Z Dach als System

Köln/Potsdam/Hamburg: In dreifacher Auflage fand im Frühjahr der Braas Dachkongress statt. Neben den hauseigenen Produkten stand die Frage im Mittelpunkt, welche Trends für den Dachdecker das Geschäft der Zukunft bestimmen.

Der Aufwärtstrend bleibt erhalten diese Aussage von Dr. Rudolf Rauss, Vorsitzender der Geschäftsführung der Monier Braas GmbH, stand zum Auftakt des Braas Dachkongresses im Zentrum seiner einleitenden Marktbetrachtung. In Zahlen: vier bis fünf Prozent Wachstum im abgelaufenen Jahr, plus vier Prozent in 2011. Rauss schlug vor rund 300 Besuchern im gut gefüllten Saal der MMC Studios in Köln-Hürth den Bogen von der Unternehmensstrategie zu neuen Produkt- und Serviceangeboten. Deutlich wurde dabei die Betonung des Systemangebots mit entsprechenden Serviceleistungen für den Verarbeiter. Stellvertretend dafür ist das wieder verstärkte Engagements des Unternehmens im Solarbereich zu nennen Rauss kündigte für das laufende Jahr Aufdach- und Indachlösungen in der Photovoltaik an.

Häuser als Kraftwerke

Der erste Fachreferent Prof. M. Norbert Fisch, Direktor des Instituts für Gebäude- und Solartechnik in Braunschweig, warf in seinem Vortrag "Auf dem Weg zum Aktivhaus Gebäude als Kraftwerke", anhand von zwei bereits realisierten Objekten den Blick in die Zukunft. Fisch betonte dabei die künftige Bedeutung des Hauses als dezentrales Kraftwerk. Aktuell, so Fisch, verbrauchten die Faktoren Gebäude und Mobilität circa achtzig Prozent des gesamten Energiebedarfes. In der "Stromgesellschaft" von morgen werden statt zentraler Kraftwerke dezentrale "Smart Grids" den Markt dominieren und unter anderem Automobile mit Strom versorgen. Fischs Resümee: "Verkaufen Sie Ihren Kunden ein komplettes Dach mit Photovoltaik, damit machen Sie keinen Fehler."

Dr. Peter Hettenbach, Inhaber des Instituts Innovatives Bauen, trug vor zum Thema: "Zurück in die Zukunft Trends für Baustoffbranche". Hettenbach gab in seiner Analyse konkrete Hinweise für die Marktbearbeitung durch Dachdecker. Das größte Potenzial identifizierte er auf Kundenseite im Bereich der Wohneigentümergemeinschaften. Hier gelte es, durch günstige Sanierungsanalysen Kundenvertrauen zu bilden, andererseits Finanzierungshürden zu überwinden, etwa in Zusammenarbeit mit örtlichen Sparkassen. Immer wichtiger werde es zudem, gewerkeübergreifende Netzwerke, auch mit Architekten zu bilden.

Workshops und Calmund

Ebenfalls in die Zukunft blickte ZDF-Meteorologe Dr. Gunther Tiersch, der die Auswirkungen des globalen Klimawandels für Deutschlands beschrieb. Tiersch zeigte die Zusammenhänge und Konsequenzen von steigenden Temperaturen, Sturmstärken und Extremniederschlägen auf, letztere werden in den kommenden Jahrzehnten bis zu 25 Prozent ansteigen. Nach der Mittagspause bot sich den Teilnehmern die Gelegenheit, in Workshops und an Montagestationen Produkte praktisch zu testen, zu diskutieren und die Neuerungen für 2011 in Augenschein zu nehmen. Den Abschluss der Veranstaltung bildete der Vortrag des früheren Fußball-Managers Reiner Calmund. Calmund traf in seinem anekdotenreichen Vortrag: "Mit Kompetenz und Leidenschaft zum Erfolg" den richtigen Ton und sorgte in seiner bekannten Art für Kurzweil und gute Stimmung bei den Teilnehmern der Veranstaltung.

Malte von Lüttichau

zuletzt editiert am 11. Dezember 2020
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