Die Basisarbeit ist geleistet, die Finanzierung geklärt, zum Wintersemester 2013/2014 startet ein neuer Studiengang. Dachdecker und Klempner können in Rosenheim alles zur Gebäudehülle lernen.
Knapp 40 Teilnehmer des Fördererpools und Unterstützer waren der Einladung des ZVSHK zum Gründungsfinale gefolgt. Engagiert und entscheidungsfreudig wurden alle Tagesordnungspunkte innerhalb von nur 4½ Stunden präsentiert, diskutiert und abgearbeitet. Was jetzt folgt, ist das Umsetzen der Marketingstrategien zur Bekanntmachung des neuen Bildungszweiges, Ziel: mindestens 25 Studiengänger.
"Wir brauchen dringend Ingenieure, die verstehen, wie ein Gebäude "gesamtheitlich" funktioniert, und die wissen, wie Energie effizient bereitgestellt werden kann", so leitete Hochschulpräsident Professor Heinrich Köster die Veranstaltung ein. Unter TOP 1 stand die Präsentation der inhaltlichen und organisatorischen Anbindung der Studienrichtung Gebäudehülle an bestehende Studiengänge.
Neue Formen verlangen neue Maßnahmen
Der ZVSHK beantwortet die Frage nach der Zielsetzung für einen Studiengang wie folgt: "Internationale Architekturstars, Designgrößen und innovative Planer schaffen immer aufsehenerregendere Gebäude, bei denen die eingesetzten Materialien über ihre eigentliche Wetterschutzfunktion hinaus als gestalterisches Element einen gewichtigen Part übernehmen. Futuristische Bedachungen und Fassaden dominieren immer stärker die Funktion von Gebäuden. Dabei kann bei der Planung und Vorbereitung komplizierter und großer Objekte schon heute nicht mehr auf CAD-Einrichtungen in Vernetzung mit Produktionsmaschinen verzichtet werden. Insbesondere aber die gezielte Einbindung von Fremdleistungen in der Planung und Ausführung mit leistungsfähigen Partnern wie Dachdeckern, Zimmerern, Fenster- und Fassadenbauern oder Stahlbauern erfordert Führungskräfte, die die "Kunst" beherrschen, eine praxisgerechte Koordination der einzelnen Gewerke in Abstimmung mit der Bauleitung und in Abhängigkeit von Arbeitsabläufen und Baufortschritt zu gewährleisten. Für Großprojekte oder Sonderprojekte sind Fachingenieure gefragt, die Planern und Architekten die vielen Möglichkeiten im Dach- und Fassadenbereich erläutern können.
Bauherren und Öffentliche Auftraggeber fordern Ansprechpartner, die auf Augenhöhe mit ihnen kommunizieren können."
Es war höchste Zeit, für den wachsenden Wirtschaftsbereich mit dem Schwerpunkt Dach und Fassade eine Studienrichtung ins Leben zu rufen. Sie vermittelt den Studenten dieses Qualifikationsprofil, das damit den steigenden Anforderungen der Unternehmen an die Qualifikation ihrer Mitarbeiter entspricht darüber sind sich alle Sponsoren und Initiatoren des Studiengangs aus der SHK- und Dachdeckerbranche einig. Beispielhafte Anwendungsbereiche für das erarbeitete Fachwissen der Gebäudehülle sind:
- geneigte Dächer und Unterdächer
- Flachdächer und Lichtdachkonstruktionen
- vorgehängte und hinterlüftete Fassadenbekleidungen und die damit zusammenhängenden Isolierungen
- materialübergreifende Beherrschung der verschiedenen Bauweisen
- Fachkenntnisse zu Fassadenbekleidungen aus Metallen, Schiefer, Faserzement, Steinplatten, - Ziegel, Keramikplatten, Kunststoffplatten
- Konstruktive Sanierung sowie die energetische Ertüchtigung von Dach- und Wandkonstruktionen und vieles mehr.
Hochschulreife als Voraussetzung
Zulassungsvoraussetzung ist die Fachhochschulreife oder die fachgebundene/allgemeine Hochschulreife. Auch Interessenten, die ihre Meisterprüfung im Klempner- oder Dachdeckerhandwerk abgelegt haben, können sich nach einem vorausgehenden Beratungsgespräch an der Fachhochschule in Rosenheim für diese Studienrichtung bewerben.
Klaus Siepenkort
Den ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe DDH 15.2012.