„Nach dem Landesverbandstag ist vor den Dachtagen“, mit diesen Worten eröffneten Geschäftsführer Rolf Fuhrmann und DDM Herbert Gärtner am 27.09.2016 die 5. Dach-Tage in Mainz.
Jugendorganisation „Zukunft Dachdecker“
Müssen wir Dachdecker der DIN 1946-6 blind gehorchen und für jede Sanierung ein Lüftungskonzept erstellen?“ fragte der Moderator und stellvertretender Landesinnungsmeister Michael Zimmermann den Geschäftsführer Technik vom ZVDH Josef Rühle und fügt hinzu: „diese Forderung wird seitens der Industrie und verschiedenen Sachverständigen immer öfter an herangetragen“. In seinem ersten Vortrag erklärt Josef Rühle die genauen Lüftungsanforderungen. In seinem Vortrag „Praktische Lösung zur Lüftungsproblematik“ erklärte Sebastian Kording die verschiedenen Möglichkeiten von Velux. Der Dachflächenfensterhersteller bietet nutzerunabhängige Systeme zur Wohnungslüftung an. Im dritten Vortrag des ersten Tages, ging Josef Rühle noch einmal auf die Anforderungen und Änderungen des Merkblatts Wärmeschutz bei Dach und Wand aus dem Jahr 2015 ein. Er wies ausdrücklich auf die geforderte rechnerische Trocknungsreserve bei Dächern von mindestens 250 g/m2/Jahr, nach der DIN 68800 hin. Diese Forderung ist mit diffusionsoffenen Sanierungssystemen viel leichter einzuhalten.
Der zweite Tag begann direkt mit einem mit einem brandheißen Thema. Georg Bott, Sachverständiger für den vorbeugenden Brandschutz, erklärte den Teilnehmern die notwendigen Brandschutzmaßnahmen im Dachdeckerhandwerk.
Etwas weniger technisch, aber dafür mindestens genauso interessant, war der Vortrag von Barbara Beyer, Teilhaberin eines Dachdeckerunternehmens und spezialisierte Betriebsberaterin für das Dachdeckerhandwerk. Sie zeigte zum Teil abschreckende Bilder von „chaotischen Lägern“ aber auch positive Beispiele. Der EU- zertifizierte Sachverständige für Schimmelpilzschäden Michael Zimmermann wurde vom Moderator zum Referent und zeigte an einen Fallbeispiel die bauphysikalischen Grenzen von feuchtevariablen Dampfbremsen auf. „Diese Produkte sind gerade in der Neubauphase mehr orientierungslos als intelligent“ erklärte der Schimmelpilzexperte und fügte hinzu „wenn zu viel Feuchtigkeit vorhanden ist, werden diese Dampfbremsen so diffusionsoffen wie Unterdeckbahnen.“
Das Aktuellste kam zum Schluss. Im letzten Vortrag erklärte DDM Herbert Gärtner, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Dachdeckerhandwerk, die wichtigsten Änderungen der neuen „Flachdachrichtlinie 2016“. Als Mitglied des Fachausschuss Abdichtungen und Vorsitzender des fachtechnischen Ausschuss von Rheinland-Pfalz berichtete der Sachverständige aus erster Hand und plauderte sozusagen aus dem „Nähkästchen“. Die neue Flachdachrichtlinie wird voraussichtlich ab dem 01.12.2016 in Kraft treten.