Mittenwald mit seinem schönen Alpenpanorama war für ein Wochenende ganz in "Dachdecker-Hand". Der Dachdecker-Truck war Blickfang auf dem Marktplatz, außerdem beeindruckend: Ein Riesenfernrohr in über zweitausend Metern Höhe.
Geschickt wurden die Besucher im kleinen Touristenstädtchen Mittenwald geführt. Schon einige Kilometer vor dem Zielort standen erste Hinweisschilder mit dem Dachdeckerlogo und wiesen auf den Landesverbandstag der Bayerischen Dachdecker hin. Wie in einer Schnitzeljagd führten die Schilder mit dem Firstl bis zur TSV-Veranstaltungshalle. Während der zum Teil langen Anfahrt hatten die Teilnehmer genügend Zeit, die prächtigen Alpenkulisse auf den steilen Passstraßen zu bestaunen. Am Freitagmorgen gab Bernd Lustig, Redakteur des Bayerischen Rundfunks zu Einstieg seine Erfahrungen mit Dachhaien zum Besten. Lustig leitete als Moderator die Tagung. Mittenwalds Bürgermeister Adolf Hornsteiner macht den Dachdeckern Mut: "Das Handwerk wird eine Renaissance erleben, da bin ich mir sicher. Im Zeitalter der neuen Medien braucht es Konstanz. Hierfür stehen Sie mit ihrer Kompetenz", so der Bürgermeister.
In einem lockeren Dialog präsentierte die beiden ZVDH-Vizepräsidenten Stephan Eickhoff und Andre Büschkes die neusten ZVDH-Aktionen in Sachen Fachtechnik und Marketing, zum Beispiel die Gerüstplanaktion mit dem Spruch: "Oben ohne macht nur Spaß, bis es anfängt zu regnen" und die neue Fachinformation "Windsogsicherung". Beide Ehrenamtsträger machten deutlich, dass die Bereiche Marketing und Fachtechnik eng miteinander verknüpft sind.
Marketing: In der Halle und vor der Tür
Landesinnungsmeister Ewald A. Kreuzer begrüßte in seinem Grußwort auch Westfalens Landesinnungsmeister Manfred Struwe, der in Mittenwald Weiterbildung und Urlaub verband. Wie immer kritische Worte fand Kreuzer für die Berufsgenossenschaft und die steigenden Kosten für Dachdecker:"Mittlerweile werden immer mehr Berufskrankheiten wie Arthrose auf uns abgewälzt. Die Finanzierung solcher Krankheiten muss unbedingt auf breitete Schultern gestellt werden".
Nach den Ehrungen präsentierte der bekannte Marketing-Experte Beat Krippendorf sein humorvolles Programm "Kundenorientierung und Menschlichkeit". Krippendorfs Devise: "Willst du Menschen verändern, musst du dich vorher selbst ändern". Während in der Veranstaltungshalle die Dachdecker ihren Spaß mit dem humorvollen Krippendorf hatten, ging es auf dem Marktplatz mit den Marketing-Aktivitäten weiter, allerdings hier zum Anfassen. Der Platz war ganz in Dachdecker-Hand, Blickfang war auch diesmal der Dachdecker-Truck, den Trucker Andreas Wirth geduldig 700 Kilometer weit ins Alpenland fuhr.
Johannes Messer
Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 16/2011.