2010-03-29T00:00:00Z Dachkultur in Weimar

Im Congress Centrum der Weimarhalle trafen sich vom 8. bis 9. Mai Dachdecker und Zimmerer zum zweiten gemeinsamen Bundeskongress. Außerdem wählten die Delegierten des Dachdeckerhandwerks ein neues Präsidium bei uns lesen Sie alles zur wichtigsten Branchen-Veranstaltung des Jahres.

Am Wochenende, 8. und 9. Mai stand die Goethe- und Schillerstadt Weimar seit 1999 Kulturstadt Europas ganz im Zeichen der Dachdecker und Zimmerer. Noch vor der offiziellen Eröffnung des Bundeskongresses standen die Präsidenten der beiden Verbände ZVDH und BDZ, Karl-Heinz Schneider und Ullrich Huth, der Presse Rede und Antwort. Vor 14 Journalisten erläuterten sie die momentane wirtschaftliche Situation ihrer Branche. Huth forderte stärkere finanzielle Anreize für private Haus- und Wohnungsbesitzer, damit diese Modernisierungsmaßnahmen durchführen. Auch ZVDH-Präsident Karl-Heinz Schneider befürwortet eine solche Unterstützung: "Zwei Drittel aller Wohneinheiten sind in den nächsten zwanzig Jahren sanierungsbedürftig. Da liegt viel Auftragspotential für unsere Betriebe, denn gerade das Dach steht häufig im Mittelpunkt einer energetischen Sanierung." Beide Gewerke hoffen, dass Teile der Konjunkturpakete der Bundesregierung bei den Betrieben ankommen und sich so die zu erwartende Verschlechterung der Geschäftslage verkraften lassen.

Im großen Saal der schönen Weimarhalle begrüßten ZVDH-Präsident Karl-Heinz Schneider und BDZ-Vorsitzender Ulrich Huth rund 450 Teilnehmer zur Kongresseröffnung. Moderator Manfred Ahlers, Redakteur beim ZDF, führte durch die Veranstaltung. "Statt in US-Schrottimmobilien hätten deutsche Banken besser in den deutschen Wohnungsbau investieren sollen", sagte Ahlers einleitend und wurde dafür von den Kongressteilnehmern mit spontanem Applaus bedacht. Als Weimarer nutzte Karl-Heinz Schneider in seiner Begrüßung die Gelegenheit, auf die historische Bedeutung seiner Stadt von Goethe, über die Weimarer Republik bis zum Bauhaus aber auch auf das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald hinzuweisen.

Selbstbewusstes Unternehmertum gefordert

Ein selbstbewusstes Unternehmertum forderte der thüringische Wirtschaftsstaatssekretär Christian C. Juckenack: "Wehren Sie sich gegen vorschnelle Urteile aus der Bevölkerung gegen das Unternehmertum." Juckenack, der den wegen einer Abstimmung im Landtag verhinderten thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Althaus beim Kongress vertrat, gab einen Überblick zur wirtschaftlichen Gesamtsituation. Derzeit, so Juckenack, stehe die Gesamtwirtschaft einer Jahresprognose von minus sechs Prozent gegenüber und politische Vertreter könnten "keine verlässliche Aussage über das Ende" der aktuellen Situation treffen. Eine konkrete Hilfe, "um durch die Talsohle zu kommen" biete das Konjunkturprogramm II, insgesamt "haben wir noch genug Wasser unter dem Kiel." In der anschließenden Runde diskutierten beide Präsidenten mit Juckenack über aktuelle Probleme des Handwerks.

Lebensqualität ganz oben

Mit Beat Krippendorf hatten die Veranstalter einen Auftaktreferenten verpflichtet, der Fachvorträge auch als Unterhaltung versteht. Seine bunte Mischung aus zeitlosen Marketingerkenntnissen setzte der Schweizer mit viel Humor und Entertainerqualitäten um. Dabei konnten die Teilnehmer handfeste Ratschläge zu den Themen Kundenbeziehungen ("Der Service entscheidet nicht das Produkt!"), Mitarbeiter-Kommunikation ("Für gelingende Beziehungen gibt es drei Signale: Interesse, Wertschätzung und Anerkennung.") und Führungskultur mitnehmen. Krippendorf verknüpfte mühelos Ergebnisse aus der Hirnforschung mit Anekdoten aus seiner Referententätigkeit und zog das Publikum mit einer abschließenden Musikeinlage endgültig auf seine Seite.

Während der Delegiertenversammlung und des Obermeistertages der Zimmerer führte eine Exkursion etwa 80 mitgereiste Frauen und Zimmerer auf baugeschichtlichen Wegen durch Weimar. Neben Goethes und Schillers Haus, der Anna Amalia Bibliothek, dem Stadtpark und verschiedener Denkmäler verweilte die Gruppe etwa eine Stunde im Weimarer Schloss.

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 10/2009.

Elke Herbst, Malte von Lüttichau, Johannes Messer

zuletzt editiert am 14. Januar 2021
Newsletter