Steildach 2016-11-09T00:00:00Z Dachshaar bindet

Für die Dachsanierung von Schloss Cecilienhof in Potsdam waren neben speziellen Biberschwanzziegeln insbesondere traditionelle handwerkliche Techniken gefragt. Sämtliche Biber, immerhin rund 360.000 Stück, sind mit einem Quer- und Längsschlag zu verlegen. Der Mörtel dazu – eine Spezial-Mixtur mit Anteilen aus Tierhaar für mehr Flexibilität.

Müssen denkmalgeschützte Dächer saniert werden, stehen neben Dachziegelfarbe, -form und Deckbild auch die Art der Verlegung im Mittelpunkt. Die heute übliche trockene Verlegung von Dachziegeln ist auf vielen denkmalgeschützten Bauwerken kaum oder nur in Teilbereichen zu finden. Für Dachdeckerbetriebe, die sich auf die Sanierung von solchen Objekten spezialisiert haben, gehört es daher zum „erweiterten“ Handwerkszeug auch überlieferte Verlegetechniken zu beherrschen. Am Beispiel der aktuell laufenden Sanierung der Dächer des Schlosses Cecilienhof in Potsdam, wird eine dieser Techniken näher vorgestellt.

Seltene Vermörtelung

Alle Dachflächen des Schlosses deckte man mit einem eigens für Cecilienhof hergestellten Biberschwanzziegel. Im Rahmen der aktuell laufenden Komplettsanierung werden in enger Zusammenarbeit zwischen dem Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege (BLDAM) und der SPSG, auch die Dachflächen erneuert. Das Denkmalkonzept sieht einen maximalen Substanzerhalt der weitgehend bauzeitlich erhaltenen, 6.500 m² großen Dachlandschaft vor. Deshalb soll die Neudeckung aus einem Drittel neuer Biberschwanzziegel und zwei Dritteln vorhandener historischer Ziegel erfolgen. Dazu sind rund 360.000 Flächenbiber aufzunehmen, zu reinigen, auszusortieren und zusammen mit dem Ersatzmaterial in Kalkmörtel neu zu verlegen. Hiermit beauftragte die SPSG im Teilbauabschnitt 3 den Dachdeckerbetrieb Blank aus Schwielowsee.

Auch wenn das Vermörteln von Dachziegeln den meisten Dachhandwerkern nicht unbekannt ist – war doch bis vor wenigen Jahren das Verlegen von Dachziegeln mit Mörtel noch Bestandteil der Gesellenausbildung im Dachdeckerhandwerk – werden heute Dacheindeckungen zu mehr als 98 % „trocken“, also ohne Mörtel, ausgeführt.

Sven-ErikTornow

en ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 22.2016.D

zuletzt editiert am 11. Dezember 2020
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