Für den gefahrlosen Einsatz elektrischer Betriebsmittel in Arbeitsbereichen mit wechselnden Einsatzorten, ist unbedingt ein besonderer Speisepunkt für die Stromversorgung erforderlich, da es sich bei derartigen Tätigkeiten um Arbeiten auf kleinen Baustellen handelt. Auf keinen Fall dürfen die Steckvorrichtungen der ortsfesten elektrischen Anlage (Hausinstallation) ohne Zusatzschutz verwendet werden. Zulässig sind Speisepunkte, die mit einer hochempfindlichen Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) ausgestattet sind.
Unzureichende Sicherheitsprüfungen
Der ordnungsgemäße Zustand der eigenen, zur Arbeitsstätte mitgebrachten elektrischen Betriebsmittel, wie zum Beispiel Elektrohandwerkzeuge, Verlängerungsleitungen, Kabeltrommeln, Mehrfachverteiler, Hebezeuge, sowie Schneidgeräte ist nicht immer sichergestellt. Außerdem wird die Sicherheitsprüfung vor dem Arbeitseinsatz nicht jederzeit mit der erforderlichen Sorgfalt durchgeführt. Es wird auch in Bereichen gearbeitet, in denen die elektrische Anlage der Hausinstallation betriebsfertig errichtet ist, aber keine Informationen über den ordnungsgemäßen Zustand vorliegen. Elektrische Anlagen und Betriebsmittel müssen selbstverständlich entsprechend der gültigen Bestimmungen hergestellt und geprüft worden sein; bei nicht fachgerechter Ausführung bergen sie Gefahren. In einer fehlerhaften Anlage kann die Schutzmaßnahme unwirksam sein, der Schutzleiter unterbrochen, ja im schlimmsten Fall sogar unter Netzspannung stehen.
Beschädigungen durch Arbeitseinsatz
Jederzeit besteht die große Gefahr, Spannung führende Leitungen der Gebäudeinstallation anzubohren oder bei Stemmarbeiten zu treffen. Weiterhin werden die Anschlussleitungen der elektrischen Betriebsmittel stark beansprucht, was häufig zu Beschädigungen führt. Insbesondere die mechanischen Belastungen sind sehr ausgeprägt. Leitungen können eingeklemmt, gequetscht oder über scharfe Kanten und Grate gezogen werden. An den zum Einsatz kommenden elektrischen Betriebsmitteln sowie innerhalb der Stromversorgung sind Fehler möglich, die von den herkömmlichen Schutzmaßnahmen nicht beherrscht werden können. Beispielsweise kann die Isolierung eines elektrischen Gerätes oder dessen Gehäuse beschädigt sein. Fällt dieser Fehler während der Sicherheitsprüfung vor der Benutzung des Betriebsmittels nicht auf, kann sich bei einer Berührung von Spannung führenden Teilen ein lebensgefährlicher Stromschlag ergeben. Durch die Anwendung des zusätzlichen Schutzes gegen elektrischen Schlag kann im Fehlerfall weitgehend sichergestellt werden, dass Personen durch automatische und schnelle Abschaltung der Stromversorgung geschützt werden. Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen mit einem erweiterten Schutzumfang gewährleisten einen wirksamen Zusatzschutz bei den bekannten Stromgefährdungen.
Besondere Schutzeinrichtungen
Ein Speisepunkt ist die Schnittstelle zwischen der Steckdose und dem elektrischen Betriebsmittel. Aus den dargelegten Gründen sind besondere Maßnahmen notwendig. Es ist nicht mehr zulässig, vorgefundene Steckdosen ohne zusätzliche Schutzvorkehrungen zu benutzen. Die BG-Information BGI 608 "Auswahl und Betrieb elektrischer Anlagen und Betriebsmittel auf Baustellen" enthält diese Festlegung.
Gerade bei Steckdosen in Gebäudeinstallationen, ist wegen der häufig fehlenden Überprüfung der Wirksamkeit der Schutzmaßnahme nicht auszuschließen, dass Fehler in den für die Arbeitskräfte unbekannten Netzen vorhanden sind. Auch die erwähnte Schutzleiterunterbrechung oder eine Fremdspannung auf dem Schutzleiter in der Hausinstallation wird von den Schutzmaßnahmen in der Anlage nicht erkannt. Aus diesen Gründen müssen besondere Schutzeinrichtungen die möglichen Gefährdungen verhindern.
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