News 2012-02-10T00:00:00Z Das Eckige muss ins Runde

Energetische Dämmstoffe, Entwässerungssysteme und Praxisvorführungen: Das waren die Schwerpunkte des Verbundseminars von Ytong Multipor, Soprema und ACO. Über 100 Dachdecker nutzen das schlechte Wetter und nahmen an der Weiterbildung in Köln/Porz teil.

Mit einem Grundlagenvortrag zu Dämmstoffen begrüßte Dipl.-Ing. (FH) Martin Morgenroth, Key Account Manager Ytong Multipor Xella Deutschland GmbH über 100 Dachdecker am Gut Engelshof Porz, in der Nähe des Ytong Werks. " Sie haben viele Gestaltungsmöglichkeiten mit Ytong Multipor, mittlerweile immer öfter auch amorphe, runde Formen. Das Eckige muss ins Runde", sagte Morgenroth, der die vielfältigen Möglichkeiten mit dem Werkstoff aufzeigte, zum Beispiel auch die Gefälledachdämmung. Weiterhin zeigte er beispielhafte Gebäude mit Wärmedämmverbundsystemen im Bereich Flachdach und Wärmeverluste bei Wärmebrücken. "Das Produkt ist energiesparend und sorgt für eine geschlossene Dämmstoffscheibe", so Morgenroth.

Im Flachdachbereich wählt der Dachdecker folgenden Aufbau: Erst muss der Stahlbeton/Untergrund glatt, der Voranstrich muss trocken sein, nach der Dampfsperre muss ein Kleber aufgebracht werden, als nächster Schritt Ytong Multipor, darauf kommt die erste Lage KSP-Bahn. Lebhaft diskutierten die Teilnehmer die Punkte Dampfdruckentspannung unterhalb der Dampfsperre und eventuelle Feinstaubbelastung beim Zuschneiden der Platten.

Ytong Multipor ist diffusionsoffen

"Abdichtung innovativ und praxisgerecht in Planung und Ausführung" war das Thema von Dachdeckermeister Wolfgang Clotten, Leiter Anwendungstechnik Soprema Klewa. " Ytong Multipor kann Feuchtigkeit zwischenspeichern und entsprechend wieder abgeben" betonte Clotten, der die zahlreichen Fragen aus dem Plenum zu An- und Abschlüssen beantwortete. Zum Thema Abdichtung: "Die Rezepturen der Hersteller sind unterschiedlich, prüfen Sie alle Hinweise Sie sind im Zweifel in der Haftung. Wir bieten hierfür eigene Versicherungen an", riet Clotten. Bei großen Flächen spielen die Kosten immer eine Rolle.

Ytong Multipor ist zum Beispiel nicht so günstig wie Polystyrol, doch die Umwelteigenschaften sind ein großer Vorteil. Betrachtet man den kompletten Lebenszyklus der beiden Produkte inklusive Rückbau und Entsorgung, müsste diese Frage wohl neu betrachtet werden.Der Dachdeckermeister zeigte Schadensbilder auf Grund schlechter Ausführung oder Planung. "Berücksichtigen Sie die Windlastberechnungen. Bei den Anwendungskategorien, zum Beispiel bei einem Museum oder einer Arztpraxis, gilt die Kategorie K2 für höherwertige Ausführungen, da sind Sie im Zweifel auf der sicheren Seite", empfahl Clotten.

Mit der sicheren Entwässerung von Flachdächern, Dachterassen und Parkdecks ging es im Vortrag von Dipl.-Ing. (FH) Thomas Meyer, Leiter Schulungszentrum ACO Passavant. Temperamentvoll erläuterte Meyer zunächst baurechtliche und normative Grundlagen - "Vorsicht vor falschen CE-Kennzeichen Made in China" - und ging detailliert auf Druckströmungssysteme und Brandschutzvorrichtungen ein. "Dachabläufe müssen vor allem der DIN EN 1253 entsprechen, zweiteilige Abläufe müssen zwischen Ablauf und Aufstockelement dicht sein", so Meyer. Praxisvorführung zum Anfassen mit Verlegetipps von der Dampfsperre bis zur Flachdachabdichtung gab es von Freddy Müller, Anwendungstechnik Ytong Multipor, Xella Deutschland. Abschließend besichtigen die Teilnehmer das Ytong Porenbetonwerk in Köln/Porz.

"Das Seminar hat mir sehr gut gefallen. Ich wusste vorher gar nicht, dass man Ytong Multipor auch im Außenbereich einsetzen kann", Dachdeckermeister Bernd Lauer aus Remscheid.. "Der Bereich Flüssigkunstoffe interessiert mich besonders, für mich der Baustoff der Zukunft. Hierzu gab es viele interessante Informationen", Dachdeckermeister Norman Fuhs aus Paderborn.

Johannes Messer

zuletzt editiert am 11. Dezember 2020
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