Sandende, stark faserige, feuchte, staubige oder auf andere Weise verschmutzte Untergründe sind für eine Verklebung nicht geeignet. Grund ist, dass die Oberfläche entweder in sich keinen ausreichenden Zusammenhalt hat und deshalb nicht tragfähig ist, oder dass Fremdstoffe zwischen Klebemittel und Untergrund liegen und dabei wie eine Trennschicht wirken.
Eine Verschmutzung ist dabei oft mit bloßem Auge nicht erkennbar oder wird unterschätzt. Die zu verklebenden Bereiche, müssen jedoch in jedem Fall gereinigt werden. Werden dafür chemische Mittel verwendet, dürfen diese keine die Haftung beeinflussenden Rückstände - z. B. in Form von paraffin-, also wachsähnlichen Substanzen - hinterlassen. Solche Stoffe können auch in minderwertigen Folien in Form von Rückständen aus Recyclingmaterial oder aus chlorparaffinbasierten Flammhemmern vorhanden sein. Diese können ausschwitzen und so nachträglich eine funktionsfähige Verklebung lösen.
Nicht tragfähige Untergründe durch Haftgrund festigen
Nicht tragfähige Untergründe können durch einen Haftgrund verfestigt werden. Der verwendete Primer muss dabei in seinen Werkstoffeigenschaften auf das Klebemittel und auf den Untergrund abgestimmt sein; er sollte in ausreichender Menge aufgetragen werden, um in die Poren einzudringen, und lange genug ablüften. Auch Feuchtigkeit im Untergrund, bedingt durch Niederschläge oder stehendes Wasser, kann die Haftung z. B. durch Diffusions- und Kondensationsprozesse negativ beeinflussen. Dies gilt besonders für Dispersionsklebstoffe.