2011-12-08T00:00:00Z DDH Experten Rat Teil 7: Wer nicht handelt, riskiert alles

Im Alltag der Dachdeckermeister zeigt sich, dass Auftragsbeschaffung, -abwicklung, Rechnungsstellung und Formales, die Problematik des fehlenden Nachwuchses und nicht zuletzt der starke Wettbewerbsdruck vielen Handwerksbetrieben zu schaffen machen.

Dachdeckermeister Michael K. aus H. weiß dies aus eigener Erfahrung: "Unser Alltag setzt immer mehr Fachwissen voraus. Wir erleben auch den schmerzlichen Spagat zwischen Einnahmen und Ausgaben und einen zunehmenden Verwaltungsaufwand." Kaum jemand, so der Dachdeckermeister, mache sich klar, in welcher finanziellen Abwärtsspirale sich viele Betriebe befinden es sind mehr als man denkt: "Wir sind stolz auf unseren Familienbetrieb, aber die finanziellen Belastungen, vor allem Zahlungsausfälle, bringen uns an den Rand unserer Handlungsfähigkeit."

Prinzip Risikovermeidung

Hat der Betrieb früher gerne größere Projekte im SF-Bau mit Bauträgern angenommen, herrscht heute eher das Prinzip Risikovermeidung: "Mittlerweile müssen wir das Risiko eines Zahlungsausfalls im Vorfeld extrem genau betrachten und sind froh, wenn wir bei Privatkunden nicht auf unseren Kosten sitzen bleiben." Der Betrieb von Michael K. ist damit keine Ausnahme. Für kleine und mittelständische Dachdeckerunternehmen kann ein größerer Auftrag zu einer Existenz bedrohenden Schieflage führen.

In vielen Gesprächen spüre ich in unserem Beraterteam die Sorgen von Verantwortlichen im Handwerk hautnah. Wir stellen bundesweit fest, dass sich viele Handwerksmeister schwer tun, zu erkennen, an welchem Punkt sie in einer Unternehmenskrise stehen. Handelt es sich um eine strategische Krise? Eine Ertragskrise? Oder Liquiditätskrise? Ist das Unternehmen schon überschuldet? Droht dem Unternehmen gar die Zahlungsunfähigkeit und Insolvenz?

Viele Unternehmer scheuen sich, kritische wirtschaftliche Situationen zu realisieren und versuchen, in dieser Situation vor allem "durchzuhalten". Das entspricht den Tugenden des Handwerks: "Nicht jammern, sondern machen, Ärmel nach oben krempeln in die Hände spucken und weiter geht’s." Dazu kommt die Verantwortung für andere und der Druck von außen: Der Wunsch Mitarbeiter zu halten, den Traditionsbetrieb weiterzuführen… und was würden Nachbarn und Kollegen bei einer Insolvenz sagen?

Wer auf Wunder wartet, verliert Zeit

Die Folge: Unternehmer hoffen lieber auf ein Wunder, als sich mit den Risiken und Chancen einer Insolvenz auseinanderzusetzen. Dabei verlieren sie kostbare Zeit denn wer frühzeitig handelt, kann Schlimmeres verhindern. Wer nicht handelt, riskiert alles zu verlieren oftmals auch die eigene Altersvorsorge sowie Haus und Hof.

In der Krise ist es wichtig, mit Experten zu reden, die aufzeigen können, welche Möglichkeiten es gibt, das Unternehmen zu retten. Mit der richtigen Strategie kann eine Insolvenz vermieden werden. Oder das Unternehmen kann sogar über eine Insolvenz saniert werden. Wer richtig beraten ist, kann unter Umständen schon nach wenigen Monaten durch ein Planinsolvenzverfahren entschuldet werden und neu starten. Dies bedarf der richtigen Vorbereitung. Dafür ist ein kompetenter Berater nötig, der sich im Minenfeld der Insolvenz auskennt. Wo es kompetente Berater gibt, die auch bezahlbar sind, erfahren Sie zum Beispiel über den BV INSO (Bundesverband Menschen in Insolvenz und neue Chancen e.V.). Dort engagieren sich Unternehmer, Handwerker und Sanierungsberater in einem Netzwerk. Der Erstkontakt kann anonym erfolgen, das Erstgespräch ist kostenlos.

www.bv-inso.de

zuletzt editiert am 14. Januar 2021
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