2011-12-08T00:00:00Z DDH-Expertenrat Teil 4: "Hätte ich damals gewusst…"

… was ich heute weiß, wäre mir das nicht passiert." Das sagte kürzlich ein Handwer-ker zu mir, der seinen Betrieb durch eine Insolvenz verloren hatte. Jetzt war es zu spät, der Insolvenzverwalter hatte den Mitarbeitern gekündigt und den Betrieb geschlossen.

Der Handwerker hatte seine Firma verloren und seine Altersvorsorge war auch weg ein bitteres Ende nach 30 Jahren harter Arbeit.

Ich fragte ihn: "Wie kam es denn zu der Situation?"

"Erstens: Ich habe viel zu lange gewartet, bis ich mir Hilfe geholt habe. Zweitens: Ich habe dann den falschen Beratern vertraut. Drittens: Als ich die richtigen Berater gefunden hatte, war es zu spät." Leider kein Einzelfall. In meiner Praxis als Sanierungsberater höre ich immer wieder, dass sich Unternehmer und Selbstständige nicht mit "Worst Case-Szenarien" auseinandersetzen und zum Beispiel arglos bei der Bank unterschrieben hatten, was ihnen vorgelegt worden war.

Ich fragte weiter: "Wussten Sie genau, welche Sicherheiten Sie der Bank abgetreten hatten?"

Die Antwort klang verbittert: "Meine Frau und ich waren 30 Jahre Kunde bei unserer Hausbank und haben immer alles unterschrieben, was man uns vorgelegt hat. Irgendwann hatte meine Frau wohl auch persönlich für einen Kredit der Firma gebürgt. Das hatte sie gar nicht gemerkt jetzt ist nicht nur meine Altersvorsorge weg, sondern auch ihre."

"Hatten Sie denn keine Beratung, zum Beispiel durch Ihren Steuerberater?"

"Doch natürlich aber der hatte immer nur die Bilanzen der Vorjahre und die Zahlen aus den Betriebswirtschaftlichen Auswertungen im Blick der hat sich doch nie mit unserem Tagesgeschäft beschäftigt. Oder uns mal strategisch beraten. Der hatte auch keine Ahnung, was man machen kann, wenn es eng wird. Als wir ihn am meisten gebraucht haben, hat er darauf bestanden, dass wir erst seine Rechnungen bezahlen vorher hat er keine Unterlagen rausgerückt. So konnten wir der Bank auch keine aktuellen Auswertungen vorlegen. Die verlangte die Bank aber, damit sie uns nicht den Hahn zudrehen."

"Und was war mit Ihrem Anwalt?"

"Der war unser Hausanwalt und hatte eigentlich keine Ahnung vom Insolvenzrecht. Außerdem wollte er es sich nicht mit unserer Hausbank verscherzen. Heute weiß ich, dass wir einen Fachanwalt für Insolvenzrecht gebraucht hätten. Der hätte uns besser beraten und uns auch besser gegenüber unserer Bank vertreten. Wenn ich krank bin, gehe ich zu meinem Hausarzt, wenn ich eine Herz-OP brauche, dann gehe ich zum Spezialisten. Nur leider sagt einem ja keiner, wo es die Spezialisten für Firmenrettung gibt."

Dieses Problem haben viele Unternehmer Berater gibt es wie Sand am Meer. Entscheidend ist, den richtigen zu finden. Wer kann da besser helfen als Unternehmer und Handwerker, die selber Krisenerfahrung gemacht haben? Sie können einem sagen, wer ihnen geholfen hat und mit wem sie gute Erfahrungen gemacht haben. Ihren Erfahrungen kann man vertrauen. Und wo findet man diese Menschen? Zum Beispiel im BV INSO einem gemeinnützigen Verband, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Insolvenzen zu vermeiden und Unternehmern und Privatpersonen beim Meistern der Krise zu helfen.

www.exist-cologne.de

zuletzt editiert am 24. Februar 2021
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