Im Zuge der energetischen Sanierung eines Mehrfamilienhauses in Gengenbach wurde die komplette Gebäudehülle gedämmt. Rund 700 m² Dachfläche gestaltete die Zimmerei Wußler neu. Mit einer Kombidämmung aus Zwischensparren- und Aufsparrendämmung erreicht das Gebäude nach der Sanierung einen U-Wert von 0,14 W/(m² ∙ K).
In Gemeinschaft wohnen und leben ist eine der Maxime der Baugenossenschaft Gengenbach e. G. Insgesamt verwaltet die 1919 gegründete Genossenschaft 276 Wohnungen. Einige davon sind erst 2014 durch den Kauf von Mehrfamilienhäusern hinzugekommen. Diese galt es, vor einer weiteren Bewirtschaftung zunächst nach aktuellen Vorgaben und Standards zu sanieren. Aber nicht nur bei der Sanierung, sondern auch bei der regelmäßigen Wartung und Instandsetzung setzt man bei der Baugenossenschaft auf hohe Qualität. Dies umfasst auch ein energiesparendes Gesamtsystem gemäß den geltenden Verordnungen. Für die in 2015 umfangreich erneuerten Mehrfamilienhäuser „Am Amselberg“ in Gengenbach wurde neben der energetischen Ertüchtigung der Gebäudehülle deshalb zusätzlich eine Solarthermieanlage auf dem Steildach installiert.
Deckbild ohne Ortgangrahmen
Ausgeführt wurden die im Rahmen der Sanierung anfallenden Dacharbeiten von der ebenfalls in Gengenbach ansässigen Holzbau & Zimmerei Wußler. Die erfahrenen Handwerker werden regelmäßig von der Baugenossenschaft beauftragt, wenn es um fachgerechte Arbeiten am Dach geht. Zimmermeister Jens Wußler greift dabei gern auf dachtechnische Systemlösungen zurück: „Dank eines optimal auf die Flächenziegel abgestimmten Zubehörs lassen sich nahezu alle Dachdetails fachgerecht und dauerhaft funktionssicher erstellen“, so Wußler.
Zunächst wurden auf den Dachflächen der giebelseitig angebauten Mehrfamilienhäuser die vorhandene Deckung und Tragkonstruktion bis zu den Sparren entfernt. Seitens des Bauherrn war festgelegt, dass ein moderner Flachziegel in Edelgraphit sowie entsprechendes Zubehör des Ziegelherstellers zum Einsatz kommen sollte. Auf dem benachbarten Mehrfamilienhaus, auch im Besitz der Baugenossenschaft Gengenbach, welches im Vorjahr komplett saniert worden war, hatte man ebenfalls den Flachziegel sowie einen Großteil des passenden Zubehörs verarbeitet. Da als Zubehör auch halbe und ganze Ortgangziegel zur Verfügung stehen, ist eine Verlegung im Verband mit Ortgang möglich. Auf dem Dach entsteht so ein harmonisches Deckbild ohne Ortgangrahmen. Der Flachziegel mit einer Decklänge von 34,0 bis 38,5 cm hat einen durchschnittlichen Flächenbedarf von circa 10 Stück pro m2. Aufgrund seiner flachen Form ist eine durchgehend ebene Tragkonstruktion von Vorteil, um so ein geradliniges Erscheinungsbild der gesamten Deckung zu bekommen. Aus diesem Grund begradigten die Fachhandwerker in Gengenbach die freigelegten Sparren für die spätere Deckung mit dem Architektenziegel.
Kombinierte Dämmung
In den Sparrenfeldern verlegten die Zimmerleute anschließend eine 200 mm dicke Zwischensparrendämmung aus Mineralwolle mit einem Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit von λ = 0,035 W/(mK). Als Luftdichtigkeitsebene folgte eine Unterdeckbahn aus einem PP-Vlies mit integrierter mikroporöser Membran, welche der Hersteller als wind- und wasserdicht (Klasse W1) mit gleichzeitigem Sd-Wert von rund 0,02 m wasserdampfdiffusionsoffen angibt. Zur Sicherung der Winddichtheit und der Regeneintragsicherheit ist die Bahn mit beidseitigen Selbstklebestreifen ausgestattet. Mit dem einen Streifen im unteren Bereich auf der Rückseite und dem zweiten auf der Vorderseite im oberen Bereich werden die Bahnen untereinander dauerhaft winddicht verklebt.
Sven-Erik Tornow
DDH 10.16Den gesamten Beitrag lesen Sie in