Am 26.11.2016 flogen 10 Teilnehmer der Dachdecker-Innung Heidelberg zur Studienreise nach Peking. Nach 9,5 Stunden Flug in der Nacht und 6 Stunden Zeitunterschied waren die Dachdecker am nächsten Morgen gegen Mittag vor Ort.
Mit dem informativen Reiseführer "Lao Chen" fuhren die Dachdecker ins Hotel und anschließend mit einer Sonderführung zu den 60 m hohen „Kohlehügeln“ mit fünf Gipfeln und je einem Pavillon. Singende Gruppen in der Parkanlage waren zu bestaunen. Nach dem Abendessen am runden Tisch ging es bei Dunkelheit zur beeindruckenden "Fressgasse". Es gab alles, was krabbelt und vieles mehr. Skorpione, Käfer, Innereien und Fische. Ausgeruht ging es bei 3 Grad am nächsten Tag zum Kaiserpalast. Seit 1949 darf die Anlage von der Bevölkerung besucht werden. Die Dachdecker gingen über den Platz des Himmlischen Friedens und sahen die Gebäude der Machthaber.
Chinesische Mauer mit über 6 Kilometern
Der Kaiserpalast beeindruckte durch seine Größe sowie den hintereinander zu durchgehenden Gebäuden, um endlich beim Kaiserstuhl anzukommen, Nachmittags ging es zum Himmelstempel, einem der eindrucksvollsten Gebäude Chinas. Auf der Rückfahrt machten die Dachdecker Halt bei einer Seidenspinnerei mit Erklärung zu Zucht und Verarbeitung. Danach ging es weiter zum zweiten abendlichen Sonderevent, dem Theaterbesuch. Am nächsten Tag starteten die Teilnehmer früh morgens zu den „Ming-Gräbern“. 30 m und 91 Stufen unter der Erde sind die mächtigen Grabanlagen zu bestaunen.
Der Nachmittag wurde anstrengend. Das Begehen der „Chinesischen Mauer“ (Gesamtlänge 6200 km) wurde von allen Teilnehmern bis zur Hälfte des besuchten Rundkurses bewandert. Eine Läuferin aus der Gruppe und drei Mann bewältigten den mit heftigen Steigungen und unterschiedlichen Stufenhöhen (bis 60 cm) sehr schwierigen Kurs in neuer olympischer Zeit - Goldmedaillen für Deutschland. Bei der Rückfahrt machten die Teilnehmer Halt bei einer Teeprobe, geflogt vom Abendessen mit "Peking Duck".
Neue Eindrücke vermittelten am nächsten Tag die „Hutongs“,typische Wohngebiete in alter, unter Denkmalschutz stehender, einstöckiger Bauweise. Diese Bebauungen sind um den Kaiserpalast herum zu finden. Ausführlich erläuterten die Handwerker die Bauweise und die Projektplanung mit der Fertigung von Häusern und Klöstern vom Boden bis zum Dach. Für ein mehrgebäudiges Kloster benötigte man sechs Jahre Bauzeit. Der Handwerker beschäftigt in der Regel10 feste Mitarbeiter. Bei Bedarf stockt er bis 200 Leute auf.
Weiter ging es zum „Museum für Stadtentwicklung“, danach zum Olympiagelände und dem „Vogelnest“, das Platz für 81000 Gäste bietet, hier wurden 110000 Tonnen Stahl verbaut. Am nächsten Morgen ging es wieder zeitig los zum „Sommerpalast“ außerhalb der Stadt, schön am „Kunming-See“ gelegen. Überdachte Wege, ein riesiges Marmorschiff, Brücken und der „Palast der Freude und des langen Lebens“ waren sehenswert. Abschließend ging es in die Westberge zum „Tempel der Azurblauen Wolken“ am Fuß des Duftenden Berges, mit dem „liegenden Buddha“ und der „Luohan-Halle“ mit 500 Götterfiguren. Am Tag der Abreise zeigte sich die Sonne und die zehnstündige Rückreise war in Anbetracht der gewonnenen Eindrücke locker zu ertragen. Das Erlebte aus dieser Kultur bleibt einmalig und unvergesslich für die harmonische kleine Gruppe.
Karl-Heinz Winterbauer