Steildach 2012-01-11T00:00:00Z Der geklammerte Däne

Bei der Sanierung eines Klosters schrieb der Denkmalschutz eine dänische Hohlpfanne vor. Zur notwendigen Windsogsicherung musste eine spezielle Klammer angefertigt werden.

Zum Unesco-Welterbe zählt heute auch die fast 800-jährige historische Altstadt der Hansestadt Stralsund. Sie beherbergt neben zahlreichen baulichen Kleinoden auch das ehemalige Katharinenkloster. Das Gebäudeensemble gehört zu den wohl am besten erhaltenen und schönsten Klosteranlagen Nordeuropas. Erstmals 1251 urkundlich erwähnt, war die vorhandene Dachdeckung nicht nur "in die Jahre gekommen", sondern auch stellenweise nicht mehr regensicher. Im Rahmen des "Investitionsprogramms nationale Unesco-Welterbestätten" sowie des Investitionsprogramms der Hansestadt Stralsund "Welterbe erhalten & Zukunft gestalten" wurde eine komplette Sanierung der Dachgeschosse durchgeführt. Nach der notwendigen Sanierung des hölzernen Dachstuhls erfolgte dessen Neudeckung. Dabei mussten die Anforderungen des Denkmalschutzes berücksichtigt werden. Die jetzt sanierten Dachflächen entsprechen nicht nur den Anforderungen der EnEV, sondern mussten auch den neuen Bestimmungen zur Windsogsicherung entsprechen. Die neuen Handstrich-Dachziegel sind deshalb mit einem von FOS hergestellten Windsogsicherungssystem verlegt.

Der in Toulouse 1216 gegründete Mönchsorden der Dominikaner gründete 1251 in Stralsund (Sundensis) eine Niederlassung. Für diese entstand zunächst eine kleinere Kirche (de olde kerke) die während des Klosterbaus in den siebziger Jahren des 13. Jahrhunderts genutzt wurde. Eine eigene Ziegelei lieferte die dafür notwendigen "klosterformatigen" Backsteine. 1287 wurden die "olde kerke" und der Chor der neuen Klosterkirche zu Ehren der heiligen Katharina geweiht, fortan hieß die Anlage "Katharinenkloster". Erst 1317 war die jetzige Hallenkirche vollendet. Die Klostergebäude südlich der Hallenkirche wurden im 14. und 15. Jahrhundert erheblich erweitert. So entstand eine der architektonisch eindruckvollsten Klosteranlagen des niederdeutschen Raumes. Besonders die beiden Refektorien, der Sommer- und der Winterremter, sind in ihrer Größe und Gestaltung sehenswert.

Schadstoffe im Dachstuhl

Aufgrund eines Regenschadens im Dachbereich des Gymnasiums (ab 1560 entstand aus dem Kloster das städtische Gymnasium) wurde das gesamte Dachgeschoss der Anlage immerhin rund 3.000 m2 Dachfläche baufachlich überprüft. Es stellte sich heraus, dass eine Sanierung der gesamten Dachfläche unumgänglich war. Durch die in den vergangenen Jahrhunderten erfolgten zahlreichen Um- und Anbauten waren Teilbereiche des hölzernen Dachtragwerks nach heutigen Gesichtspunkten statisch bedenklich und die vorhandene Dachdeckung entsprach nicht den Anforderungen einer Nutzung als Ausstellungsfläche für das Museum. Deshalb wurde in Teilbereichen der Dachkonstruktion das vorhandene Gebälk ausgewechselt oder soweit statisch vertretbar saniert. Besonders im Dachgeschoss des Mittelbaus, über dem Winterrefektorium und dem Kapitelsaal, die alte Balkenkonstruktion des Dachstuhls besaß teilweise durch ehemalige Umbauten keine tragende Funktion mehr. Teilbereiche des Fußbodens hingen quasi "in der Luft". Es wurde dabei auch festgestellt, dass hier eine doppelte Decke (Fußboden) vorhanden war. Hier wurde das Tragwerk entsprechend angepasst.

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe DDH 1+2.2012.

zuletzt editiert am 24. Februar 2021
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