2009-10-12T00:00:00Z Der genormte Blitz

Fachgerechter Blitzschutz ist ein heißes Thema, auch für den Dachdecker. Nach den Grundlagen in DDH 15 beschreiben wir hier die konkrete Planung und Umsetzung

Grundsätzlich ist eine Fangeinrichtung so zu installieren dass insbesondere die Ecken und Kanten der baulichen Anlage geschützt werden. Dabei ist zuerst die Frage nach dem Gebäudetyp zu klären:

Spitzdach: Schutzwinkelverfahren

Flachdach: Maschenverfahren

Flachdach mit Aufbauten: Maschenverfahren in Kombination mit dem Schutzwinkelverfahren für die Aufbauten

Danach: In welcher Blitzschutzklasse liegt das Gebäude? Vor der Planung einer Blitzschutzanlage muss eine Blitzschutzklasse für das zu schützende Objekt festgelegt werden. Bei Anwendung der VDS Richtlinie 2010 kann eine Zuordnung ohne Detailkenntnisse beziehungsweise Risikofaktoren vorgenommen werden.

Beispiel 1: Einfamilienhaus mit Spitzdach

Die Höhe ist der Ausgangspunkt für die Planung der gesamten Blitzschutzanlage. Auf dem First wird die Firstleitung verlegt und bildet so das "Rückgrat" der Fangeinrichtung. Je nach Gebäudehöhe und Blitzschutzklasse kann der Schutzwinkel abgelesen werden. Alle Gebäudeteile innerhalb dieses Winkels sind geschützt. Gebäudeteile, die außerhalb des Schutzwinkels liegen, müssen getrennt geschützt werden, wie Schornsteine mit Fangstange. Dachgauben erhalten eine eigene Firstleitung.

Beispiel 2: Bürogebäude mit Flachdach

Zuerst werden Rundleiter an allen bevorzugten Einschlagstellen wie Firsten oder Kanten verlegt. Danach ist der geschützte Bereich zu ermitteln. Der Schutzwinkel ist abzulesen und auf das Gebäude zu übertragen. Alle Gebäudeteile innerhalb dieses Winkels sind geschützt. Attika-Bleche können als natürliche Bestandteile der Fangeinrichtung mitgenutzt werden. Dabei ist auf die Mindestdicke zu achten. Einzelne Attika-Bleche können mit Überbrückungsbauteilen und den entsprechenden Schrauben oder Nieten miteinander verbunden werden. Dabei gilt:

fünf Blindnieten mit je 3,5 Millimeter Durchmesser

vier Blindnieten mit je 5,0 Millimeter Durchmesser

zwei Blindnieten mit je 6,0 Millimeter Durchmesser

zwei Blechschrauben mit je 6,3 Millimeter Durchmesser.

Je nach Blitzschutzklasse des Gebäudes gelten unterschiedliche Maschenweiten. Ist die Gesamtlänge größer zehn Meter, muss zusätzlich ein Dehnungsstück zur temperaturbedingten Längenänderung eingefügt werden. Ab einer Gebäudehöhe von sechzig Meter und dem Risiko von schweren Schäden, zum Beispiel bei elektrischen oder elektronischen Einrichtungen, empfiehlt sich die Errichtung einer Ringleitung gegen seitlichen Einschlag. Der Ring wird auf achtzig Prozent der Gebäudegesamthöhe installiert, die Maschenweite richtet sich nach der Blitzschutzklasse.

Beispiel 3: Bürogebäude mit Dachaufbauten

Hier müssen zusätzlich noch alle Dachaufbauten durch Fangstangen abgesichert werden. Dabei ist es wichtig, dass der Trennungsabstand eingehalten wird. Hat der Dachaufbau eine leitende Fortführung ins Gebäude, zum Beispiel eine Klimaanlage, muss der Trennungsabstand zwingend eingehalten werden. Die Fangstange muss in einem gewissen Trennungsabstand von dem zu schützenden Objekt aufgestellt werden. In allen anderen Fällen, zum Beispiel gemauerter Kamin, sollte die Fangstange so dicht wie möglich an dem zu schützenden Objekt installiert werden. Der Schutzwinkel für Fangstangen variiert je nach Blitzschutzklasse.

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 16/2007.

Teil 1 veröffentlichten wir in DDH 15/2007.

Andreas König und Karl-Franz Schneider

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Erdungsanlagen

Eine Erdungsanlage kann aus einer der drei Anordnungen aufgebaut werden. Es besteht auch die Möglichkeit, unterschiedliche Erder-Anordnungen miteinander zu verbinden.

Tiefenerder

Ein Tiefenerder ist ein Erder, der im Allgemeinen senkrecht und tief in den Boden reichend eingebaut wird. Als Einzelerder wird je Ableitung ein Tiefenerder von neun Meter Länge empfohlen, der mit einem Abstand von einem Meter vom Fundament der baulichen Anlage verlegt wird. Alle Tiefenerder müssen mit einem Ringleiter innerhalb oder außerhalb des Gebäudes verbunden und mit einer Einführung zum Potentialausgleich versehen werden. Als Werkstoffe werden in de Regel Stäbe aus verzinktem Stahl (Ø 20 mm) oder aus Edelstahl (Ø 20 mm) verwendet. In korrosionsgefährdeten Bereichen muss grundsätzlich Edelstahl (V4A) verwendet werden. Lösbare Verbindungen im Erdreich sind gegen Korrosion mit einer plastischen Korrosionsschutzbinde zu schützen.

Ringerder (Oberflächenerder)

Ein Ringerder muss außerhalb der baulichen Anlage mit mindestens achtzig Prozent seiner Gesamtlänge mit der Erde in Kontakt sein. Dabei ist er als geschlossener Ring in einem Abstand von einem Meter und einer Tiefe von 0,5 Meter um das Außenfundament der baulichen Anlage zu verlegen. Folgende Werkstoffe finden Anwendung: Flachleiter aus verzinktem Stahl, 30 x 3,5 Millimeter, oder aus Edelstahl, 30 x 3,5 Millimeter, sowie Rundleiter aus verzinktem Stahl, Ø 10 Millimeter, oder aus Edelstahl, Ø 10 Millimeter. In korrosionsgefährdeten Bereichen muss auch hier grundsätzlich Edelstahl (V4A) verwendet werden. Lösbare Verbindungen im Erdreich sind gegen Korrosion (plastische Korrosionsschutzbinde) zu schützen.

Fundamenterder

Ein Fundamenterder ist ein Erder, der in das Betonfundament einer baulichen Anlage eingebettet ist. Als Grundlage zum Aufbau der äußeren Blitzschutzanlage dient die DIN 18014. Typische Werkstoffe für Fundamenterder sind Flachleiter aus verzinktem Stahl, 30 x 3,5 Millimeter, oder Rundleiter aus verzinktem Stahl, Ø 10 Millimeter. In korrosionsgefährdeten Bereichen sollte beim Ein- und Austritt aus dem Beton grundsätzlich Edelstahl (V4A) verwendet werden.

zuletzt editiert am 24. Februar 2021
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