2011-01-11T00:00:00Z Der Hüter der Zahlen

Wer steckt eigentlich hinter den Arbeitsbereichen des ZVDH? Unsere neue Serie stellt die Mitarbeiter des Zentralverbandes vor. Den Anfang macht Felix Fink, Bereichsleiter Wirtschaft und Unternehmensführung.

Die Verbindung zum Dachdeckerhandwerk ist Felix Fink nicht wie so vielen in der Branche quasi in die Wiege gelegt worden. "Bis auf einen Urgroßvater mütterlicherseits, der Dachdeckermeister in Köln war, hatte ich bis zum Juli 2007 keine Berührungspunkte zum Gewerk", sagt der gebürtige Münchner. Damals holte ihn der frühere Hauptgeschäftsführer Elmar Esser zum ZVDH. Fink, der studierte Ökonom, war bis zu diesem Zeitpunkt vor allem wissenschaftlich tätig, arbeitete für Marktforschungsinstitute und wirkte unter anderem am ersten Armut- und Reichtumsbericht der Bundesregierung und Berichten für die EU-Kommission mit. "Ich war neugierig auf etwas Neues", begründet Fink den damaligen Wechsel in die Verbandsarbeit. Seine Freude an wirtschaftlichen Themen und Vorgängen, die mit Zahlen und Daten zu tun haben, kann der Bereichsleiter Wirtschaft und Unternehmensführung seitdem auf Verbandsebene voll ausleben: "Man könnte mich als den Hüter der Zahlen beim ZVDH bezeichnen", sagt Fink. Sein Arbeitspektrum im ZVDH ist jedoch deutlich breiter.

Aus Zahlen Botschaften lesen

Ein Teil seiner Tätigkeit besteht darin, aus dem Wust kursierender Informationen Botschaften für die Betriebe und Positionen für den Verband zu erarbeiten. Fink bereitet dabei interne Zahlen der LAK und aus den ZVDH-Umfragen auf und filtert externe von Verbänden, Wirtschaftsinstituten und Organisationen. Die Herkunft dieser Zahlen ist so vielfältig wie der Arbeitsbereich des 43-jährigen: Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Kalkulation, Tarifrecht, Sozialrecht "überall versuchen wir, unsere Betriebe mit Informationen zu versorgen, die ihnen nutzen." Dies geschieht nicht nur in speziell für Dachdecker-Unternehmen erarbeiteten Publikationen wie der ZVDH -Unternehmer-Info, von der bislang vier Ausgaben erschienen sind. Fink steht auch als Betriebsberater den Mitgliedern der Berufsorganisation kompetent zur Seite.

Service für die Dachdecker ist eine Säule der Tätigkeit als Bereichsleiter. Viele weitere bleiben der Dachdecker-Öffentlichkeit auf den ersten Blick verborgen und werden erst im Ergebnis sichtbar. Dazu gehören etwa die Abstimmung der Rahmenverträge, die Kommunikation mit Ehrenämtlern, die Erstellung von Konzepten für die Altersversorgung, Konjunkturanalysen, die Betreuung und Vorbereitung des Ausschusses Betriebswirtschaft und Unternehmensführung, vor allem aber die Vertretung der Dachdecker-Interessen gegenüber politischen Institutionen und anderen Verbänden, mit einem Wort: Gremienarbeit, für die man selten Applaus bekommt, die aber Vorbedingung fast jeder wichtigen Entscheidung ist. Sich engagiert für die Interessen der Dachdecker einzusetzen, ist Fink nie schwer gefallen: "Was mich am Dachdeckerhandwerk von Anfang an fasziniert hat, ist der enorme Zusammenhalt, das gibt es in dieser Form kaum woanders."

Leidenschaft für die Bergwelt

Angekommen ist auch der Privatmann Felix Fink im Rheinland. Der Klassik- und Jazz-Fan hat im Theater Bonn die Oper für sich entdeckt und schätzt gute Bücher. Einen Fernseher besitzt Fink nicht. Geblieben ist eine Leidenschaft aus Jugendtagen: "Die Berge und speziell die Alpen üben eine große Faszination auf mich aus." Regelmäßig unternimmt er mit Freunden oder seinem Vater Gebirgstouren, wandernd, kletternd oder auch auf Skiern. In diesem Winter hat sich Fink einen lang gehegten Wunsch erfüllt: Er bestieg die afrikanischen Berge Mount Meru und Kilimanjaro in Tansania. Auch die Ziele seiner Arbeit steckte er hoch: "Ich möchte durch meine Arbeit dazu beitragen, dass unsere Mitglieder stets gut informiert sind, damit sie wirtschaftlich klug agieren können."

Malte von Lüttichau

In der zweiten Folge lesen Sie das Porträt über Artur Wierschem

zuletzt editiert am 11. Dezember 2020
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