Kleben ist mehr als nur das bloße Auftragen eines Klebemittels und die Haltbarkeit einer Klebeverbindung hängt von vielen Faktoren ab.
Einige Grundkenntnisse über die chemisch-physikalischen Vorgänge und die beeinflussenden Rahmenbedingungen können deshalb darüber Aufschluss geben, warum eine Klebeverbindung versagt. Nur selten ist es ein Mangel beim Klebemittel. Klebstoffe werden in Reinform oder als Gemisch aus verschiedensten Stoffen hergestellt und haben jeweils spezielle Eigenschaften. Die große Palette an unterschiedlichen Klebemitteln ist nötig, da es aufgrund der verschiedenartigen Untergründe, Einsatzgebiete und Anforderungen einen echten „Alleskleber“ nicht geben kann.
Verklebungen können keine Kräfte aufnehmen
Auf einer Baustelle trifft der Verarbeiter auf Untergründe aus Kunststoff, Holz, Holzwerkstoffen, Metall oder mineralischen Materialien mit unterschiedlichsten Eigenschaften. Verklebungen sollen zudem oft eine Verbindung zwischen zwei verschiedenartigen Materialien schaffen, etwa um eine Fuge luftdicht auszubilden. Dabei können Verklebungen kein Ersatz für eine eventuell erforderliche mechanische Sicherung sein. Verklebungen sollten daher keinen auch noch so gering erscheinenden dauernd wirkenden Zugkräften ausgesetzt werden, da dies ein Kriechen und somit Ablösen zur Folge haben kann. So kann beispielsweise die ungestützte Auflast einer Zwischensparrendämmung zum Ablösen des Klebebandes von der Luft- und Dampfsperre am Sparren führen. Dies gilt besonders bei Einblasdämmungen. DIN 4108-7:2011-01 weist deshalb darauf hin, dass dies bei der Planung und Ausführung zu beachten ist.
Sascha Diver