Denkmalpflege
Denkmalpflege (Quelle: Unsplash)

Steildach 2010-03-26T00:00:00Z Details in der Denkmalpflege

Wärmedämmstoffanordnungen auf dem Dach, zum Beispiel als Aufsparrendämmung in Verbindung mit der zusätzlich angebrachten Konterlattung, führen zu immer breiter wirkenden Ortgängen und zu Höhenproblemen bei den entsprechenden Anschlüssen.

Möglich bleiben Lösungen, die im Ortgangbereich lediglich die Stärke des Deckmaterials zeigen oder zusätzlich einen Ortganglappen aus keramischen Material vorsehen. Windborde oder Zahnleisten führen hier oft zu überdimensionierten Breiten. Bei der Zwischensparrendämmung können in der Regel die ursprünglichen Ortgangbreiten erhalten bleiben.

Ortgangziegel mit Überhang

Regional unterschiedlich sind Lösungen, die von einer vollständigen Vermörtelung der Ansichtsfläche an der Untersicht bis zur Ausbildung der Untersicht mit Schieferplatten oder nur Vermörtelung der Ortgangansichtsflächen reichen. Weiterhin wird häufig auch nur der Wandputz bis zur Unterkante des Eindeckungsmaterials geführt. Hier sollte der Dachdecker darauf achten, dass Rissbrücken vorgesehen werden, die Abrisse des Putzes aus thermischen Beanspruchungen der Ziegeleindeckung und des Wandputzes vermeiden helfen sollen. Auch muss der jeweilige Ortgangziegel, als Ortgangbiber oder Doppelkremper vorgesehen, mit ausreichendem Überhang eingedeckt werden, um ein problemloses Abtropfen von Niederschlagswasser zu ermöglichen.

Zahnleiste gegen Nestbau

Als Zahnleiste wird ein Windbord bezeichnet, das der sägeblattförmigen Untersicht der Eindeckung am Ortgang angepasst wird, den Ortgangziegel dort stützt, den Vogeleinschlupf verhindert und die Ansichtsfläche der Lattenunterkonstruktion abdeckt. Auch hier ist ein kleiner Überhang des Dachziegels von ungefähr drei Zentimeter als Tropfkante wichtig, um das darunter liegende Zahnleistenbrett vor Bewitterung in normalen Wettersituationen zu schützen.

Seitliche Anschlüsse mit einer vermörtelten Verwahrung unter einer Formziegelüberdeckung sind seltener anzutreffen. Bei Zusatzmaßnahmen gegen Regeneintrieb und zusätzlicher Konterlattung reicht die Anschlusshöhe nicht mehr. Hier muss in Abstimmung mit der Denkmalpflege eine Anschlussrinne aus Metall vorgesehen werden.

Heinz Zanger

zuletzt editiert am 11. Januar 2023