Ein Kernpunkt der deutschen Schiefernorm war und ist die gesteinskundliche Untersuchung DIN 52 201 A. Dabei beschränkt sich die Norm aber auf eine schlichte Beschreibung und nimmt keinerlei Qualitätswertung vor. Anhand der gesteinskundlichen Analyse, der chemischen Ergebnisse und den Ergebnissen des Säureversuchs soll der Fachmann eine Wertung der Verwitterungsbeständigkeit des Schiefers geben. Wie er das machen soll, wird in der Norm nicht angegeben.
Bestimmung der Dichte
Es werden die Rohdichte, die Reindichte, der Dichtegrad (als Verhältnis von Roh- zu Reindichte) und die Gesamtporosität festgestellt.
Bei der Bestimmung der Rohdichte werden die Proben bei 110 °C bis zur Gewichtskonstanz getrocknet und gewogen. Sodann gelangen sie in ein Wasserbad für insgesamt 24 Stunden. Hiernach wird das Volumen der Proben nach dem Auftriebs- oder Flüssigkeitsverdrängungsverfahren ermittelt. Aus dem Trockengewicht und dem Volumen wird dann die Rohdichte errechnet.
Die Bestimmung der Reindichte erfolgt nach Zerkleinerung auf feinste Kornfraktionen (= 0,063 mm). Nach erfolgter Wägung der Pulverprobe wird das Volumen der Probe nach dem Flüssigkeitsverdrängungsverfahren in einem Messgerät (Pyknometer) bestimmt. Die Dichte wird dann aus dem Verhältnis Gewicht/Volumen berechnet.
Deutsche Schiefernormen
DIN 52 100 Richtlinien zur Prüfung und Auswahl von Naturstein von Juli 1939
DIN 52 101 Prüfung von Naturstein, Probennahme von März 1988
DIN 52 201 Dachschiefer, Begriff/Prüfung; A: Gesteinskundliche Untersuchung von Mai 1985
DIN 52 102 Prüfung von Naturstein, Bestimmung der Dichte, Rohdichte, Dichtigkeitsgrad, Gesamt-Porosität von August 1988
DIN 52 103 Prüfung von Naturstein: Bestimmung der Wasseraufnahme und Sättigungswert von Oktober 1988
DIN 52 104 Teil 1: Prüfung von Naturstein Frost-Tau-Wechsel-Versuch von November 1982
DIN 52 106 Prüfung von Naturstein Untersuchungsverfahren zur Beurteilung der Verwitterungsbeständigkeit Entwurf von September 1992
DIN 52 112 Prüfung von Naturstein Biegeversuch von August 1988
DIN 52 204 Prüfung von Dachschiefer Temperaturwechselversuch von Mai 1985
DIN 52 206 Prüfung von Dachschiefer, Säureversuch von März 1975
Technische Prüfmethoden in Kombination
Im Gegensatz zur neuen europäischen Norm ist es in Deutschland üblich, Belastungstests mit einem Festigkeitstest zu kombinieren. So führt man Biegeversuche (Bestimmung der Biegefestigkeit) im lufttrockenen und im wassergesättigten Zustand vor einem Belastungstest durch und dann jeweils nach einem Temperaturwechselversuch und einem Frost-Tau-Wechselversuch. Im Idealfall soll es keinen wesentlichen Festigkeitsabfall nach einem Belastungstest geben. Bei manchen Schiefern, wie z.B. auch dem Moselschiefer, nimmt die Festigkeit sogar nach einem Frost-Tau-Wechselversuch noch zu. Vielleicht stimmt doch etwas an dem Satz, den die Schieferfachleute früher einmal formuliert haben: »Guter Schiefer mag Regen und schlechtes Wetter«