Voraussetzung für die fachgerechte Sanierung von Feuchteschäden ist eine fundierte Feuchtediagnose. Wir stellen ein Handgerät vor, das dem Dachdecker durchgängige Messungen ermöglicht.
Als mühsam musste bisher die Aufnahme von Feuchteverteilungen auf großen Flachdächern angesehen werden, die mehrere Tausend Quadratmeter Fläche einnehmen. Bei solchen Anwendungen kommen schnell einige tausend Messpunkte zusammen, sodass manuelle Messungen viel Zeit in Anspruch nehmen. Mit der Entwicklung des Mobilscanners Moist Scan von HF Sensor ist es gelungen, diese Aufgaben zu lösen. Das mit Mikrowellen arbeitende Instrument liefert anschauliche Bilder der Feuchteverteilung im Inneren von Dachaufbauten, in denen die gesuchte Information nicht nur in der absoluten Höhe der Werte, sondern auch in deren Struktur enthalten ist. Es ermöglicht Rasterfeuchtemessungen auch auf großen Flächen mit bis dato unerreichter Geschwindigkeit.
Feuchtemessung mit Mikrowellen
MikrowellenFeuchtemessverfahren gehören zu den dielektrischen Messverfahren, die auf den dielektrischen Eigenschaften des Wassers beruhen. Wird ein elektromagnetisches Wechselfeld angelegt, dann beginnen die Wassermoleküle mit der Frequenz des Feldes zu rotieren. Mikrowellensensoren haben für die Aufnahme von Feuchtewerten an Bauobjekten und Dächern mehrere Vorteile. Dank der ausgeprägten Volumenwechselwirkung der Mikrowellen erreichen sie hohe Eindringtiefen bis in den Dezimeterbereich, arbeiten dabei völlig zerstörungsfrei und schnell. Wegen der hohen Messfrequenz treten keinerlei Störungen durch Salzeinflüsse auf.
Die Handhabung ist einfach
In der praktischen Arbeit mit MikrowellenFeuchtesensoren ergab sich schnell die Erkenntnis, dass Einzelmessungen an ausgewählten Punkten von Bauobjekten nicht repräsentativ für den Feuchtezustand des Gesamtobjekts sind. Aus diesem Grund wurde die Messmethodik rasch zum Rasterfeuchtemessverfahren für die Aufnahme von Feuchteverteilungen weiterentwickelt. Dabei werden die Messwerte nacheinander in Spalten aufgenommen und nach der Messung per Software in eine grafische Feuchteverteilung umgewandelt. Diese Messmethode liefert seit vielen Jahren anschauliche und wegen der grafischen Darstellung allgemein akzeptierte Ergebnisse. Mikrowellensensoren lassen sich mit verschiedenen Feldgeometrien ausführen, die mit unterschiedlichen Mikrowellenanordnungen korrespondieren. Diese Anordnungen fanden Eingang in Mikrowellensensoren für verschiedene Schichten. Damit lässt sich das Schichtenkonzept weiter verfeinern. Derzeit sind Sensoren für Schichttiefen bis drei, bis sechs, bis zehn, bis 25 und bis achtzig Zentimeter verfügbar.
Für Messungen an großen Flächen
Durch die Automatisierung der Messwertaufnahme erfährt die Rasterfeuchtemessung eine erhebliche Verbesserung besonders für Messungen an großen Flächen. Als Basisplattform enthält das Gerät ein Geräteträgermodul, das Feuchtesensoren verschiedener Eindringtiefen gleichzeitig fassen kann, sowie geeignete Sensoren zur Positionsbestimmung. Bis zu drei Feuchtesensoren können am Scanner montiert werden. Für die schnelle Ausführung von Mikrowellenscans wurden neue Feuchtesonden gleicher Wechselwirkungstiefe entwickelt, die hohe Messraten aufweisen und somit auch bei Bewegung des Scanners eine gute Ortsauflösung ermöglichen. Die Visualisierung und Vorauswertung der Messdaten erfolgt an einer im Mobilscanner untergebrachten Steuereinheit mit Touchpanel und Menüführung. Hierdurch gestaltet sich die Bedienung des Scanners sehr einfach. Zur Ausführung des Scanvorgangs wird nach der Eingabe der gewünschten Ortsauflösung, des Startpunktes und der Scanrichtung sowie dem Starten im Display der Scanner einfach spalten oder zeilenweise über die zu messende Fläche gefahren. Die Verfahrgeschwindigkeit spielt dabei keine Rolle, sie kann bis zu einem Meter pro Sekunde betragen (entspricht einem schnell geschobenen Rasenmäher). Die Messung ist damit sehr schnell ausführbar. Die Ortsauflösung kann vorab zwischen fünf und einhundert Zentimeter gewählt werden.
Weiterverarbeitung der Daten
Das nachgelagerte Softwaremodul Moist Scannalyze ist zur Weiterverarbeitung der gescannten Daten vorgesehen. Dieses Softwaremodul überführt die Scandaten in eine anschauliche Darstellung in verschiedenen Schichten. Die entstehenden Schichtenscans lassen direkt nach der Messwertaufnahme Aussagen zur Ableitung der Tiefenverteilung der Feuchte zu. Feuchtemessungen an Flachdächern lassen sich mit Moist Scan besonders gut durchführen. Das Gerät ist kompakt aufgebaut und lässt sich leicht aufs Dach transportieren. Für die Durchführung der Messung sind keinerlei Vorbereitungen am Dach wie Bewässerung oder Kabelverlegung nötig. Die Messpraxis hat gezeigt, dass sich anhand der entstehenden Bilder eine eindeutige Beurteilung des Schädigungsgrades des Dachaufbaus und eventueller Wasserwege realisieren lässt. Da im Scanner mehrere Mikrowellensonden gleichzeitig betrieben werden können, ergibt ein einziger Scan bereits Informationen aus verschiedenen Tiefenschichten. Diese können nach Aufnahme der Messung schon am Scanner, also auf dem Dach, angezeigt werden. Somit stehen bereits vor Ort wichtige Informationen zur Feuchteverteilung und eventuellen Wasserwegen im Dachaufbau zur Verfügung.
HF Sensor GmbH