2011-05-07T00:00:00Z Dicht und diffusionsoffen

Flachdächer in Holzbauweise, das richtige Lüften und Anforderungen an die Luftdichtheit: Das waren die Schwerpunkte der technischen Referate.

Den technischen Teil des ersten Kongresstags eröffnete Dipl.-Ing. (FH) Daniel Schmidt von der Technikerschule Alsfeld. Etwa 160 Zuhörer verfolgten seinen Vortrag zum Thema Flachdächer in Holzbauweise. Schmidt machte anschaulich deutlich, welche Effekte bei Flachdächern in Holzbauweise, besonders in unbelüfteter Ausführung, zu einem erhöhten Schadensrisiko führen. Dabei sei der Grundsatz "so dicht wie nötig und so diffusionsoffen wie möglich" in Flachdächern aufgrund der wasserdichten Wetterschutzabdeckung an der Oberseite nicht von innen nach außen umsetzbar. Da bei Dächern die Umkehrdiffusion aufgrund von Sonneneinstrahlung eine wesentliche Rolle spiele, könne aber der Einsatz einer feuchtevariablen Dampfbremse an der Unterseite zu einem ausreichend hohen Trocknungspotential nach innen führen. Allerdings müsse auch die Tatsache Beachtung finden, dass das Trocknungsverhalten bei verschatteten Dachflächen wesentlich schlechter ist, als bei nicht verschatteten Flächen. In diesem Fall müsse das Dach genau gerechnet werden, damit es während der Nutzungsdauer nicht zu Feuchteschäden komme.

Ebenso wichtig sei es, die Baufeuchte zu kontrollieren und ggf. Maßnahmen zur Trocknung zu ergreifen, bevor die Konstruktion komplett geschlossen werde. Auch die Verwendung von trockenem Holz und von Dämmstoffen mit hohem Feuchtespeichervermögen sei wesentlich für die Qualität des Flachdachs.

Zahlreiche Rückfragen im Anschluss an den Vortrag führten zu einer regen Diskussion, was das Interesse der Zuhörer am Thema Flachdach deutlich machte.

Nach einer kurzen Pause folgte Dipl.-Ing. Rolf Schmidt. Der Architekt ist Vorstandsmitglied beim Bundesverband für Wohnungslüftung. Er referierte über Lüftungskonzepte und deren Notwendigkeit. Dabei bildeten die Fragen nach den Haftungsrisiken bei Wohnräumen ohne Lüftungsanlage und danach, ob die Regeln der Technik nicht eigentlich eine Wohnungslüftung zwingend erforderlich machen, den roten Faden des Vortrags.

Heizsysteme der Zukunft

Im Wesentlichen machte Schmidt deutlich, dass eine reine Fensterlüftung nur funktionieren könne, wenn sie in regelmäßigen Abständen und sowohl tags als auch nachts stattfinde. Aus diesem Grunde sei es in der Regel notwendig, Gebäude technisch zu lüften um dauerhaft eine einwandfreie Luftqualität zu gewährleisten.

Nach der Vorstellung der verschiedenen Systeme und einer kurzen Kostenübersicht folgte seine Einschätzung und Bewertung der Systemtechniken. Derzeit zeichne sich ab, dass die Heizsysteme der Zukunft reine Luftheizungen sein werden. Dies hänge vor allem mit der verbesserten Dämmung der Gebäudehülle zusammen.

Die Vortragsreihe wurde beendet von Prof. Dr.-Ing. Thomas Ackermann von der Fachhochschule Bielefeld/Minden Anforderungen an die Luftdichtheit und Konsequenzen für die Schimmelbildung. Ackermann erläuterte kurz die Gründe für eine luftdichte Gebäudehülle und informierte darüber, welche Anforderungen es an die Luftdichtheit von Gebäuden gibt und wie sie erfüllt werden können. Dabei gehe es um Bauschadensfreiheit ebenso wie um Energieeinsparung und Komfort sowie Behaglichkeit. Auch in Ackermanns Vortrag waren es rechtliche wie auch technische Fragen, auf denen er den Zuhörern innerhalb einer Stunde Antworten zu geben versuchte.

Insgesamt zeigten sich die Zimmerer und Dachdecker mit den Vorträgen beim Bundeskongress 2011 sehr zufrieden. Sowohl die Themen als auch die Vortragsqualität seien durchweg gut gewesen. Ebenso seien die Referate praxisnah und gut verständlich gewesen, so ein Teilnehmer in einem ersten Statement.

zuletzt editiert am 24. Februar 2021
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