Die Hitze bringt es an den Tag, Flachdächer im Sommer zu erstellen ist fast unmöglich. Tappsen auf der Oberlage, verbrannte Fußsohlen bei den Mitarbeitern, ein Umstand, der nicht mehr wegzudiskutieren ist. Das war doch früher anders, oder nicht?
Ja, es war anders. Begründet werden kann das wie folgt:
die Dicken der Wärmedämmstoffe steigt nicht zu letzt wegen der Forderungen der Energieeinsparverordnung stetig an. Damit ist eine Wärmeableitung der Hitze, die beim Schweißen der Abdichtungslagen zwangsläufig entsteht, in den Untergrund deutlich verschlechtert als es vor Jahrzehnten der Fall war. Zusätzlich besteht das Problem bei Dächern mit einer Wärmedämmung aus Mineralfasern, dass diese eine höhere Masse als Polystyrole oder PUR aufweisen, was dazu führt, dass Mineralfasern zunächst mehr Energie benötigen, um sich selber "aufzuheizen" aber dann über die höhere Speicherkapazität diese Hitze länger halten und wieder nach oben abgeben. Während der Erstellung einer Abdichtung ist das sicherlich als nachteilig zu bezeichnen, während der Nutzung allerdings als Vorteil, denn über die Phasenverschiebung wird die Hitze, die durch die Sonneneinstrahlung auf der Dachoberfläche entsteht, erst später an das Gebäude abgegeben.
Polystyrole, insbesondere extrudierte Polystyrole haben den Vorteil, dass sie die Hitze relativ schnell weitergeben, aber den Nachteil der nicht unerheblichen thermischen Längenänderung, was sich letztlich wieder schädigend auf die Abdichtung auswirken kann.
Wie würden Sie beraten? Welche Maßnahmen ergreifen Sie, wenn Sie Mineralfasern verarbeiten? Oder empfehlen Sie lieber Polystyrole weil Sie sich sagen: "die Phasenverschiebung ist so marginal, dass die Vorteile bei der Verarbeitung deutlich überwiegen"